Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rübe, f.

rübe, f.
rapa.
I.
Herkunft und form. nhd. rübe entspricht mhd. rüebe, ahd. ruoba Graff 2, 353. die flexion ist im mhd. stark und schwach. nicht klar ist das verhältnis von ahd. ruoba zu lat. rāpa und weiter griech. ῥάπυς, slav. repa, litt. rope (vgl. Fick⁴ 1, 530). als unmittelbares lehnwort kann ahd. ruoba seines stammvocals wegen nicht angesehen werden, als ein solches kennzeichnet sich vielmehr ahd. raba Graff 2, 353, mhd. rabe, rape, rappe, mnld. raepe Kilian, engl. rape, vgl. mlat. raba, franz. rabe, rave (s. oben sp. 7 und 114). wäre das wort schon vor der ersten lautverschiebung in das germanische gedrungen, so würde man ahd. ruova erwarten müssen. daher ist altn. rófa, welches den dicken knochigen theil des schwanzes bezeichnet, nicht ohne weiteres zu ahd. ruoba zu stellen, es scheint vielmehr im ablaut zu ahd. râfo, balken zu stehen. vielleicht ist die betonung in rápa, griech. ῥάπυς ausgeglichen. der umlaut in rübe ist unberechtigt, in Oberdeutschland hat die volkssprache die umlautlose form bewahrt, die auch bisweilen in die schriftsprache eindringt (s. unter den belegen z. b. Schiller und Rückert). vgl. Frisch 129ᶜ. Höfer 3, 47. Lexer 210. mnd. rove Schiller - Lübben 3, 516ᵃ, röve brem. wb. 3, 535. Schütze 3, 310, roiwe Schambach 174ᵇ, röfe, röve ten Doornkaat Koolman 3, 48ᵇ, mnld. roef, roeve, rof Kilian. in Frankfurt a. M. sprach man im 16. jahrh. reube: reuben, antwort die wirtin, meinet ruben, denn auch noch zuͦ Franckfurt die Wederawer sprach, die allweg an statt eines vocals einen diphthongum macht und mit der juden lispen zuͦsamen stöszet. Kirchhof wendunm. 1, 205 Österley.
II.
Bedeutung und gebrauch.
1)
namen und arten der rübe. rübe ist die allgemeine bezeichnung für die bekannten kulturpflanzen mit fleischiger, runder, spitzzulaufender wurzel, besonders für diese wurzel selbst: rapa haiʒt ruob. diu ruob und auch ir kraut sint an der art kalt und fäuht. Megenberg 419, 6; und ist wol zu verwundern, dasz ausz einem so kleinen körnlein und in so kurtzer zeit, so eine grosze rübe wachsen soll. Tabernaemont. kräuterb. 790 (1664). im heutigen gebrauch bezeichnen wir mit rübe oft schlechthin die zuckerrübe, besonders in gewissen zusammensetzungen wie rübenbau, rübenboden u. ähnl. nähere bestimmung durch adjectiva, zusammensetzung, angabe der herkunft: der rüben seind zweyerley geschlecht, zam und wild. der zamen rüben seind auch zweyerley geschlecht, weisz und rot. Fuchs kräuterb. (1643) R 3ᵇ; die wilden wachsen an den reinen der felder, und under dem getraid. Tabernaem. kräuterb. 790; die wilde rüben seyn den zamen fast gleich, allein dasz die blätter rawer und gerümpter seyn, bringen jhren samen in hülszlein, auszwendig schwartz, jnwendig aber weisz. 790; zuletzt ist da die wilde rübe mit dem wurme, der sie sticht in der morgenröte. Luther 3, 223ᵃ (bezug nehmend auf Jona 4, 6 ff.: gott der herr aber verschafft einen kürbis, der wuchs über Jona); rund rüben, stoppelrüben, scheibel-, scheiben-rüben, lange rüben. Tabernaemont. kräuterb. 790; alle wurtzeln, die oben auff, oder wie man redt, am haupt, auszschlagen: als knobloch, ruben, rättich, steckruben. Sebiz feldb. 