postille f
Fundstelle: Lfg. 11 (1888), Bd. VII (1889), Sp. 2029, Z. 36
predigtbuch über die sonn- und festtagsevangelien oder -episteln; im 16. jh. entlehnt aus mlat. postilla (postilla, auszlegung Dief. nov. gl. 299ᶜ), vom lat. post illa verba sacrae scripturae, dem altüblichen beginne der an den verlesenen text sich schlieszenden predigten, vgl. haus-, ↗kirchenpostille: doctor Keisersbergs postill das erst teil. Keisersberg post. 1, 2ᵃ; auslegung etzlicher trostsprüche, so der ehrwirdige herr doctor M. Luther inn seiner lieben herrn und guten freunden bibeln und postillen .. geschrieben (1546, s. Dietz lxxxv); mein vatter hette ein deutsche postill. Mathesius Luther 153ᵃ; postillen lesen. Sandrub s. 82 neudruck, reiten (vergl. postillenreiter) Weise erzn. 94 neudruck; so legten sie es (die gekaufte neue zeitung) in die bibel oder in die postille. Weise die drei klügsten leute 288; der candidat besitzet eine grosze stärke in postillen. Rabener (1755) 3, 23;
auf die postille gebückt ...
sasz der redliche Tamm in dem lehnstuhl.
Voss ged. 2, 267;
(die) sich am liebsten in postillen,
in commentarien und chroniken verhüllen.
J. G. Jacobi 1, 55.
postillenreiter, -schreiber, postillante Rädlein 708ᵃ.
Zitationshilfe
„postille“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/postille>, abgerufen am 15.11.2019.

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