Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rülps, m.

rülps, m.
eine wenig später auftretende weiterbildung von rülp, vielleicht in anlehnung an das verb. rülpsen, und mit demselben bedeutungsübergange, wie rülp und rülz, md. dafür auch rölps Vilmar 330. Frischbier 2, 232ᵃ.
1)
das (hörbare) aufstoszen, ructus. Stieler 1636. Steinbach 2, 313 Frisch 2, 136ᵇ, vgl. Weigand 502. ebenso in neueren mundarten. Schöpf 569. Vilmar a. a. o. Albrecht 194ᵃ;
eck löht en röllps, möt gonst! eck kun en nich verhöhde.
carm. nupt. 1, 282, 14 bei Frischbier a. a. o.
2)
ein rülpsender, also ungebildeter mensch, grobian. dasz man dabei noch an das verb. rülpsen denkt, zeigt die redensart: fort mit, was keinen zins gibt! sagte Rülps und hustete oben und unten. wie das volk spricht⁸ 1636. rülz, atque rülps, etiam exponitur homo agrestis, rupex, caudex, truncus, lapis, stipes, quae etiam alia dialecto rüpel, wulps efferunter Stieler 1636. Schmeller 2, 88. Hunziker 213. Albrecht 194ᵃ. Vilmar 330. Woeste 220ᵇ. dann auch dummer, unwissender mensch, einfaltspinsel: solche tumme rülpsen und wilde kinder-bäume, wie sich allhier der Simplicissimus selbst gewesen zu seyn .. vorstellet, giebt es annoch häufig. Simpl. 1, 67 Keller.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1477, Z. 58.

rülpsen, verb.

rülpsen, verb.
hörbar aufstoszen, ructare. die ableitung ist eine intensivbildung zu dem gleichbedeutenden rülpen, den ahd. auf -azen (goth. -atjan, ags. -ettan) entsprechend, wie die form rülpezen Schöpf 569 und die analogie der verwandten bildungen rülzen, grölzen, röpzen beweist. vergl. darüber Grimm gramm. 2, s. 206 ff. neudruck. das wort ist offenbar eine schallnachahmende neubildung des deutschen, wofür sowol der mangel verwandter wörter in den ältern germ. dialekten, als auch das analoge, gleichbedeutende rülzen (s. d.) spricht.
1)
intransitiv, hörbar aufstoszen, ructare. Steinbach 2, 313. stud. lex. 177, in diesem sinne heute der gebräuchliche ausdruck; auch in vielen mundarten, s. Schm. 2, 88. Schöpf 569. Albrecht 194ᵃ, rölpsen Frischbier 2, 232ᵃ. bildlich: aus einer see bin ich entsprungen alwo so manche syren gerülpset. Jucundiss. 199.
2)
transitiv, etwas rülpsen, durch rülpsen von sich geben, eructare, wofür gewöhnlich ausrülpsen. bildlich:
wenn so ein mensch in seinem aberwitz
durch alle gassen läuft und verse rülpst (versus ructatur).
Wieland übers. von Horazens epist. (1782) 2, 242.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1477, Z. 78.

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Zitationshilfe
„rülpsen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BClpsen>, abgerufen am 04.08.2021.

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