Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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sulzen, sülzen, vb.

sulzen, sülzen, vb.,
zu sulze, sülze. die bedeutungen entsprechen denen von sülze. vgl. auch versulzen teil 12, 1, 1846.
1)
'salz sieden': 'sülzen, sulzen salzsieden, das salzwasser in einer pfanne einkochen' bergm. wb. (1778) 543; sulzen soviel wie salzsieden Jacobsson technol. wb. 4, 352ᵃ. vgl.sülze 1 a.
2)
'vieh oder wild mit salzspeise füttern und locken':
auch haben ihn die kinder schrecklich gern,
als wie den schäfer, welcher sultzt, die schafe,
so laufen sie ihm nach auf weg und steg
Pichler neue marksteine (1890) 183;
das wild sulzen 'heiszt, es durch sulzen oder salzlecken anlocken, um es zu fangen oder schieszen' Hübner zeitungslex. 4, 494ᵇ. zu sülze 2, vgl. noch salzlecke und sulzlecke.
3)
'als sülze bereiten', fleisch, fisch, obst; dann überhaupt 'einkochen, condire', vgl.'sultzen einmachen, condire. kräutter oder ops einmachen' Henisch (1616) 853, 22; sültzen condire Orsäus nomenclator method. (1623) 253: in dem ougwestin sô nim des pocches lebere und sulze sie vil wole 2 dtsche arzneibücher aus dem 12. u. 13. jh. 1, 18 Pfeiffer;
geh ietzt int kuchen und hab acht,
wie ist ein sultzen und ein spicken,
ein füllhacken und auch einbicken
Hans Sachs 10, 358 K.;
gesulzter ochsenfusz, wie auch ochsenfusz und maul, kalt zu zurichten v. Hohberg georgica curiosa 3 (1715) kochbuch 71ᵇ; aber wie z. b. gesulzter schweinskopf oder anderes vornehmes und berühmtes gericht L. Steub wanderungen im bair. geb. (1862) 38; lasz sie die hühner sulzen B. Hikmann wienerisches kochb. (1808) 422; visch sulzen s. Lexer 2, 1294; item, der pharrer sol zu weichnachten seine zechentvische wol gesulzt geben allen den, die im zechent geben. als dann von alter her komen ist (15. jh.) österr. weisthümer 5, 316; kalmes ein tzu machen oder tzu sulltzen (v. j. 1460) Heinrich v. Pfolspeundt bünthertznei 156; gesülzte äpfel u. s. w. Amaranthes frauenzimmerlex. 82. sülten sauerkraut einmachen Bauer-Collitz Waldeck 101ᵇ; sülten eingemacht, sülten appeln, sülten maus, sülten raiwen eingemachte rüben (s. insülten) Woeste westf. 262ᵇ. dazu das gesultzte, gesulztes 'eingemachtes, gestandenes' teil 4, 4290. — in abweichenderem sinne 'einsalzen' Staub-Tobler 7, 902.
4)
sich sulzen 'gerinnen, gestehen, zu gallert werden' (vgl.sülze 3 b): die ... mit dem eiweisz vermischte milch darein gegossen, so gesteht sie und sulzt sich Amaranthes frauenzimmerlex. (1773) 2, 2170; laszet es zusammen sieden, bisz sich die brüh sultzt v. Hohberg georgica curiosa aucta (1715) kochb. 90ᵃ. vgl. noch eine wunde versulzt sich Schmeller-Fr. 2, 274. ohne sich: der bach sulzet Staub-Tobler 7, 902.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1059, Z. 24.

sulzen, sülzen, vb.

sulzen, sülzen, vb.,
zu sulze, sülze. die bedeutungen entsprechen denen von sülze. vgl. auch versulzen teil 12, 1, 1846.
1)
'salz sieden': 'sülzen, sulzen salzsieden, das salzwasser in einer pfanne einkochen' bergm. wb. (1778) 543; sulzen soviel wie salzsieden Jacobsson technol. wb. 4, 352ᵃ. vgl.sülze 1 a.
2)
'vieh oder wild mit salzspeise füttern und locken':
auch haben ihn die kinder schrecklich gern,
als wie den schäfer, welcher sultzt, die schafe,
so laufen sie ihm nach auf weg und steg
Pichler neue marksteine (1890) 183;
das wild sulzen 'heiszt, es durch sulzen oder salzlecken anlocken, um es zu fangen oder schieszen' Hübner zeitungslex. 4, 494ᵇ. zu sülze 2, vgl. noch salzlecke und sulzlecke.
3)
'als sülze bereiten', fleisch, fisch, obst; dann überhaupt 'einkochen, condire', vgl.'sultzen einmachen, condire. kräutter oder ops einmachen' Henisch (1616) 853, 22; sültzen condire Orsäus nomenclator method. (1623) 253: in dem ougwestin sô nim des pocches lebere und sulze sie vil wole 2 dtsche arzneibücher aus dem 12. u. 13. jh. 1, 18 Pfeiffer;
geh ietzt int kuchen und hab acht,
wie ist ein sultzen und ein spicken,
ein füllhacken und auch einbicken
Hans Sachs 10, 358 K.;
gesulzter ochsenfusz, wie auch ochsenfusz und maul, kalt zu zurichten v. Hohberg georgica curiosa 3 (1715) kochbuch 71ᵇ; aber wie z. b. gesulzter schweinskopf oder anderes vornehmes und berühmtes gericht L. Steub wanderungen im bair. geb. (1862) 38; lasz sie die hühner sulzen B. Hikmann wienerisches kochb. (1808) 422; visch sulzen s. Lexer 2, 1294; item, der pharrer sol zu weichnachten seine zechentvische wol gesulzt geben allen den, die im zechent geben. als dann von alter her komen ist (15. jh.) österr. weisthümer 5, 316; kalmes ein tzu machen oder tzu sulltzen (v. j. 1460) Heinrich v. Pfolspeundt bünthertznei 156; gesülzte äpfel u. s. w. Amaranthes frauenzimmerlex. 82. sülten sauerkraut einmachen Bauer-Collitz Waldeck 101ᵇ; sülten eingemacht, sülten appeln, sülten maus, sülten raiwen eingemachte rüben (s. insülten) Woeste westf. 262ᵇ. dazu das gesultzte, gesulztes 'eingemachtes, gestandenes' teil 4, 4290. — in abweichenderem sinne 'einsalzen' Staub-Tobler 7, 902.
4)
sich sulzen 'gerinnen, gestehen, zu gallert werden' (vgl.sülze 3 b): die ... mit dem eiweisz vermischte milch darein gegossen, so gesteht sie und sulzt sich Amaranthes frauenzimmerlex. (1773) 2, 2170; laszet es zusammen sieden, bisz sich die brüh sultzt v. Hohberg georgica curiosa aucta (1715) kochb. 90ᵃ. vgl. noch eine wunde versulzt sich Schmeller-Fr. 2, 274. ohne sich: der bach sulzet Staub-Tobler 7, 902.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1059, Z. 24.

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Zitationshilfe
„sülzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BClzen>, abgerufen am 08.07.2020.

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