Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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summer, m., n.

⁴summer, m., n.,
korb, getreidemasz. hd. wort, wohl heimischen ursprungs. ahd. in zwei bildungsarten: * sumbar als sumbir ahd. gl. 1, 631, 10, und, davon abgeleitet, mit suffix *-îna (daneben wohl auch -ja), vgl. Kluge nom. stammbildung 31; Wilmanns dt. gr. 2, 278; bezeugt in formen auf -ī͏̆: (in hss. seit dem 11. jh.:) sumbri ahd. gl. 3, 634, 23; sumpiri 2, 444, 69; mit assimilierung von mb ˃ m(m) bis ins frühnhd.: sumri (1350) württ. gesch.-quellen 23, 17; sümeri (pl.) Österreicher Columella 1, 72 lit. ver.; mit diphthongierung summerey (15. jh.) bei Schmeller-Fr. 2, 283. — auslautendes n begegnet bis ins frühnhd. (in hss. vom 12. jh ab): sumbrin ahd. gl. 3, 158, 28; sumberin 3, 215, 42; in latinisierter form sumberinus, sumbrinus (1152) du Cange 7, 553ᶜ; auch als sumbrum (14. jh.) Köln. amts- u. zunfturk. 2, 7 L.; sombrum du Cange 7, 523ᶜ. wohl hieraus altfrz. sombrin (1283) 'mesure pour les grains' Godefroy 7, 466ᵃ. — assimiliert sumerinus (1297) reg. boicae 4, 639 Lang; vgl. du Cange 7, 655ᵃ; sumerin voc. teut. (1482) f f 6ᵃ; sümerein (1352, Eichstätt) mon. boica 50, 401; sümmeryn Herrgott bei Dauner obd. bibelgloss. 94. sümmern Schöpper syn. 79 Sch.-K.; Saurus-Melanchthon nom. (1591) k 7ᵃ; Goldmeier Straszburger chron. (1636) 87; Corvinus fons lat. (1646) 549. die auf die unerweiterte variante zurückgehenden formen sind die herrschenden des nhd.: sumber ahd. gl. 1, 631, 9 (hs. 12. jh.); für moderne mundart schweiz. id. 7, 987; vgl.somb Leithäuser Barmen 145ᵇ. sumer (1428, Wörth) mon. boica 48, 323; summer E. Tucher baumeisterbuch 92 lit. ver.; Steinbach (1734) 2, 773; Hübner zeit.-lex. 4, 496ᵃ. — daneben die umgelauteten formen (˂ *sumiri) in sümer (Nürnberg 1352) mon. boica 50, 399; (1514/15) welthandelsbräuche 262 Müller. als hauptform sümmer: (1499, Nürnberg) städtechron. 11, 474; Hans Sachs 17, 371 K.; Mathesius Sarepta (1571) 193ᵇ; allg. haushaltslex. (1749) 3, 452ᵃ; Chomel 8, 1744; Adelung (1793) 4, 501. daneben formen mit p, heute hauptsächlich in bair.-österr. mundarten: sumpir ahd. gl. 4, 93, 32 (hs. 12. jh.); sumper (obd., 15. jh.) Diefenbach n. gl. 18ᵃ; Aler (1727) 2, 1865ᵇ; Hübner zeit.-lex. 4, 496ᵃ; Schmeller-Fr. 2, 283; Unger-Khull steir. 600ᵇ; mit umlaut sümper (1597, Niederösterreich) österr. weist. 7, 338; entrundet simper ebda 335; dem. simperl Castelli 256. — s. auszerdem ²sumber, trommel, sp. 1061 und die von summer abgezweigten formen simmer teil 10, 1, 1059 und sommer ebda 1508. starke flexion ist durchgehend bezeugt: acc. pl. sümri (1383) württ. gesch.-quellen 23, 299; gen. sing. summers (Köln 1360) hans. urkb. 3, 299 H.; gen. pl. sümeri Österreicher Columella 1, 72 lit. ver. das genus schwankt zwischen masc. und netur.; masc. auf -r: (14. jh.) Schmeller-Fr. 2, 283; (1597) österr. weist. 7, 335; 338; sowie bei Hübner, Krünitz. neutr. auf -i(n): (1319) mon. boica 50, 150; (1465) 48, 10; auf -r: (1499) städtechron. 11, 474; Hans Sachs 17, 371 K.; Adelung (1793) 4, 501.
bedeutung und gebrauch.
1)
