Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sulfern

sulfern,
auch sulbern, vb. in obd. und nd. dialekten verbreitet. in der bedeutung unterscheiden sich zwei gruppen, zwischen denen sich allerdings eine sekundäre beziehung herstellen läszt: einerseits 'beschmutzen, unreinlich mit etwas (bes. mit flüssigkeiten) umgehen, sudeln', dazu dann 'unleserlich schreiben', mhd. besülwern, weiterbildung zu sülwen (s. oben sulfen und besulfern teil 1, 1691), vgl. z. b. sulferen sudeln, unleserlich schreiben Fischer schwäb. 5, 1954; andrerseits 'schlürfen, schmaddern beim essen und trinken' und 'schluchzen', wohl durch metathese aus mhd. sürpfeln, sürfeln 'schlürfen', s. auch Fischer schwäb. 5, 1954: sulfern schlürfen Lexer kärnt. 245ᵃ; sülferen 'schlürfen, geifern, den speichel mit geräusch zurückziehen' Staub-Tobler 7, 865; sulfern = zulfern schluchzend weinen Woeste westf. 263ᵃ; sulbern, sülfern von dem gesagt, der von einer speise nicht recht essen mag Schambach Götting. 218ᵃ; sulferen Fischer 5, 1954; Schmeller-Fr. 2, 271; 'unterdrückt weinen' Staub-Tobler 7, 133; vgl. dazu schwäb. sürflen, els. sürpflen, zürflen, steir. sürfeln; s. auch v. Bahder wortwahl in d. nhd. schriftspr. (1925) 116 f. im obd. stellt sich dazu sulpern 'mit flüssigkeiten ungeschickt umgehen, sie verschütten' Unger-Khull 600ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1045, Z. 16.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sülfern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BClfern>, abgerufen am 12.05.2021.

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