parodie f
Fundstelle: Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1464, Z. 57
das franz. parodie (Sperander 445ᵃ), umbildung einer bekannten ernsten dichtung mit beibehaltung ihrer form ins scherzhafte oder spöttische, dann auch im übertragenen sinne (aus griech. παρωδία neben-, gegengesang, dann umdichtung allgemein bekannter und berühmter gedichte, so dasz bei geringer veränderung der worte statt des erhabenen ein gemeiner und lächerlicher sinn hervorgeht. Lübker reallex.⁵ 847ᵃ): deszwegen ergötzen wir uns an parodien, wo gesinnungen, redensarten und verrichtungen des gemeinen pöbels denselben vornehmen personen untergeschoben werden, die der dichter mit aller würde und anstand behandelt hat. Schiller 10, 209; es ist nicht spöttische parodie, ... wenn ich zum theil die worte des hrn. pastors gegen ihn selbst kehre. Lessing 10, 148; Französgen, was willst du mit der griechischen rüstung, sie ist dir zu gros und zu schweer. drum sind auch alle französche trauerspiele parodien von sich selbst. d. j. Göthe 2, 41; die homerischen parodien habe ich, weil sie sich an das ganze (der xenien) nicht anschlieszen wollen, herauswerfen müssen. Schiller an Göthe 168 (2, 54);
da griff ich zuletzt ..
zum scharfen pfeil der parodie.
Platen 3, 4;
ich schien mir in meinem wagen wie eine parodie von Pharao im rothen meere. Göthe 30, 108.
Zitationshilfe
„parodie“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/parodie>, abgerufen am 23.10.2019.

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