Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

rülp, m.

rülp, m.
das aufstoszen, ructus, sodann ein grober, ungeschliffener mensch. über die etymologie vergl. rülpsen. in der übertragenen bedeutung begegnet auch ein schwaches rülpe; stets schwach ist der plur. die rülpen. in beiden bedeutungen ist rülp später durch die weiterbildung rülps verdrängt.
1)
eigentlich: wann sie solten mit dem zöllner im tempel seufftzen und sagen, gott sey mir sünder gnädig, so lassen sie einen rülp fahren von brantwein oder von wermuthwein. Schuppius schr. 211.
2)
ungebildeter mensch, flegel, grobian; so noch dialektisch Sartorius 103. Weinhold beitr. z. e. schles. wb. 78ᵇ. eins. wie hat ihn (den vater) aber dein meüder geruffen? Simpl. knän, und auch meister. eins. hat sie ihn niemals anderst genennet? Simpl. ja, sie hat. eins. wie dann? Simpl. rülp, grober bengel, volle sau, alter scheisser, und noch wol anders. Simplic. 1, 30, 29 Kurz; liebe pfarrkinder es giebet ochsen, flegel und rilpen in unserer gemeine. Ettner maulaffe 117;
auch der waldnärrisch hut   mit seinem breiten stülpen
steht wol und ist sehr gut   für uns vier grobe rülpen.
Opel-Cohn 413, 6;
ein maler lacht, wenn wo ein rülpe geht,
und gruntzt auff disz was er doch nicht versteht.
H. Reinhold reime dich (Nordhausen 1673) vorw. c 7ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1477, Z. 14.

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Zitationshilfe
„rülp“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BClp>, abgerufen am 05.08.2021.

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