im ahd. korb zumeist aus flechtwerk, und zwar kleinerer für brot, käse, blumen, wolle, synonym mit zeina, zeinlin, satta, setta als glosse zu calathus (formen s. oben): ahd. gl. 1, 631, 9; 2, 444, 69; u. öfter; canistrum: 2, 326, 40; 3, 158, 28; vgl. W. Schulze kl. schr. 503 ff.; riscus sumbir 3, 307, 36. im obd. fortlebend; fischkorb, art reuse: item der pfarrer soll haben einen sümper, und soll lassen gehen neben meines herrn fischer (Niederösterreich 1597) österr. weist. 7, 338; so ist das wasser der ober Pax aines federspillers, was er darauf fangen mag mit ainem simper ebda 335; als brot-, teig-, mehl-, backkorb u. ä.: (für Österreich) Hübner zeitungslex. 4, 496ᵃ; vgl. Schmeller-Fr. 2, 283; geflochtener korb schweiz. id. 7, 987. — im besonderen als bienenkorb; vgl. rusca sumber ahd. gl. 4, 93, wobei rusca bienenkorb meinen kann, s. du Cange 7, 243ᵃ: wonn aber eyner die (zeidelweyd) aufgeben will, das sol er auch thuͦn vor der gericht ... mit eynem zeidelseyl, mit einem sumerin oder kreyen genant, ... mit zweyen ymen und eynem swarm (Cadolzburg 1464) mon. boica 48, 40; alviar pinkorb, sumper (obd. 15. jh.) Diefenbach n. gl. 18ᵃ; sumper, immenkorb alvear Aler dict. (1727) 2, 1865ᵇ. gelegentlich mit volksetymologischem anschlusz an summen 2: ich finde, dasz einige ... bienenwirthe ihre stöcke auch summer nennen, von summen. als welches sie mit ihren flügeln machen Overbeck bienenwb. (1765) 81; vgl.: wenn ... ein bienenstock ein summer heiszt, so kann es sowohl zu diesem zeitwort (d. i. summen) gehören, als auch zu dem obd. simmer (d. i. summer) Adelung (1793) 4, 501. — bi ̃-sümələ bienenkorb (Franken) Schmeller-Fr. 2, 283; das bi ̃- oder impsumpə ebda.
2)
vorherrschend im mhd. und nhd. ist der gebrauch als trockenmasz; in gleicher weise werden auch die lateinischen benennungen verwandt: 1 canistrum id est 1 sumpir frumenti, cujus canistri sunt 4 metrete (Niederaltaich 13. jh.) mon. boica 11, 44; vgl. dazu calatus und rusca bei du Cange.
a)
als gefäsz, das zum messen dient: daz ieglich man daz korn sol mit der metzen enphahen und mit dem sumerin wider uz geben, ez si ze mule oder anders wo (Würzburg 1343) bei Schmeller-Fr. 2, 283; niemant zünt ein licht an und setzet es under einen summer (sub modium; 14. jh.) ebda; also haben die ... Teutsche, ... ihre trinkgeschirr ... aus holtz ... gemacht, wie ... heut der pawersman seine rümpffe oder sümmer aus lindenen baumschalen Mathesius Sarepta (1571) 193ᵇ; hernacher hiesz es, die tafeln mit den hühnern und eiern und maltern und sümmern schadeten der andacht Immermann w. 1, 126 Boxb.
b)
als maszeinheit: daz si von uns ... driu sümerin chornes an fümf metzen ... widerchauffen mügen (Eichstätt 1319) mon. boica 50, 150; wurde dan iemen bevunden, der me dan 8 sumberen in eime sacke hette, dat men darumb straifde (1494) Köln. amts- u. zunftsurk. 2, 92 L.; ich ... galt mir ... eyn sumberen meels Arn. v. Harff pilgerfahrt 116 lit. ver.;
dem edelmann
thet er ein sümmer habern versprechen,
wen er in thet am hasen rechen
Hans Sachs 17, 371 K.-G.;
das korn ein sümmern von zwölff pfunden (kam) bald auff acht und dreissig, auff viertzig (pfennige) A. Goldmeyer Straszb. chronica (1636) 87. als fränkisch-nürnbergisches getreidemasz bei Noel Chomel 8, 1794; Jacobsson 4, 352ᵃ; Krünitz 178, 392. nach der menge wird es meist dem scheffel gleichgesetzt: sumerin, scheffel, mutt, maschafft, modius voc. theut. (1482) f f 6ᵃ; scheffel, sester, sümmern Schöpper syn. 79 Sch.-K.; modius ... ein scheffel, ein sümmern Corvinus fons lat. (1646) 549; in den obd. bibelglossaren vertritt es Luthers scheffel, s. Dauner 94 f.weiteres s. unter simmer teil 10, 1, 1059; bei Schmeller-Fr. 2, 283; württ. gesch.-qu. 23, 95* Müller.
3)
in anderer entwicklung als tragbares wassergefäsz (vgl. lat. calatus als poculi genus bei du Cange 2, 21ᵇ; als napf, schencvat bei Diefenbach 88ᶜ; canistrum als hantfasz ebda 95ᵇ). nur mundartlich bezeugt: sumper kleiner wassereimer, wassergefäsz zum tragen Unger-Khull steir. 600ᵇ; groszer krug Schmeller-Fr. 2, 283; groszes geschirr zum wassertragen Castelli 257.
4)
'trommel', s. ²sumber.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1076, Z. 16.

