Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rüste, f.

rüste, f.
quies. ein zunächst dem niederdeutschen angehöriges wort, dem hd. rast (s. dieses) entsprechend: mnd. ruste, roste Schiller-Lübben 3, 535ᵃ. Dief. 494ᵃ. 479ᵇ. nov. gl. 311ᵇ, mnld. ruste quies Kilian. verkürzt rust und rüst. rüst, quies. Schottel 1390. rust et rüst, die, id quod ruhe. Stieler 1636. rust brem. wb. 3, 561, unrust, unruhe 561, rüst oder rüste ten Doornkaat Koolman 3, 75ᵇ, rüst und röst Frischbier 2, 239ᵇ, nld. rust. vereinzelt auch oberd. rüst, f. ruhe, ordnung Schmid 443. auch schweiz. rust, f. weile, rüstli, weilchen ist doch hierher zu ziehen.
1)
das ausruhen nach anstrengung, ermüdung, besonders die nachtruhe bezeichnend, dann freier von ruhigen, friedlichen äuszeren oder inneren zuständen: he het sine rust nig. brem. wb. 3, 531; nld. laat mij met rust, laszt mich in ruhe; bring mich nicht aus der rüst, aus der ruhe, mach mich nicht unwillig. Schmid 443. sprichwörtlich: rüst (ruhe) mâkt rüst (rost). ten Doornkaat Koolman 3, 76ᵃ;
weiber sind des lebens lust,
weiber sind dem hertzen rust.
Rist Parnasz 469;
denn fried ist lauter freud und lust,
ergetzlichkeit, guht, ehr und rust.
himl. lied. 2, 88.
obscön:
so tuo ich meinem röszlin ain rust
und hauw dar mit vollem lust.
Keller altd. ged. 7, 13.
vgl. oben laubrüst theil 6 sp. 298. von der nachtruhe:
het waer wel tijt
dat ghi ghinct op u rust.
Reinaert 3912.
diese vorstellung liegt zu grunde der wendung die sonne geht zur rüste, zu rüste: int westen, dar de sunne gheyt tho ruͦsthe. quelle bei Schiller - Lübben 3, 535ᵃ; wenn die sonne auff oder zu rüst gehet. Mathesius Luther (1580) 156ᵃ;
musz doch zu rüste gehen,
so offt es abend wird, der schöne himmelsschildt.
Opitz 2, 283.
in der hochd. schriftsprache lebt das wort fast allein in der wendung zu rüste, zur rüste gehen; auch freier: wenn das jahrhundert zur rüste geht u. ähnl. mundartlich, zur rüste bringen, in übelem sinne: besacht, besacht! sprôk et schnîdake (zum bären), öck kann dî noch to röst bringe. Frischbier 2, 239ᵇ. vom ewigen schlafe: to der ewyger rusten komen. quelle bei Schiller - Lübben 3, 553ᵃ;
so gehst du schon so früh zu rüste,
du angenehmes sonnenkind (vom tode eines mädchens).
Günther 233.
ebenda zur bezeichnung einer wegstrecke, s. oben rast sp. 148.
2)
rust, rüste bezeichnet die kurzen bohlen an der auszenseite des schiffes, in welche die den mast haltenden taue fest gemacht sind. Frisch 2, 138ᶜ. ten Doornkaat Koolman 3, 76ᵃ.
3)
rüste, plur. rüsten ( Campe), dicke klötzchen, welche um den fusz des kohlenmeilers herumgelegt werden. Jacobsson 7, 126ᵃ. hier auch der plur. rüste (s. 3, 472ᵃ). vielleicht ist der sing. als rüst, m. oder n. anzusetzen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1543, Z. 69.

rüste, f.

rüste, f.
flachsbündel, für riste, s. oben reiste sp. 751.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1544, Z. 40.

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Zitationshilfe
„rüste“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/r%C3%BCste>, abgerufen am 07.05.2021.

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