rampe f
Fundstelle: Lfg. 1 (1886), Bd. VIII (1893), Sp. 81, Z. 15
name des bärenlauchs, allium ursinum: rampe, rampen Nemnich 1, 191. rampen heiszt auch das knoblauchskraut, erysimum alliaria. 2, 1528. vgl. unten rams; in Düringen rampe der wilde weisze senf, brassica pollichii. Pritzel und Jessen 66.
rampe f
Fundstelle: Lfg. 1 (1886), Bd. VIII (1893), Sp. 80, Z. 68
aus dem franz. rampe in zwei hauptbedeutungen, erst seit dem vorigen jahrhundert übernommen.
1)
im festungsbau ein gelind abschüssiger weg, welcher längst der innern böschung eines walles zu aufschaffung der kanonen angebracht wird. Eggers kriegslex. 2 (1757), 548 noch in der franz. pluralform rampes, Adelung führt es schon als eingebürgert auf. später in erweitertem gebrauche, als schräge fläche, namentlich vor einem hausthor oder einer thür, zur auffahrt: die rampe hinauffahren; im hintergrunde ein schlosz, von welchem eine rampe herabführt ... der kurfürst, seine gemahlin ... und andere treten heimlich aus dem schlosz und schauen vom geländer der rampe auf ihn (den prinzen von Homburg) nieder. H. v. Kleist prinz von Homb. 1, 1; ich spazierte dort mutterseelallein in dem verschollenen Sanssouci, unter den orangenbäumen der groszen rampe. H. Heine 11, 138.
2)
geländer einer treppe:
ha, ich öffne (die thüre), lasz die lampe
scheinen auf der wendelstiege
lose modergrüne rampe.
A. v. Droste-Hülshoff ged. 76;
bei einer gebrochenen treppe das stück zwischen zwei absätzen oder ruheplätzen.
3)
im theaterwesen die lampenreihe auf einem gestell vorn an der bühne: zwischen dem theater und der wirklichkeit liegt das orchester, die musik, und zieht sich der feuerstreif der rampe. H. Heine 11, 200.
rampe f.
Fundstelle: Lfg. 1 (1886), Bd. VIII (1893), Sp. 80, Z. 46
plur. rampen.
1)
bei kammmachern die schiefer oder sich ablösenden theilchen am horne, die entfernt werden müssen, ehe es zu kämmen verwendet werden kann. Jacobsson 3, 358ᵇ.
2)
rampen, hessisch das gekröse und der pansen des rindviehs. Vilmar 314; dann in Hessen, Westfalen und Niedersachsen ein gericht aus rindskaldaunen: erbsen mit rampen. Vilmar a. a. o.; frische rinderwurst und die beliebten rampen (werden von einem wirte empfohlen). lippische post vom 16. sept. 1885. Das niederdeutsche masc. ramp (dem unten folgenden hochd. rampf gleich, nur in etwas anderem sinne, und von niederd. rimpen falten, zusammenwerfen ausgehend, hochd. rimpfen) bedeutet eine vielheit, menge verschiedener sachen in einer sammlung, im rampe in bausch und bogen brem. wb. 3, 431; ramp, congeries, im rampe verkaufen Schottel 1382; mnd. rampe behältnis für allerlei waaren, im rampe kopen, in bausch und bogen kaufen. Schiller - Lübben 3, 419ᵇ (daneben ramp krampf, vgl.ramm oben sp. 76 und unten rampf). der zusammenhang der obengenannten zweiten bedeutung mit diesem worte scheint deutlich, wenn das aussehen und die verschiedene form der zur speise verwendeten kaldaunen die namengebung des gerichts bestimmt hat; weniger deutlich ist die erste bedeutung.
Zitationshilfe
„rampe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/rampe>, abgerufen am 13.11.2019.

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