pietät f
Fundstelle: Lfg. 10 (1887), Bd. VII (1889), Sp. 1845, Z. 20
wie it. pietà aus dem ablativ des lat. pietas frömmigkeit, die kindliche ehrfurchtsvolle liebe, das liebe- und ehrfurchtsvolle gefühl vor etwas höherem, heiligem: der glaube der pietät (wie Speners anhänger den pietismus zuweilen nannten). Freytag bilder (1867) 4, 14; die nicht der pietät folgten. 19; pietät, ein im deutschen bis jetzt jungfräulich keusches wort, da es unsere reiniger abgelehnt und als ein fremdes glücklicher weise bei seite gebracht haben. Göthe 46, 97; diesen quellpunkt (eine angeborne güte, rechtlichkeit und besonders eine neigung zur ehrfurcht), wenn er, im menschen cultivirt, zur thätigkeit, ins leben, zur öffentlichkeit gelangt, nennen wir pietät, wie die alten. 98; die pietät der weimarischen kunstfreunde gegen alte heiligenbilder. 32, 104; diese blätter .. enthalten das heiligthum von Göthes pietät, aus der sein unendlicher genius hervorgegangen war. Bettine tageb. 219;
der Deutsche wird die majestät
behandeln stets mit pietät.
H. Heine suppl. 119.
Zitationshilfe
„pietät“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/piet%C3%A4t>, abgerufen am 17.11.2019.

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