pfeffersack m
Fundstelle: Lfg. 9 (1887), Bd. VII (1889), Sp. 1639, Z. 19
ein sack zu oder mit pfeffer: wann ein kauffmann einen pfeffersack verleuert, so soll man das ganz reich ufmahnen. Berlichingen 55 neudruck (d. j. Göthe 2, 109. werke 42, 312); uberstülb mir das arschloch, wie die krämer die pfeffersäck! Lindener schwankb. 135 Lichtenstein; dasz wir ihn (den betrunkenen) haben müssen ... wie ein pfeffersack umbstilpen. Fischart Garg. 42ᵇ; dasz wir ihnen (die soldaten den kaufleuten) die pfeffersäcke ein wenig auszsteubern. Schuppius 658. im 16. und 17. jh. und vereinzelt auch später als verächtliche bezeichnung eines reichen kaufmannes, eines krämers (mnd. pepersack Schiller-Lübben 3, 320ᵃ), auch eines emporkömmlings, eines neubackenen adeligen, besonders wenn er aus dem kaufmannstande ist (Stieler 1658. Frisch 2, 50ᵃ):
darnach thet er manchen nürnbergischen pfeffersack jagen.
Uhland volksl. 377 (Liliencron 5, 11, 6, vom jahre 1545);
ich wil lieber deinen fürsten und herrn ..
den (als) mit pfeffersecken umb gehn.
H. Sachs 13, 4, 30;
wo er der pfefferseck einen von Frankfurt ereilet. Dief.-Wülcker 798 (vom j. 1556); mancher schilt heut einen ein pfeffersack. Fischart Garg. 191ᵃ; weil mein vetter den von Neffe einen pfeffersack gescholten. Schweinichen 2, 213; ewer hochmut und stoltz ist nicht zu ergründen: ein mann seie noch so ehrlich und dapfer als er immer wolle, in diensten und ämtern so erfahren, so angesehen und beliebet, als möglich sein kan, so schlaget ihr doch den muff über ihn, und achtet ihn ewers gesprächs nicht wol würdig, weil er ein pfeffersack oder blackvogel sein musz. Philander (1650) 1, 404; mancher pfeffersack, blackerer und bernhäuter, so bald er in ein frembdes land kommet ... will mit 'don' und 'sennor' tractiret werden. 189; die pfeffersäcke wissen nicht, wie sie ein ding theur genug geben sollen. Schuppius 658;
sie heften namen auf ...,
der ist ein pfeffersack, der ist ein mörselschmeiszer u. s. w.
Rachel 9, 359;
am tisch der Fugger speist' ich dort und hie
und schimpfte weidlich pfeffersäcke sie.
C. F. Meyer Hutten 61.
leipz. du alter pfeffersack als schimpfname wie plumpsack. Albrecht 181ᵇ, plattdeutsch pepersakk, 'ein schimpfname im gemeinen leben und in liedern'. Dähnert 347ᵇ.
Zitationshilfe
„pfeffersack“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/pfeffersack>, abgerufen am 25.06.2019.

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