qualmen verb
Fundstelle: Lfg. 12 (1889), Bd. VII (1889), Sp. 2311, Z. 31
1)
mhd. daʒ twalmen, die betäubung Pfeiffer zwei deutsche arzneibücher 2, 13ᵈ; leipzigerisch kalmen (= qualmen), im halbschlummer liegen (s.qualm 1) Albrecht 142ᵇ und Hilbebrands vorwort s. vi. s. auch galmen, kalmen.
2)
vaporare, vaporem excitare, spirare Stieler 1488 und die bei qualm 2 angeführten nd. wbb.: es qualmet aus dem topfe. Stieler a. a. o.; ringsum qualmete der dampf aus tausend ritzen (des Vesuvs). Göthe 28, 67;
schwarze dämpfe entsteiget, entsteiget
qualmend dem abgrund.
Schiller 14, 110 (braut von Mess. 4, 4);
das qualmen der lohe. A. W. Schlegel poet. werke (1811) 1, 233; der ofen in der mir überwiesenen schulstube qualmt. Freytag ahnen 4, 53; qualmen, stark tabak rauchen, dampfen, paffen Spiesz henneb. id. 188. Albrecht Leipz. mundart 187ᵇ. Wander sprichw. 3, 1434 f. qualmend oder qualmerfüllt sich bewegen:
(ich sah im brennenden torfe) die lüfte qualmend.
Göthe 41, 161;
(der dampfer) qualmt' und räderte zu thal, dasz rechts und links die brandung flog.
Freiligrath (1870) 3, 124.
3)
transitiv, qualm ausstoszen, entsenden: inzwischen war, vom feuer der baracken ergriffen, nun schon das schlosz .., starken rauch gen himmel qualmend, angegangen. H. v. Kleist 4, 27 H.
Zitationshilfe
„qualmen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/qualmen>, abgerufen am 19.11.2019.

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