Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rühmlich, adj. und adv.

rühmlich, adj. und adv.
1)
prahlerisch: hromlihho, arroganter Graff 4, 1139;
der muot nie von im geschiet:
sîn rüemlîcher prîs geriet
sînem herzen daʒ er nie
den rüemlîchen wân verlie.
g. Gerhard 276;
ouch nam er in sînen sin
wie sînes mundes rüemlich dôn
verworhte an gote sînen lôn.
6647.
so auch noch nhd.: du solt nicht rhümlich erscheinen für dem könig, und nicht stehen (das ist, etwas sein) für den groszen herrn, es ist besser, man sage zu dir, sitz herauff, denn das du ernidert werdest für dem fürsten. Luther 1, 483ᵃ;
an einer heldinn keuscher brust genährt,
hab ich den reinen ursprung nicht verläugnet;
aus ihrem arm hat Pittheus mich empfangen,
der fromm vor allen menschen ward geachtet;
ich möchte mich nicht selbst zu rühmlich schildern,
doch ist mir einge tugend zugefallen.
Schiller Phädra 4, 2.
2)
gewöhnlich 'zum ruhm gereichend, löblich, mit ruhm'; mhd. rüemlich mhd. wb. 2¹, 810ᵃ.
a)
als attribut: die münster und kirchen der rhümlichen stadt Rom. Luther 3, 93ᵃ; bald aber war die sorge gestillt durch rühmliche that kaiserlicher soldaten. Göthe 30, 37; und darum ist es mir lieb, dasz meine letzten tage .. in eine rühmliche thätigkeit sich retten. Immermann Münchh. 2, 50;
was mir eine hand voll wasser und ein stücke brod verliehn,
dessen rühmliches geschlechte müss' in tausend gliedern blühn!
Günther 841;
zeigt jenen glänzende ehren
winken am ziel der rühmlichen bahn.
Wieland 16, 38;
laszt, rühmlichen tod zu erwerben,
in enger umarmung uns sterben.
Rückert 1, 164.
b)
als prädicat, rühmlich sein, einem rühmlich sein: es ist dir nicht allein bey uns rühmlich, sonder der richter spürt darbey dein erfahrenheit. Ayrer proc. 2, 11 s. 680 (1618); rühme was rühmlich, und lobe was dir löblich ist. Zinkgref apophth. 1, 385; Innocentius .. sorgte dafür, dasz diese vasallenhandlung durch ein gemählde verewigt wurde, welches dem kaiserlichen nahmen in Italien nicht sehr rühmlich war. Schiller 9, 245, 7;
wo sie das weise paar .. in einer stellung fanden,
die der filosofie nicht allzu rühmlich war.
Wieland 9, 44;
sie (die wunden) sind dir rühmlich.
Schiller Macbeth 1, 2;
je härtrer kampf, je rühmlicher der sieg.
Grillparzer 6, 47.
c)
als adverb: wiewohl die ehre keinen menschen rühmlicher krönet, als den jenigen, der sie nicht gesuchet. Butschky Pathm. 711; ferien gehen an. jhr jünglinge, sammelt sie euch; euch blühe in dieser von euch rühmlich erworbenen ruhe jede edlere blume des kennens und wissens, des bestrebens! Herder zur phil. u. gesch. 10, 258;
ich hoff', es sol mir noch gelingen,
dasz .. man rühmlich von mir werde singen.
S. Dach ged. d. Königsb. dichterkr. 94 neudr.;
mein freund, nach dem du vor in weit entlegnen landen
Bellonen waffenprob' hast rühmlich ausgestanden,
da komst du wieder her.
J. Grob versuchg. 37;
er zeigte mir die zier
der stadt, die alterthümlich
einst Deutschlands schutz und wall,
jetzt wieder pranget rühmlich
nach des tyrannen fall.
Rückert 1, 139;
gen'ral Wrede!
geh und rede
deine tapfern Baiern an,
dasz in vor'gen schlachten narben
sie so rühmlich nicht erwarben,
als sie können hier empfahn.
1, 203.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1452, Z. 58.

rühmling, m.

rühmling, m.
rühmer, prahler: ein rühmling sagte, er wolte hundert thaler drumb geben, dasz man wüste, was er für ein mann were. Zinkgref apophth. 2, 81; rümer etiam dicitur ein rümling, gloriabundus, jactabundus. Stieler 1637.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1453, Z. 49.

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Zitationshilfe
„rühmling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BChmling>, abgerufen am 03.08.2021.

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