48; gelbe rübe, rote rübe, steckrübe, stickelrübe. Stieler 1609; dazu kleine rüben, weisze rüben, wasserrüben, scheibe-, stoppel-, halm-, schab-, pfetter-, wald-, zitter-, zaunrübe. Frisch 2, 129ᶜ; kohlrübe, mohrrübe, futterrübe, runkelrübe, neu ist naturgemäsz zuckerrübe; die rüben werden in weisze, rothe, gelbe oder möhren, und steckrüben eingetheilt. frauenzimmerlex. 2949. weitere arten bei Schm. 2, 11. Lexer 210 und Pritzel-Jessen: gelb und weisz ruͦben, rettlich, zwibel und kraut würd man genug finden umbs gelt zuͦ Straszburg bey den fischbäncken, zuͦ Bamberg in der käszlers gassen und auff dem krautmarckt. Fischart groszm. 24 neudruck; nimb weisz rüben, reibs oder schneids klein. Seuter rossartzney 110; nimb gelb rüben fünff untz. 66 (1599); so sihet man zwey reyhen zähne in ihrem maul stehen, so schön zeil-weis und zuckerähnlich, als wann sie aus einem stück von einer weiszen rübe geschnitzelt wären worden. Simpl. 1, 144, 4 Kurz. mit bezeichnung der herkunft: sehr berühmt waren die bayrischen rüben, s. Schm. 2, 11; bey peen und straff, dreyer bohnen, siben eycheln und neun beyerische ruben. Lindener Katzipori 277 (s. 152 Lichtenstein); schwäbische rüben, s. Schm. a. a. o. französische rüben: in Frankreich werden vollauff ruben sein im Limosin. Fischart groszm. (1623) 130. Wiener rüben heiszen die kartoffeln bei den Zillerthalern. Schm. a. a. o. Schöpf 566. im kärnt. nennt das volk die kartoffeln earderuobn. Lexer 210. berühmt sind die speiserüben von Teltow: Marksche, Teltauer, Butfeldsche röve. Schütze 3, 311.
2)
der anbau der rübe ist sehr alt in Deutschand (vgl. Weinhold deutsche frauen² 2, 75). rüben bauen:
hirse und ruoben
pouwet er genuogen.
genesis 23, 16 Diemer;
ihr pawren samlet grosze schätz
ausz habern, koren, ruben und kraut,
ausz gersten, flachs und was jr baut.
H. Sachs fastn. sp. 1, 118, 117 neudruck.
rüben und kraut machen im wesentlichen das gemüse aus und werden so oft zusammen genannt: zu kraut und ruben sehen, obs abzuraumen und zu säubern. Hohberg 1, 133ᵃ (s. oben theil 5, 2109). rüben graben, sie ausgraben, eine schwere und niedrige arbeit:
diu næhste rüebe in mînem garten grüebe,
diu tanze ûf mîner slâ.
Neidhart 43, 23;
Gotelint, got müeʒe dich bewarn! (einen bauer zu heiraten) ...
bî dem muost dû niuwen
dehsen swingen bliuwen
und dar zuo die ruoben graben.
meier Helmbrecht 1361;
den einen sach ich zacker gân
und den andern rüeben graben.
Seifried Helbling 1, 646.
sprichwörtlich eid schwören ist leichter denn rüben graben:
mein lieber man, das ist nicht gnung (dasz du schwörst),
eid schwern ist leichtr, denn ruben grabn.
H. Sachs fastn. sp. 3, 138, 71 neudruck;
weil die alten gesaget haben,
senftr sey aidschwern den rüeben graben.
5, 102, 106;
so schwör ich einen falschen eyd
und thu desz wenig scheuen habn.
es ist leichter, als ruben grabn.
Ayrer 2978, 2 Keller;
es ist bös ruͦben graben
mit kappenzipfeln, als man sait.
Hätzlerin 2, 22, 242
(zu jeder verrichtung gehört das nöthige werkzeug); mit der nase rüben graben, auf die nase gefallen sein. Stieler 1609. rüben jäten:
do wolt mein frau die ruben geten.
fastn. sp. 609, 20.
rüben schaben, sie zum kochen oder sonstiger bereitung durch abschaben zurecht machen: seine frau sasz vor der thüre und schabte gelbe rüben. Hebel 2, 46. rüben, rübchen schaben als geste (s. oben rübchen). rüben vom acker stehlen: wer nur eine rübe vom acker stiehlt, dasz ichs erfahre, läszt seinen kopf hier, so wahr ich Moor heisze. Schiller räuber 4, 5 schauspiel.