summer

summer,
beteuerung, 'so mir'; entstellt aus mhd. sam mir, vgl.sam teil 8, 1727: sag ich summer botz haut, das weder die vätter noch der bapst was tüglichs an sich haben Kirchhof wendunmuth 1, 488 Ö.; (jägerflüche:) der teufel führe mich hinweg, sümmer gotts wundern, schöne stücke für dem garen Cyr. Spangenberg jagteufel (1562) g 4ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1078, Z. 4.

summer

summer,
beteuerung, 'so mir'; entstellt aus mhd. sam mir, vgl.sam teil 8, 1727: sag ich summer botz haut, das weder die vätter noch der bapst was tüglichs an sich haben Kirchhof wendunmuth 1, 488 Ö.; (jägerflüche:) der teufel führe mich hinweg, sümmer gotts wundern, schöne stücke für dem garen Cyr. Spangenberg jagteufel (1562) g 4ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1078, Z. 4.

sümmer, m.

sümmer, m.,
'beitreibungsbeamter', schweizerisch: item auch ist berett, wie die sümmer in unsrem land pfenden sond (16. jh.) schweiz. id. 7, 974. zu summe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1078, Z. 11.

summer1, m.

¹summer, m.,
und zusammensetzungen, s.sommer teil 10, 1, 1509.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1075, Z. 71.

sumer2, summer2

²sum(m)er,
trommel, s. ²sumber.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1075, Z. 73.

summer3, m.

³summer, m.
1)
von einem insekt mit summendem fluggeräusch (s.summen 2): die lauteste summerin ist nicht die beste biene Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 368ᵇ;
durch bienen eingesurrt und andre summer
Hebbel w. 7, 180 Werner;
vgl.summerbrummel grosze hummel schweiz. id. 5, 610.
2)
in der elektrotechnik, vorrichtung, die einen summenden ton von sich gibt: an der elektrischen trompete Hoyer-Kreuter techn. wb. (1902) 1, 752; wecker mit elektrisch betätigter membran Stenzel seem. wb. 412ᵇ; selbstunterbrechervorrichtung (am fernsprecher) Hager techn. wortschatz (1919) 353ᵇ; Meyers conv.-lex.⁶ 19, 204ᵇ. — dazu summerton: ertönt (im fernsprecher) besetztzeichen (anhaltender tiefer summerton), hörer sofort abhängen amtl. fernsprechbuch Berlin (1937) 12.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1076, Z. 1.

summer4, m., n.

