Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rust, m.

rust, m.
aerugo, rubigo, s.rost, m.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1543, Z. 25.

rust

rust,
ulmus, s.rüster.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1543, Z. 26.

rust, f.

rust, f.
quies, s.rüste.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1543, Z. 27.

rust, rüst, m.

rust, rüst, m.
das werkzeug, gerät: rüst des schusters, schmiedes, dengelrüst, hausrüst, kuchelrüst. Schm. 2. 163. gerätschaft, was zur ausrüstung gehört: vier beth mit ihrem rust. quelle bei Schmid 443; er verendert sein canzlei und was demselbigen anhangt, und zoge mit solchem rust in Paule Myers stüble. Zimm. chron. 2, 317, 5; also lag die wissen vorm schlosz mit bettern, leinlachen, tischtuecher und anderer leinwat an vil orten ubersprait. herr Johanns Wernher wolt bei seinem brueder zu Wildenstain zu morgen essen; wie er aber den rust vorm schlosz erfuere ... 544, 16; das sich mehr ab jhrem rüst dann ob den oberzehlten zu verwundern ist. Fronsperger kriegsb. 1, 166ᵇ;
wie vil hast du erweckt ausz süssem schlaf der lüst,
des müssiggangs, der eytelkeit und böser rüst
des teufels.
C. L. bei Weckherlin 650.
besonders in oberd. mundarten im sinne von anzug, schmuck, putz, schöne kleidung (vgl.rüsten, ↗rüstig und gerüste) Hintner 199. Stalder 2, 294. Hunziker 214. es ist zweifelhaft, ob das wort nicht eine jüngere bildung zu rüsten ist, da sichere alte belege für das m. fehlen. ags. hyrst, ornatus, besonders der waffen, mit dem dasselbe zusammengestellt wird, ist fem. ein fem. ist auch mhd. bezeugt:
daʒ rîch in sulcher ruste
stêt gezîret und geprîset.
Kreuziger 3140.
zweifelhaft ist das geschlecht in der stelle des Hildebrandsliedes:
wela gisihu ih   in dînêm hrustim
dat dû habês hême   hêrron gôtan.
46.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1543, Z. 28.

rust, m.

rust, m.
für rist, die obere schultergegend am pferde bezeichnend (s. rist 2 sp. 1044): wann das pferd auff dem rucken und vornen auff dem rust schwer getragen hat. Seuter rossarznei (1599) 410.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1543, Z. 55.

rüste, f.

rüste, f.
quies. ein zunächst dem niederdeutschen angehöriges wort, dem hd. rast (s. dieses) entsprechend: mnd. ruste, roste Schiller-Lübben 3, 535ᵃ. Dief. 494ᵃ. 479ᵇ. nov. gl. 311ᵇ, mnld. ruste quies Kilian. verkürzt rust und rüst. rüst, quies. Schottel 1390. rust et rüst, die, id quod ruhe. Stieler 1636. rust brem. wb. 3, 561, unrust, unruhe 561, rüst oder rüste ten Doornkaat Koolman 3, 75ᵇ, rüst und röst Frischbier 2, 239ᵇ, nld. rust. vereinzelt auch oberd. rüst, f. ruhe, ordnung Schmid 443. auch schweiz. rust, f. weile, rüstli, weilchen ist doch hierher zu ziehen.
1)
das ausruhen nach anstrengung, ermüdung, besonders die nachtruhe bezeichnend, dann freier von ruhigen, friedlichen äuszeren oder inneren zuständen: he het sine rust nig. brem. wb. 3, 531; nld. laat mij met rust, laszt mich in ruhe; bring mich nicht aus der rüst, aus der ruhe, mach mich nicht unwillig. Schmid 443. sprichwörtlich: rüst (ruhe) mâkt rüst (rost). ten Doornkaat Koolman 3, 76ᵃ;
weiber sind des lebens lust,
weiber sind dem hertzen rust.
Rist Parnasz 469;
denn fried ist lauter freud und lust,
ergetzlichkeit, guht, ehr und rust.
himl. lied. 2, 88.
obscön:
so tuo ich meinem röszlin ain rust
und hauw dar mit vollem lust.
Keller altd. ged. 7, 13.
vgl. oben laubrüst theil 6 sp. 298. von der nachtruhe:
het waer wel tijt
dat ghi ghinct op u rust.
Reinaert 3912.
diese vorstellung liegt zu grunde der wendung die sonne geht zur rüste, zu rüste: int westen, dar de sunne gheyt tho ruͦsthe. quelle bei Schiller - Lübben 3, 535ᵃ; wenn die sonne auff oder zu rüst gehet. Mathesius Luther (1580) 156ᵃ;
musz doch zu rüste gehen,
so offt es abend wird, der schöne himmelsschildt.
Opitz 2, 283.
in der hochd. schriftsprache lebt das wort fast allein in der wendung zu rüste, zur rüste gehen; auch freier: wenn das jahrhundert zur rüste geht u. ähnl. mundartlich, zur rüste bringen, in übelem sinne: besacht, besacht! sprôk et schnîdake (zum bären), öck kann dî noch to röst bringe. Frischbier 2, 239ᵇ. vom ewigen schlafe: to der ewyger rusten komen. quelle bei Schiller - Lübben 3, 553ᵃ;
so gehst du schon so früh zu rüste,
du angenehmes sonnenkind (vom tode eines mädchens).
Günther 233.
ebenda zur bezeichnung einer wegstrecke, s. oben rast sp. 148.
2)
rust, rüste bezeichnet die kurzen bohlen an der auszenseite des schiffes, in welche die den mast haltenden taue fest gemacht sind. Frisch 2, 138ᶜ. ten Doornkaat Koolman 3, 76ᵃ.
3)
rüste, plur. rüsten ( Campe), dicke klötzchen, welche um den fusz des kohlenmeilers herumgelegt werden. Jacobsson 7, 126ᵃ. hier auch der plur. rüste (s. 3, 472ᵃ). vielleicht ist der sing. als rüst, m. oder n. anzusetzen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1543, Z. 69.

rüste, f.

rüste, f.
flachsbündel, für riste, s. oben reiste sp. 751.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1544, Z. 40.

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Zitationshilfe
„rüst“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BCst>, abgerufen am 16.05.2021.

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