3)
rübe als speise und arznei für menschen und vieh. gesottenen rüben werden besondere wirkungen zugeschrieben: (sie) plæent gar vast, man fürköm eʒ denn an dem kochen, und darumb schol man daʒ êrst waʒʒer hin gieʒen, dar inn man si seudet. die gesoten ruoben waichent den leip und machent ingeng. Megenberg 419, 7; sie machen ein begird zur unkeuschheit, sie verursachen grobes geblüt, wan man derselben stätigs esse, verstopfen die leber, die jungen schöszlein der rüben, gesotten und gessen, treiben den harn. Tabernaemont. kräuterb. 791 (1664). besonders heilkräftig sind rübenbrühe, rübensaft, rübsaame (s. diese). rüben mit salz und essig, geschabt oder in scheiben geschnitten, als appetitreizende speise: rüben mit essig und saltz genützet, machen lust und begird zu essen. Tabernaem. a. a. o. 792; dem kunig Laslo wurden (am tage vor seinem tode) gesendt baierische rueblen, die man steckruben heist und sind vast süsze und lieblich zu essen mit saltz. der kunig asze geitziglich die ruben und dranck darauff bier. handschr. bei Schm. 2, 11. weisze rüben mit butter eine delicatesse: desz abents gab inen under andern trachten der wirt gedörrete und klein geschnittene weisze ruben, mit buttern abbereitet, welche, dieweil sie süsz am geschmack waren, der Brabender nit der letzt seyn wolt und mit groszen bissen sie anfasset. Kirchhof wendunm. 1, 205 Österley. rüben mit fleisch: ruben mit schepsenfleisch ist eine gute kost. Stieler 1610; sie kocht weisze rüben und ein lammsbraten. Göthe 8, 26. nd. snittröven zu snepeln (kleinen fischen) und hammelfleisch: spek un röv. swattsuur mit klütjen un röven. Schütze 3, 310. 311. pelzige rüben mit schwammigem, mattem, fadem fleisch: belzichte rube, spongiosa, fatua Stieler 1609. welke rüben: aus den gedörrten rüben, so man in Sachsen welckrüben nennet. Tabernaemont. a. a. o. 792. rüben vertraten in vergangenen zeiten vielfach die kartoffel, sie sind derbe hausmannskost, charakteristisch für den tisch des landmannes, des armen: (der köhler) decket seinen tisch, legt sehr schwartz brot auff (wie der gemein bawersmann pflegt zu eszen in Franckreich), trug einen napff voll weiszer gekochter rüben auff, welche der künig, sehr hungerig, mit groszem lust im wolschmecken liesz. Kirchhof wendunm. 2, 39 Österley. überschrift: könig Ludwig der eilfft des namens in Franckreich iszet rüben; die armen .. müssen mit ein paar krauthaupten und etlichen möhren oder rüben vorlieb nehmen. Weise erzn. 183 neudruck; da friszt der kahle hund welcke rüben, und hertzt die frau, damit tritt er an die hauszthüre, und stochert in den zähnen, so dencken alle bauren, die vorübergehen, er hat fleisch gessen. 195;
(der wirt spricht:)
'ich teile iu mite swaʒ ich hân,
mîn einvaltigeʒ armuot,
vil lieber gast, daʒ nemt vür guot'
der wirt eʒ im güetlîch erbôt:
er gap im bier unde brôt,
vleisch, ruoben unde salz,
er gap im eier unde smalz
und vrischer buttern gnuoc dâ mite.
schretel und wasserbär 155;
denn wenn der apt vertuot ain huob,
so hand die münch kain ruob.
teufels netz 4663;
(die pewrin spricht:)
mein Gred, spin fluchs und losz dir schlaunen,
fül dein spindel, denn wöl wir launen
und gute milch und semel essen,
der ruben höllern (hohl schaben) nit vergessen.
H. Sachs fastn. sp. 1, 126, 54 neudruck;
(Gretta, die pewrin spricht:)
du ast nechtn in der rockenstuͤeben
gar zu fiel der gefrornen ruͤeben.
