pfeffern verb.
Fundstelle: Lfg. 9 (1887), Bd. VII (1889), Sp. 1638, Z. 5
frühmhd. phëfferôn, phëfirôn, mhd. pfëfferen, pfëffern, md. mit nd. anlaute peffern, nd. pepern.
1)
transitiv.
a)
eigentlich, pfeffer in etwas thun, mit pfeffer würzen, piperare Dief. 436ᵇ:
daʒ eʒʒen was guot   vil wol gephefirôt.
Milstäter genesis 50, 20;
gepfäfferter wein, vinum piperatum Maaler 316ᶜ; gepfefferte würste Stieler 1436; sprichwörtlich: wer pfeffer genug hat, der pfeffert auch seinen brei. Simrock 422 (vergl. pfefferrusz).
b)
weidmännisch, einen falken pfeffern, einen (räudigen oder verwundeten) falken mit wasser waschen, worin pfeffer aufgelöst ist. Behlen lexic. der forst- und jagdkunde 5, 142.
c)
uneigentlich scharf, beiszend, bitter machen (vgl.salzen): huͤte dich vor gezuckerten zungen und gepfefferten (haszerfüllten) herzen. Zinkgref 2, 18;
das (die kritische geiszel) pfeffert sein (des dichterlings) geschwäze
und würzet seine lehr.
Schiller 1, 352;
das gab reichen stoff zu einer gepfefferten unterhaltung. Gotthelf erz. 3, 209; tirol. es einem pfeffern, ihm derb die wahrheit sagen. Schöpf 496, schwäb. einem etwas erschweren. Schmid 60. — eine waare, eine rechnung u. s. w. pfeffern, bitter und unangenehm für den bezahler machen, sehr theuer anbieten oder berechnen: der wirth hat uns die mahlzeit gepfeffert. Stieler 1436; er wird mirs pfeffern, theuer anschreiben Ludwig 1392; die rechnung war gepfeffert und gesalzen. Albrecht Leipz. mundart 181ᵇ; der acker ist gepfeffert (sehr theuer). Kehrein volksspr. in Nassau 1, 303; westerwäldisch das ist gepeffert Schmidt 133; plattd. de waare is pepert. Dähnert 347.
d)
in einigen gegenden Baierns und Schwabens ziehen am tage der unschuldigen kindlein (s.pfeffertag) die kinder mit ruten herum, schlagen (pfeffern) damit die erwachsenen unter hersagung gewisser sprüche und erhalten dafür eine kleine gabe, die ursprünglich ein pfefferkuchen gewesen ist (an der unschuldigen kindleintag pfeffert man .. mit ruten einander umb ein lebkuchen. Fischart bienenk. 150ᵃ; dann wer sich umb ein lebkuchen pfeffern laszt, ist billich dasz man ihm ein weinachtfladen schenkt. Garg. 199ᵇ), s. Schm.² 1, 422. Schmid 60. Birlinger volksth. 1, 12 anm. Schade klopfen 57 f. zur sache vergl. fizeln, kindeln, in Kärnten tschâpen (Lexer 214); obscen:
noch dorft er sich des nie verwegen,
das er mich dörft pfeffern mit Adams gerten.
fastn. sp. 325, 20.
e)
scharf werfen, besonders in etwas flüssiges (pfeffer 2), dasz es auseinanderspritzt: er hat den stein in die pfütze gepfeffert u. dergl. Albrecht Leipz. mundart 181ᵇ.
2)
intransitiv erst nhd.
a)
wie pfeffer brennen, eigentlich und übertragen Adelung: es ist gar wunderbar, wie die mischungen in den gemüthern sich machen, und wer achtet auf die tropfen alle, welche in die gemüther fallen, sie zuckern oder pfeffern, säuren oder salzen. Gotthelf Uli der pächter (1859) 196.
b)
einen pfeffer (2) machen; obscen, hennebergisch cacare Spiesz 181. vergl.dann was er (papst) scheiszt, sieht man gleich für pfeffer an. Fischart bienenk. (1580) 235ᵃ.
Zitationshilfe
„pfeffern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/pfeffern>, abgerufen am 16.07.2019.

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