Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rips, m.

rips, m.,
auch ribs oder rebs, name für verschiedene gerippte zeuge Schedel waarenlex. (1835) 2, 275ᵃ. erst in diesem jahrh. aus dem engl. plur. ribs übernommen, der, wie sein sing. rib, in gleicher bedeutung steht: baumwollener, halbleinener, wollener, seidener rips.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1037, Z. 67.

rips, m.

rips, m.
brassica napus oleifera in Siebenbürgen Pritzel-Jessen 61.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1037, Z. 72.

rips, interj.

rips, interj.
mit den nebenformen rip, ripsch, ablautend zu rap, raps, rapsch.
1)
alleinstehend als rips oder ripsch mit der bedeutung 'fort, dahin'. vgl. thüring. rups wegreiszen, fortschleudern Regel 254; engl. to rip. in Westfalen dat gaiht rips. Köppen 49. Woeste 215ᵇ; et es rips (ripsk, ripsch) a. a. o.; auch hê es rips, er ist dahin, todt a. a. o. über die gesuchte erklärung aus Requiescat In Pace Sancta vgl. Andresen volksetymol. 15 anm. 2.
2)
in dem ablautsspiel rips raps. die belege reichen bis in den anfang des 16. jahrh. zurück. zu dem oben sp. 121 ausgeführten mag hier noch folgendes nachgetragen werden:
a)
als nebenformen begegegnen rip rap, rüps raps, rippes rappes, ripsch rapsch;
die krei. sie heiszen mich die diebisch krei!
ihr groszen herrn kommt auch herbei;
rip rap alles in mein aassack,
der best im korb den andern zwack!
Opel u. Cohn 436, 64;
muste er alsdann rüps raps was da kame auffraffen. Kirchhof milit. discipl. 9; rippes rappes, rapere id quod quilibet potest voc. von 1663 bei Schöpf 557; alles regiment was in der statt Hierusalem undergegangen. yedermann ripsch, rapsch on rechtmessige underscheidung eingenummen. S. Frank chron. 36ᵇ. auch rips und raps: wo man nicht anders hat, dann das man rips und raps auff- und annemen muss. Fronsperger kriegsbuch 1, 168ᵃ;
rips und raps all krümmen schlichten.
Murner narrenbeschw. 21, 30.
b)
als interj. und adv., zunächst zur bezeichnung einer groszen schnelligkeit: es sind etlich, so sie ein blat oder zwey gelesen, oder eine predigt gehöret rips raps, ausher wisschen. Luther 2, 69ᵃ; rips-raps war d' uhr weg. Hügel 129ᵃ;
dies sehn und rips raps war ich auch
in meiner rüstung.
Blumauer 2, 29;
wie die wilde kälzin und ihre kätzchen
sprangen mit zierlichen sprüngen und sätzchen
zum nestchen und riszen ripps, rapps,
die küchlein und ihr mütterlein treu,
gripps, grapps in viele, viele restchen,
und federwinzige fetzen entzwei.
Brentano 82.
oft den begriff unordentlicher flüchtigkeit in sich tragend: und zwar eckelt mir seer daneben, das sie so sicher und fein rips raps kundten messe halten, als trieben sie ein gauckelspiel. Luther 6, 88ᵃ; aber nu lerne ich, das es genug sey, viel schrifft ripps rapps zusamen werffen, es reime sich oder nicht. 1, 269ᵇ; die keine ehe nicht halten, und durch einander leben wie das viehe, rips, raps. tischr. 306ᵇ; sie (die flüchtigen nachdrucker) machens hin rips raps, es gilt gelt. warnung vor nachdruck, bibelübers. von 1545; wie wir euer ding nicht so überhin rips raps gelesen haben. briefe 3, 123 de Wette. das sprichwörtliche rips raps in meinen sack dient zur bezeichnung des habgierigen zusammenraffens: daher geitzelt man wie man kan, rips raps in mein sack. S. Frank laster d. trunkenh. B 4ᵇ; ähnlich: die ganze welt ist besessen mit geiz, nur rips raps auf meinen haufen. Luther 5, 1607 Walch; weiter für diebisches ansichreiszen: haben mit ander leut schaden sich erneret und rips raps in meinen sack gespielet. Pape bettel- u. garteteufel (1586) H 7ᵇ; es geht rips, man reiszt sich darum, es geht schnell, reiszend ab. Spiesz 196, es geht drunter und drüber, dann auch mit der bedeutung 'es geht unehrlich zu': die rechnung vom vogt abzunehmen, welche also beschaffen, dasz sich niemand darein richten mochte, denn es war rips raps gegangen. Schweinichen 3, 44; Antigonus ward nach Alexandri M. tode stadthalter in Phrygia, als er sahe, dasz alles rips raps gienge, .. machte er sich zum könige von Asien. Wiedemann hist.-poet. gefangensch. febr. 74; sonst geht alles allenthalben rips raps! und man giebt und nimmt hier in allerschönster freiheit. Arndt nothgedr. bericht 1, 424; rips raps machen ebenfalls vorzugsweise einen raschen diebstahl malend. Schöpf 557; sîn ripsraps maken Schiller-Lübben 3, 487ᵃ.
c)
adjectivisch mit der bedeutung 'hastig, rasch':
nicht ein juncker, nicht ein bawr,
nicht zu ripszraps, und geschwinde,
nicht zu härtlich, nicht gelinde.
Homburg Clio 1 C 7ᵃ.
d)
substantivisch.
α)
neutr. in verschiedenen bedeutungen: 1. sîn ripsraps maken, s. oben b. 2. rip-raps nennen seeleute das stetige spielen und zusammenschlagen kleiner wellen Jacobsson 7, 78ᵃ. 3. rec. piperis longi manipulum unum, uncias duas pillularum cochiarum, ungekocht fledermeusz, rips raps, stubenrauch, hymelblow II .. misce simul et contere in mortario. de generibus ebr. bei Zarncke d. d. univ. 142, 28; supellectilia in suam cistam, in alia domo sitam, recondidit; vix ein alten schüsselkorb, hackmesserstiel, bonenstrow, spen, sprüwer, eschen, spindeln, spindelkorb, ripsz rapsz, kesselringk u. s. w. de fide conc. ebenda 96. bedeutung wol 'allerlei durcheinander', vgl. mnd. rup unde rap in gleicher bedeutung (Schiller-Lübben 3, 533ᵃ) und dän. ripsraps abfall, auswurf.
β)
masc. (zu einem schneider, der ein stück zeug unterschlagen hat:) 'er rips raps, meine sache will ich haben, du spitzbube.' J. Paul Siebenkäs 3, 25. ähnlich: doch scherz bei seite, ihr gesindel könt froh seyn, dasz ihr keinen fremden ripsraps zum vormunde erhalten habet. Bürger br. 2, 271 Strodtmann. vgl. mnd. ripsrapper einer, der etwas rips-raps, rasch wegreiszt Schiller-Lübben 3, 486ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1037, Z. 74.