7, 73, 10;
doch, wer muränen haben kann,
und nur nicht haben will, nimmt rüben,
wie Curius, mit wohlschmack an.
Göckingk 1, 42;
weil er den braten
der wittwe friszt,
ja selbst die rüben
der waise raubt.
2, 95.
kraut und rüben gemischt, derbe, einfache, auch als ärmlich geltende speise (vgl. oben th. 5, 2109), dazu noch folgende belege:
dir aber musz dein faule haut
mästen mit grüne rüben und kraut.
Opel-Cohn 430, 40;
's ist ein amtmannsbube
droben aus dem Haszbergsland,
der bei kraut und rube
nicht gelernt hat stadtverstand.
Rückert 2, 225.
kraut und rüben zur bezeichnung eines unordentlichen durcheinanders (s. unter 4). rüben als arzneimittel in äuszerlichem gebrauch: ausz den gedörrten rüben, so man in Sachsen welckrüben nennet, ein wasser gesotten, und ein wenig zuckercandi darinn zerlassen, ist gut den bösen hälsen, darmit gegurgelt. Tabernaemont. 792. pflaster aus zerstoszenen gesottenen rüben für podagrische und erfrorne füsz. ebenda. rüben zu rossarznei verwandt (magere pferdt feyst zu machen): im herbst genommen rueben, die klein gehackt, und under dem futter geben, aber nit länger als bisz der tag wieder anfangt zu wachsen, sonst werden sie (die pferde) ritzig. Seuter rossartzney (1599) 115.
4)
formelhafte wendungen, redensarten u. ähnl. rüben müssen vor dem Laurentiustag gesät werden, wenn die ernte gut werden soll: westf. we wil raiben iäten, mot Lawrenzjus nich vergiäten. Wander 3, 1748. aus Solothurn: säjet me d' rüebe vor Lorenzetag, so git's rüeb, säjet me se-n-aber dernoh, so git's rüebeli. ebenda. nach weihnachten schmecken die rüben nicht mehr:
wenn es heiszt ein kind geboren,
haben die rüben den geschmack verloren.
Simrock sprichw. 463;
hilge drei könige hâchgebôren,
sau hebbet de roiwen den smack verlôren.
Schambach 174ᵇ.
oder priamelhaft:
wurteln un röven agter fastelavend,
un ene deern agter dartig jaren,
de hebt beide den smak verlaren.
brem. wb. 3, 535.
jedem stand gebührt das seine: dem buren hört röven, dem ossen hört stro. brem. wb. a. a. o.; räuwe un talg, dat hört'n bûer in'n balg. Wander 3, 1748. man soll sich genügen lassen:
an im ist erfuͤelt an dem ort
das alte warhaftig sprichwort,
das sagt: wer nit muͤeg ruͤeben essen,
der muͤes zu leczt den grebel fressen.
H. Sachs fastn. sp. 5, 97, 359 neudruck.
man sagt: röfen, willen de nërs nêt töfen. ten Doonkaat Koolman 3, 48ᵇ (sie schlagen durch); ruben helffen stomagum, wissen zu förderen wintum, förderen urinam. Fischart Garg. 161ᵇ. zwei rüben darf man vom acker stehlen: ein rüeb ist kein rüeb; zwei rüeben ist erst ein rüeb; drei rüeben sind a rüebendieb. Wander 3, 1747. anders räth das nld. sprichwort: eerst eene raap, en dan een schaap; daarnae eene koe, dan de galg toe. a. a. o. rübe zur bezeichnung von etwas wertlosem (vgl. Frommanns zeitschr. 5, 422, 25); so im mhd. zur verstärkung der negation:
man treut im niht ain ruben.
