rädeln verb
Fundstelle: Lfg. 1 (1886), Bd. VIII (1893), Sp. 46, Z. 41
1)
radförmige bewegungen machen, sich wie ein rad drehen; bair. radeln, im rade, kreise drehen Schm. 2, 51 Fromm.; in Augsburg redeln, trillen mit dem schlitten. Birlinger 369ᵇ, vergl. dazu rädchen und rädlein; bei tanz und lauf: (die jungen leute) danzten, schupften, hupften, lupften, sprungen, sungen, hunken, reyeten, ... gaukelten, redleten, bürzleten, balleten, jauchzeten u. s. w. Garg. 82ᵇ; zu plättelen, rädelen, ritschen auf den reutschuhen. 177ᵇ; rädelt wol hundertmal herumb, wie ein habergeisz, die hend creuzweisz ausstreckend, das eim das gesicht darob vergieng. 231ᵃ; mitlerweil er also rädlen spielet. ebenda.
2)
wie rädern, auf dem rad zerbrechen; bildlich: dasz der wille gestraft und gerädelt würd, wenn er nicht vermöcht sich zuͦ der tugent zuͦ keren. Melanchthons hauptart. d. h. schrift verdeutscht 5.
rädeln verb
Fundstelle: Lfg. 1 (1886), Bd. VIII (1893), Sp. 46, Z. 56
sieben, vergl. rädel und räder: nimm ingber, galgant, negelein ... diese stücke jedes besonders in einem mörsner zerstoszen, durch ein sieblein gerädelt. Hohberg 3, 1, 197ᵃ; diese asche rädelt man durch ein enges sieb. 203ᵃ; nehmet einen wolgebrandten ziegel, reibet ihn klein, und rädelt ihn durch ein sieblein oder tüchlein. 286ᵃ; nehmet ein pfund klein gestoszen alaun, rädelts durch ein sieb. 286ᵇ. s. auch räden.
Zitationshilfe
„rädeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%A4deln>, abgerufen am 22.11.2019.

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