Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

rippeln, verb.

rippeln, verb.
movere, neueren ursprungs, zu rappeln und rappen stehend wie riffeln zu raffen, knicken zu knacken, kliffen zu klaffen, ripsen zu rapsen u. s. w., vgl. rippel rappel (Frommanns zeitschrift 6, 188), ripp'lrapp'ldörr (ebenda 2, 192). auch rüppeln (Schummel spitzbart, s. unten) und ruppeln Regel 254. nach Adelungs vorgang nimmt man verwandtschaft an mit nd. reppen bewegen, rühren brem. wb. 3, 435, altnord. hreppa erlangen, ags. hrepian, hreppan berühren, behandeln, altfries. reppa, nordfries. rippe, neufries. reppen bewegen, rühren, mnd. reppen capere, rapere, movere, festinare Kilian. es steht vorzugsweise reflexiv, in der bedeutung 'sich regen, sich gelinde bewegen': und rippelte mich und schüttelte mich, dasz der ganze heuschober übern haufen fiel. Chr. F. Weisze jagd (kom. op. 3, 44); er rippelt sich nicht, rührt sich nicht, ist still und steif. Weinhold 76ᵃ. formelhaft verbunden rippeln und rühren: der mensch sasz fest im sattel und rührte und rippelte sich nicht. Tieck 5, 539; hessisch esz rippelt unn rüert sich nigs. Pfister 234; vgl.man kann sik nig reppen nog roͤgen brem. wb. 3, 435. ten Doornkaat-Koolman 3, 31ᵇ. sich nicht rippeln dürfen oder können: er darf sich nicht rippeln, nicht rühren, regen Adelung; einer hat den andern am boden liegen, so dasz dieser sich nicht rippeln kann. Vilmar 327;
(sie sind) gefangen alle, herr, im lindenwäldchen,
das eure zelle schirmt: sie können sich
nicht rippeln, bis ihr sie erlöst.
Shakesp. sturm 5, 1.
häufig wie 'sich mucksen', der bedeutung 'sich sträuben, widerspänstig sein' nahekommend: wobey er sich nicht rippeln, vielweniger sich wehren durfte. Melissus galante Salinde 178; ungezogener bube, sagte er zu ihm, du bleibst hier im arrest, und wenn du dich unterstehst und rüppelst dich — Israelchen kehrte sich daran nicht, sondern erhob ein mörderliches zetergeschrey. Schummel spitzbart 245; so vielfach mundartlich. Schm. 2, 9ᵃ. Vilmar 327. Albrecht 193. Bernd 237. Schambach 173. Kehrein 330. auch mit leichtem bedeutungsübergang, sich beeilen, sich sputen, besonders nd. Vilmar 327; im lippischen diu most dy rippeln, wenn diu dat stück gorn nau' (noch) vull spinnen, den end kartuffeln nau' upgraben wut (willst). Frommanns zeitschrift 6, 367.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1032, Z. 24.

rippeln, verb.

rippeln, verb.
terere, fricare. iterativbildung von reiben, nd. wribbeln brem. wb. 5, 298; riwweln Schambach 174. auch im hd. nicht selten mit media Campe; mundartlich weit verbreitet: schweiz. Tobler 362ᵃ; in Tirol, Östreich Schöpf 557. Höfer 3, 36; in Schwaben Schmid 431; in Hessen und Waldeck Vilmar 327. Curtze 494ᵇ, hess. auch riwweln Vilmar 327. Kehrein 328 und riebeln a. a. o., lusernisch rîbeln Zingerle 47. in der Iglauer mundart rîp'ln Frommanns zeitschr. 5, 459. 461. in manchen dialekten ist das wort jedoch formell mit den vorigen zusammengefallen.
die nacht verhartt ich gantz by ir,
sy schmuckt mich zu ir schone,
ain rippeln, kratzen das ward mir
von der lieben ze lone.
Cl. Hätzlerin 1, 37, 19;
wenn einer bey ehrlichen leuten sitzt und krieget einen stich oder bisz von ihnen, so sitzt er und rippelt sich und zeucht ihnen das fleisch aus den zeenen, das andere leute dencken, er sey voller leuse. Coler. öcon. 3, 173. Spiesz 196. Lexer kärnt. wb. 209. Hintener 181; neben ribeln, rîbeln Zingerle 47; sich die augen ausrippeln, neben ribbeln, ribeln Schöpf 557. — aus verbindungen wie abribeln mit dar pürst Zingerle 47, sich die hände, das gesicht ribbeln, die wäsche mit seife ribbeln Höfer 3, 36 erklärt sich der übergang zu der bedeutung 'reinigen, waschen, scheuern'. Campe. Schmid 431. Stalder 2, 272.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1032, Z. 62.

rippeln, verb.

rippeln, verb.
objurgare, wol ursprünglich wie riffeln den flachs durch die riffel ziehen (vgl. oben sp. 956): und bey allem seinem fleisz war stettigs ein hauffen münch rund umb jhn, deren einer in da, der dort ripletend, wann er nit weidlich und jhrs gefallens arbeitet. Wirsung Ochini apol. 5, 80. Spiesz 196. Hügel 128ᵇ; abribben, abriflen derbe verweise geben, unarten einem durch strenge zucht abgewöhnen. Schmid 431; auch rippler der verweis: an rippler gèbn Lexer kärnt. wb. 209.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1033, Z. 7.

rüppeln, verb.

rüppeln, verb.
dialektisch, besonders niederd. für rippeln regen, bewegen (sp. 1032) Danneil 177ᵃ. Woeste 221ᵃ. so auch ruppel anrühren Regel 254. ohne das ableitende l: sich rüppen, eine sache rasch beenden. Frischbier 2, 238ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1533, Z. 51.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
rückisch
Zitationshilfe
„rüppeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BCppeln>, abgerufen am 15.05.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)