⁴summer, m., n.,
korb, getreidemasz. hd. wort, wohl heimischen ursprungs. ahd. in zwei bildungsarten: * sumbar als sumbir ahd. gl. 1, 631, 10, und, davon abgeleitet, mit suffix *-îna (daneben wohl auch -ja), vgl. Kluge nom. stammbildung 31; Wilmanns dt. gr. 2, 278; bezeugt in formen auf -ī͏̆: (in hss. seit dem 11. jh.:) sumbri ahd. gl. 3, 634, 23; sumpiri 2, 444, 69; mit assimilierung von mb ˃ m(m) bis ins frühnhd.: sumri (1350) württ. gesch.-quellen 23, 17; sümeri (pl.) Österreicher Columella 1, 72 lit. ver.; mit diphthongierung summerey (15. jh.) bei Schmeller-Fr. 2, 283. — auslautendes n begegnet bis ins frühnhd. (in hss. vom 12. jh ab): sumbrin ahd. gl. 3, 158, 28; sumberin 3, 215, 42; in latinisierter form sumberinus, sumbrinus (1152) du Cange 7, 553ᶜ; auch als sumbrum (14. jh.) Köln. amts- u. zunfturk. 2, 7 L.; sombrum du Cange 7, 523ᶜ. wohl hieraus altfrz. sombrin (1283) 'mesure pour les grains' Godefroy 7, 466ᵃ. — assimiliert sumerinus (1297) reg. boicae 4, 639 Lang; vgl. du Cange 7, 655ᵃ; sumerin voc. teut. (1482) f f 6ᵃ; sümerein (1352, Eichstätt) mon. boica 50, 401; sümmeryn Herrgott bei Dauner obd. bibelgloss. 94. sümmern Schöpper syn. 79 Sch.-K.; Saurus-Melanchthon nom. (1591) k 7ᵃ; Goldmeier Straszburger chron. (1636) 87; Corvinus fons lat. (1646) 549. die auf die unerweiterte variante zurückgehenden formen sind die herrschenden des nhd.: sumber ahd. gl. 1, 631, 9 (hs. 12. jh.); für moderne mundart schweiz. id. 7, 987; vgl.somb Leithäuser Barmen 145ᵇ. sumer (1428, Wörth) mon. boica 48, 323; summer E. Tucher baumeisterbuch 92 lit. ver.; Steinbach (1734) 2, 773; Hübner zeit.-lex. 4, 496ᵃ. — daneben die umgelauteten formen (˂ *sumiri) in sümer (Nürnberg 1352) mon. boica 50, 399; (1514/15) welthandelsbräuche 262 Müller. als hauptform sümmer: (1499, Nürnberg) städtechron. 11, 474; Hans Sachs 17, 371 K.; Mathesius Sarepta (1571) 193ᵇ; allg. haushaltslex. (1749) 3, 452ᵃ; Chomel 8, 1744; Adelung (1793) 4, 501. daneben formen mit p, heute hauptsächlich in bair.-österr. mundarten: sumpir ahd. gl. 4, 93, 32 (hs. 12. jh.); sumper (obd., 15. jh.) Diefenbach n. gl. 18ᵃ; Aler (1727) 2, 1865ᵇ; Hübner zeit.-lex. 4, 496ᵃ; Schmeller-Fr. 2, 283; Unger-Khull steir. 600ᵇ; mit umlaut sümper (1597, Niederösterreich) österr. weist. 7, 338; entrundet simper ebda 335; dem. simperl Castelli 256. — s. auszerdem ²sumber, trommel, sp. 1061 und die von summer abgezweigten formen simmer teil 10, 1, 1059 und sommer ebda 1508. starke flexion ist durchgehend bezeugt: acc. pl. sümri (1383) württ. gesch.-quellen 23, 299; gen. sing. summers (Köln 1360) hans. urkb. 3, 299 H.; gen. pl. sümeri Österreicher Columella 1, 72 lit. ver. das genus schwankt zwischen masc. und netur.; masc. auf -r: (14. jh.) Schmeller-Fr. 2, 283; (1597) österr. weist. 7, 335; 338; sowie bei Hübner, Krünitz. neutr. auf -i(n): (1319) mon. boica 50, 150; (1465) 48, 10; auf -r: (1499) städtechron. 11, 474; Hans Sachs 17, 371 K.; Adelung (1793) 4, 501.
bedeutung und gebrauch.
1)
