Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rinne, f.

rinne, f.
canalis; goth. rinno, ahd. rinna Graff 2, 519, mhd. rinne, daneben mhd. renne, vgl. oben renne, f. 3 sp. 807. schwache formen des sing. im älteren nhd. erhalten, vgl. die belege. die eigentliche bedeutung ist zunächst die einer fortlaufenden schmalen aushöhlung in holz, stein, metall oder in der erde, welche dazu dient, eine flüssigkeit von einem ort zum anderen zu leiten oder auch das stück des festen materials, in welchem diese aushöhlung gemacht ist; dann wird das wort übertragen auf jede art von schmaler aushöhlung, unangesehen, ob sie zur aufnahme von flüssigkeiten bestimmt ist oder nicht; daher
1)
in die länge sich erstreckende aushöhlung oder so ausgehöhltes stück festen stoffes, zur leitung von flüssigkeiten dienend: Pompejus, der leitet das wasser in dye rynnen in die heuser. H. v. Müglin die geschichten der Römer (1489) 28ᵇ; der priester aber in Midian hatte sieben töchter, die kamen wasser zu schepffen, und fülleten die rinnen, das sie ires vaters schafe trencketen. 2 Mos. 2, 16; ... doch weisz man, dasz im sewstall keine krippen, sondern ein trog und im schafstall eine rinne ist. Kirchhof wendunm. (1573) 463ᵇ; man hat, wie schon gesagt, an der höhle nichts verändert; allein da die felsen immer von wasser träufeln, war es nöthig, den ort trocken zu halten. man hat dies durch bleyerne rinnen bewirkt, welche man an den kanten der felsen hergeführt und verschiedentlich mit einander verbunden hat. Göthe 28, 105. beim schiffsbau: rinnen, abzüge, die unten im schiffsraum angebracht sind und das eingedrungene wasser in den schiffsbrunnen und in die pumpen leiten. Jacobsson 3, 424ᵇ. rinne am dach, das vom dach herabflieszende regenwasser aufzufangen: der schosz vorhin nach mir, wie ich zum dachfenster hinausstieg und die rinne holen wollte. er traf eine taube, die nicht weit von mir sasz, sie stürzt' in die rinne; ich dankt' ihm für den braten und stieg mit der doppelten heute wieder herein. Göthe 8, 109. rinne im ruder, durch die das wasser abrinnt:
die sonn het auch ihr freud damit,
das so dapffer das schiff fortschritt,
und schin so hell innd ruoder rinnen,
das si von fern wie spiegel schinen.
Fischart glückh. schiff 389.
natürliche rinne, die das regenwasser im erdboden reiszt und durch die es abflieszt Adelung; rinne im felsen:
brausend stürzt der gieszbach
herab durch die rinne des felsen.
Schiller 11, 90.
künstliche rinne zum abflusz des wassers: mit diesen schaufeln wird das wasser über den kleinen damm gegossen, dasz es durch die rinne fort musz (beim ablassen eines teiches). Döbel neueröffn. jägerpr. (1754) 4, 101ᵇ. rönne heiszt auch die fahrstrasze im kurischen haff längs der nehrung Frischbier 2, 232. ebenso spricht man von einer fahrrinne in einem fluszbette. bei einem geschwür die eiterrinne: böse rinne, deliquiae putres Stieler 1612. von wunden:
und über arm und schädel bald
blutrothe rinnen tröpfeln, schleichen.
A. v. Droste-Hülshoff 202.
2)
aushöhlung, welche nicht flüssige dinge aufnimmt; rinne des bogens:
hinter einem myrthenbusch verbirgt sich
unser jäger, auf des bogens rinne
legt den pfeil er, zielt und trifft das unthier.
Platen 331ᵃ.
rinnen im gestein, sonst auchgerinne: in diesen tiefen und rinnen liget der börnstein. Schütz beschr. v. Preuszen 42. bei den jägern leichtes garn, womit die raubvögel gefangen werden Jacobsson 3, 424ᵃ; die raub-vögel, blau-fusz, habicht und dergleichen, in dem stosz oder der rinne zu fangen. Döbel jägerpr. (1754) 2, 169. beim minieren eine von brettern gemachte oder aus einem baumstück ausgehöhlte rinne, in welche die leinene zündwurst gelegt und mit einem brette bedeckt wird. durch diese rinne wird das feuer zur minenkammer geleitet. Jacobsson 3, 424ᵃ. bei tischlern eine vertiefung in einem brett oder dgl., welche dazu bestimmt ist, dasz sich ein anderer körper darin hin und her schieben läszt oder auch um einen anderen darin zu befestigen. ebenda 7, 77ᵃ. auch ein theil der orgelpfeifen. ebenda.
3)
rinne, bildlich einen schmalen engen weg bezeichnend: Christus ... ist also kommen durch die enge rinnen dess todes, aufgestigen, zum haupt und fürsten worden. Reiszner Jerusalem 2, 13ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1019, Z. 6.

rünne, f.

rünne, f.
sturmwoge, belegt aus dem 15. jahrh. bei Lexer handwb. 3, 352.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1521, Z. 76.

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Zitationshilfe
„rünne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BCnne>, abgerufen am 16.05.2021.

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