rupsen, verb.

rupsen, verb.
rasch ergreifen, raffen. eine weiterbildung zu rupfen, vielleicht mit lautmalendem character (vgl. rapschen). nur in der volkssprache. 1) rupfen Weinhold 78ᵇ. 2) reiszen, wegreiszen, von jeder energischen bewegung. Regel 254. 3) mausen Kleemann 18ᵃ. 4) reflexiv, sich beeilen, sich sputen, sich tummeln Spiesz 200.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1534, Z. 77.

rüpsen, verb.

rüpsen, verb.
aufstoszen, rülpsen, ructare, mhd. rofzen, rüfzen, rubzen, ahd. ruffazen, roffizin Graff 2, 500. das wort ist vielleicht ursprünglich eine schallnachahmende bildung, wie rülzen, rülpsen in gleicher bedeutung. jedoch ist die wurzel bereits vorgermanisch, aus ihr stammen gr. ἐρεύγω, ἐρυγγάνω, lat. erugere, ructare, lit. raugmì, rúgiu, altslav. rygaja̜, alle in derselben bedeutung. Fick 1⁴, 525. im germanischen zeigt sie altn. ropa, dazu ropi, m., in unerweiterter form. über die ableitung des deutschen wortes vgl. Grimm gr. 2, 217 f. es ist wol eins mit ags. rocetan, roccetan, das eine andere entwicklung des vorgermanischen gutturals zeigt. die formen des deutschen wortes weichen auszerordentlich stark von einander ab: eructare ... roppen, rupczen, roepsen .. uff rubczen, up rofen mit dem munde, reubzen vel raffatzen Dief. gloss. 209ᵇ; ructare .. reupsen, reupzen, reubtzen, reubtsen, ropczen, roubsen ... ruppin, rueffen, raffatzen. 502ᵇ; rupsen, raubczen ... roͤifczen nov. gloss. 321ᵇ. im nhd. sind die herrschenden formen röpsen, rüpsen, daneben rupsen, rupzen, vgl. auch reupschen sp. 846. ebenso niederl. rupsen Kilian, mundartlich räpsen Schm. 1, 132, röpzen Schröer 197ᵃ: sie roupsen, kotzen und ander gestank, der von inen gat. Keisersberg narrensch. (Straszb. 1520) 49ᵇ; dasz Pomponius nie gerupst oder aufgekopt hat. Heyden Plin. (Frankf. 1584) 33; dieses (galganpulver) dienet für die groben bläst, stillet das starcke röpsen oder aufstossen, fürdert die däuwung. Tabernaemontanus 1307 D. bildlich: geschicht aber vielmahl mehr und ehe danns gut ist, dasz sie kaum die händt ausz den haaren gelassen (friede gemacht), röpset ihnen der krieg widerumb auf. Kirchhof milit. discipl. 206.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. VIII (1893), Sp. 1535, Z. 5.

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Zitationshilfe
„rüpsen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BCpsen>, abgerufen am 03.08.2021.

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