Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

rügeln, verb.

rügeln, verb.
rütteln, schütteln, eine causativbildung zu dem adj. rogel locker, lose oben sp. 1109. die ursprüngliche bedeutung ist demnach wol 'lose machen, auflockern'. mhd. rugelen s. Lexer 2, 533. für rügeln erscheint sehr häufig riegeln, rigeln, auch riggeln, riggle Seiler 238ᵇ, auszerdem rugeln und roglen, letzteres bei Schöpf 562 neben rîgln, rüggln 555. das wort ist auf die oberd. dialekte beschränkt.
1)
auflockern, aufrütteln: das erdreich rügeln, durchackern Höfer 3, 50; s pette aufrîgln Lexer 208. so auch bildlich: einem andern die galle rügeln. Höfer a. a. o.
2)
in bewegung setzen, regen. so besonders sich rügeln (s. Schöpf a. a. o.); sich wohl noch rügeln können. Höfer a. a. o. rütteln, schütteln, hin und her bewegen: unnd werd dann der gantz leib in ain lad gelegt mit aim loch gegen dem waidloch, da er sein noturfft durch thuͦn mög, das er nitt vil gerugelt wurt. Hier. Braunschweig chir. (Augsb. 1539) 84; wer rüglet die erd, dasz sie erdbibmet? Abr. a S. Clara lösch Wien 110. auch intransitiv: an etwas rugeln, rütteln. Schöpf 562.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1411, Z. 69.

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Zitationshilfe
„rügeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BCgeln>, abgerufen am 15.05.2021.

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