Beheim buch von den Wienern 277, 30.
an wertloses soll man keine mühe verschwenden: 't is wol bewennd an de röfen, dat de stengel fergüldt word. ten Doornkaat Koolman 3, 48ᵇ. rüben birnen sein lassen, etwas wertloses für wertvoll erklären, ein auge zudrücken, auch milder, eins fürs andere ausgeben: dann bey disen herrn gilt der hofmännisch reymen, ich lasz ruben bieren sein. Fischart Garg. 63ᵃ; auf die rüben kommen, wie auf den hund kommen. Pfister 238; hê kumd d'r mit in de röfen, er kommt damit in die patsche, t' geid all' in de röfen, es geht alles zum teufel, hê is in de röfen gân, er ist verloren gegangen, hat bankrott gemacht, ist gestorben. ten Doornkaat Koolman a. a. o. jemand einer rübe verglichen: was mag aber die ursach sein, das jhr also wachszen wie ein nusz in der kisten, oder wie ein rub in die ründe (dasz ihr nicht dick und stark werdet). Fischart Garg. 41ᵃ; machte sein herz zur welcken rübe (machte ihn weichherzig). Felsenb. 2, 135;
mein hertz sieht ausz wie eine welcke rübe (vor liebe),
da die mäuse den zippel abgebissen haben.
Weise erzn. 170 neudruck.
wienerisch: er ist dumm wiar a ruab'n; du bist a rechti sauri ruab'n (ein fader, nichtsnutziger mensch). Hügel 130. betrunken wie eine rübe, auch nur er ist wieder rübe. von schmutzigen leuten sagt man: so schmutzig, dasz ma' kraut und ruab'n d'rauf anbau'n kunnt. Hügel a. a. o. man musz die mittel einsetzen, wenn man den zweck erreichen will:
noch ligt hofnung nicht nider,
wagt den sack an die ruben.
H. Sachs meisterl. 117, 37 Gödeke.
wo dagegen alle mittel umsonst sind, heiszt es: hier sind rüben und sack verloren:
alsus gât eʒ noch hiute.
swâ wesent tumbe liute
dâ sint rüeben und sac verlorn.
Reinhart Fuchs s. 392 Grimm.
wissen, was die rüben gelten, für 'wol bescheid wissen':
es londt sich vil rats gnossen schelten
und wissent nit, was die ruͦben gelten
(überschrift: raten, was die ruͦben gelten).
Murner schelmenz. 59, 2 neudruck.
einem die rüben versengen, zum hohn über drohungen, die man nicht fürchtet: wir bitten aber, das er uns gnedig hie sey, und versenge uns die ruben nicht. Luther 3, 69ᵃ; zornig seid jr, aber lieber beiszt mich nicht, versengt uns die rüben nicht, ich füle euch wol, aber ich fürcht mich nicht für euch. 178ᵃ; so höre ich, dasz der herr mir auch die ruben verbrennen, und den zu Wolffenbüttel getruckten calender wiederlegen wolle. Schuppius 604;
ist Wolfenbeutel hart bedrengt?
haben sie schier die rüben umbher versengt.
Schade sat. u. pasqu. 1, 58, 142.
kraut und rüben, ein ungeordnetes durcheinander zu bezeichnen, hergenommen von dem mischgerichte kraut und rüben (s. oben unter 3). über die redensart selbst s. theil 5, 2109. vgl. noch: er würde alles wie kraut und rüben unter einander gemenget finden. Weise erzn. 107 neudr.; so aber stunden die bärenhäuter da, hatten die fäuste alle im schübesack gestackt, und lieszen der tebel hohlmer immer wie auf kraut und rieben in sich hinein hauen und regten sich nicht einmahl. Schelmuffsky 77 neudruck;
und rosz und reiter lagen da,
wie kraut und rüben.
Hölty 39 Halm.
5)
nach ähnlichkeit mit einer rübe.
a)
rübe als bezeichnung des pferdeschwanzes, namentlich des dicken, fleischigen theils an demselben (vgl. in dieser bedeutung altn. rófa): wann das rosz mit den hindern füeszen an den bauch schlegt ... krümpt die rüeben und wädlet darmit. Seuter rossartzn. 178; reudig und schäbig auff der rüeben. so etwan ein rosz an der rüeben gestoszen oder geschlagen were worden, so nimb bronnenkresz ... 249.
b)
name einiger schneckenarten, der bulla rapa und des murex canalicatus. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1331, Z. 42.

rüpen, verb.

rüpen, verb.
den pferdeschwanz stutzen, mundartlich. Stalder 2, 293.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1529, Z. 44.

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Zitationshilfe
„rüpen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BCpen>, abgerufen am 16.05.2021.

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