pendel m. n
Fundstelle: Lfg. 9 (1887), Bd. VII (1889), Sp. 1540, Z. 59
das schwinggewicht, besonders an einer uhr (vergl. perpendikel); im anfang des 18. jahrh. (zunächst als pendul, dann abgeschwächt in pendel) aufgenommen aus mlat. pendulum, dem substantivisch gebrauchten neutrum des lat. pendulus (herabhängend, schwebend): pendul wird ein schwerer cörper genennet, der solchergestalt aufgehangen worden, dasz er sich um einen punct bewegen und wechselweise auf- und niedersteigen kan. mathem. lex. 1, 989; das pendul steiget von der andern seite durch einen so groszen bogen in die höhe, als es von der einen herunter gefallen. Zedler 27, 236; der schöpfer hat unserer seele einen bleiklumpen angehängt, der wie die penduln (gewichte) an der uhr, sie durch seine niederziehende kraft in beständiger bewegung erhält. Lenz 2, 206;
doppelt war gleichsam sein herz,
das bewegte von schmerz,
gleich einem pendel sich schwingend.
Rückert Nal (1862) 93;
bis der pendel stünde, der da tickte.
C. F. Meyer ged. 88.
Zitationshilfe
„pendel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/pendel>, abgerufen am 23.04.2018.

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