Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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rakete, rakette, f.

rakete, rakette, f.
schlagnetz beim ballspiel; ein namentlich im 16. jahrh. modisches hilfswerkzeug für den früher nur geworfenen ball, das man mit dem namen aus den romanischen ländern entlehnte, franz. raquette (auch als rachette, rasquette seit dem 14. jahrh. erscheinend, vergl. Littré 2, 1480ᵃ), ital. racchetta und lacchetta, span. raqueta, aus retichetta von rete Diez wb. der roman. spr. 1, 339; niederl. racket, reticulum, instrumentum cordis intentum sive maculis, quibus pila excipitur et expellitur. Kilian; niederd. ragget, darmit men den ballen schleit. Chyträus bei Schiller - Lübben 3, 414ᵇ; die raggeten, reticulum, instrument zum ballenspiel. Maaler 325ᵃ; als neutr. raket, reticulus, damit man den ball schleget. Schottel 1381; dim. raketlein, reticulum Frischlin nomencl. 474; Genua ist da, wo das unüberwindliche Rom wie ein federball in die rakete eines zärtlichen knaben Oktavius sprang. Schiller Fiesko 2, 5. vergl. raketen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1886), Bd. VIII (1893), Sp. 74, Z. 53.

rakete, f.

rakete, f.
feuerwerkskörper; vom vorigen ganz verschiedenes lehnwort aus dem ital. rocchetta, nach der form, weil der gegenstand mit dem dicken obern ende die form eines rockens darstellt, vergl. Diez wb. der rom. spr. 1, 355; franz. roquet und raquette. die früheste deutsche form ist rogete. Frisch 2, 81ᵃ (aus Fronsperger vom feuerwerk, 1557), bald aber rachete: die hoch oben ausz wollen, und wie gemeinlich geschihet, nirgends ankommen, vergliche er mit einem fewrwerk oder rachetlin, das hoch in die höhe fährt, und doch weder den himmel erreicht, noch wider auf die erd kompt, sondern in der luft zerknellt. Zinkgref apophth. 1, 305; rackete: als dann gehen im creisz etliche racketen ab, wird ein grosz gepolter. J. Ayrer 313ᶜ (1566, 19 Keller); racketen stiegen auf in der luft und kreuzten sich über dem see; und zerknallten in schönen kreisen sinkend. Heinse Ardingh. 1, 152; was der jetzigen schreibung rakete weicht: raketen rauschten auf. Göthe 17, 160; Serlo gab noch zum abschied ein feuerwerk, indem er mit dem munde .. den ton der raketen, schwärmer und feuerräder nachzuahmen wuszte. 19, 213; plötzlich krachen raketen. Arnim Hollins liebeleben 64 Minor;
wenn der mond sinkt,
flammen raketen empor im gehölz, und prasselnde schwärmer.
Voss Luise 3, 2, 211;
sah er aus einem kloster klar
die funken wie raketen ziehn.
A. v. Droste-Hülshoff ged 372;
uneigentlich:
die fröhlichkeit schleudert helle racketen,
aber es lächelt die häusliche freud in den armen der liebe
schön wie der abendstern am stillen thauenden himmel!
Stolberg 1, 432;
wie eine rakete auffahren, plötzlich und hastig. Frisch 2, 81ᵃ gibt das wort in der form racket als neutrum. bei den bergleuten ist rakete, wie das dimin. raketchen (sp. 74) eine art zünder, als hülse geformt. Veith bergwb. 372.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1886), Bd. VIII (1893), Sp. 74, Z. 69.

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Zitationshilfe
„rakete“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/rakete>, abgerufen am 05.12.2021.

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