im ahd. korb zumeist aus flechtwerk, und zwar kleinerer für brot, käse, blumen, wolle, synonym mit zeina, zeinlin, satta, setta als glosse zu calathus (formen s. oben): ahd. gl. 1, 631, 9; 2, 444, 69; u. öfter; canistrum: 2, 326, 40; 3, 158, 28; vgl. W. Schulze kl. schr. 503 ff.; riscus sumbir 3, 307, 36. im obd. fortlebend; fischkorb, art reuse: item der pfarrer soll haben einen sümper, und soll lassen gehen neben meines herrn fischer (Niederösterreich 1597) österr. weist. 7, 338; so ist das wasser der ober Pax aines federspillers, was er darauf fangen mag mit ainem simper ebda 335; als brot-, teig-, mehl-, backkorb u. ä.: (für Österreich) Hübner zeitungslex. 4, 496ᵃ; vgl. Schmeller-Fr. 2, 283; geflochtener korb schweiz. id. 7, 987. — im besonderen als bienenkorb; vgl. rusca sumber ahd. gl. 4, 93, wobei rusca bienenkorb meinen kann, s. du Cange 7, 243ᵃ: wonn aber eyner die (zeidelweyd) aufgeben will, das sol er auch thuͦn vor der gericht ... mit eynem zeidelseyl, mit einem sumerin oder kreyen genant, ... mit zweyen ymen und eynem swarm (Cadolzburg 1464) mon. boica 48, 40; alviar pinkorb, sumper (obd. 15. jh.) Diefenbach n. gl. 18ᵃ; sumper, immenkorb alvear Aler dict. (1727) 2, 1865ᵇ. gelegentlich mit volksetymologischem anschlusz an summen 2: ich finde, dasz einige ... bienenwirthe ihre stöcke auch summer nennen, von summen. als welches sie mit ihren flügeln machen Overbeck bienenwb. (1765) 81; vgl.: wenn ... ein bienenstock ein summer heiszt, so kann es sowohl zu diesem zeitwort (d. i. summen) gehören, als auch zu dem obd. simmer (d. i. summer) Adelung (1793) 4, 501. — bi ̃-sümələ bienenkorb (Franken) Schmeller-Fr. 2, 283; das bi ̃- oder impsumpə ebda.
2)
vorherrschend im mhd. und nhd. ist der gebrauch als trockenmasz; in gleicher weise werden auch die lateinischen benennungen verwandt: 1 canistrum id est 1 sumpir frumenti, cujus canistri sunt 4 metrete (Niederaltaich 13. jh.) mon. boica 11, 44; vgl. dazu calatus und rusca bei du Cange.
a)
als gefäsz, das zum messen dient: daz ieglich man daz korn sol mit der metzen enphahen und mit dem sumerin wider uz geben, ez si ze mule oder anders wo (Würzburg 1343) bei Schmeller-Fr. 2, 283; niemant zünt ein licht an und setzet es under einen summer (sub modium; 14. jh.) ebda; also haben die ... Teutsche, ... ihre trinkgeschirr ... aus holtz ... gemacht, wie ... heut der pawersman seine rümpffe oder sümmer aus lindenen baumschalen Mathesius Sarepta (1571) 193ᵇ; hernacher hiesz es, die tafeln mit den hühnern und eiern und maltern und sümmern schadeten der andacht Immermann w. 1, 126 Boxb.
b)
als maszeinheit: daz si von uns ... driu sümerin chornes an fümf metzen ... widerchauffen mügen (Eichstätt 1319) mon. boica 50, 150; wurde dan iemen bevunden, der me dan 8 sumberen in eime sacke hette, dat men darumb straifde (1494) Köln. amts- u. zunftsurk. 2, 92 L.; ich ... galt mir ... eyn sumberen meels Arn. v. Harff pilgerfahrt 116 lit. ver.;
dem edelmann
thet er ein sümmer habern versprechen,
wen er in thet am hasen rechen
Hans Sachs 17, 371 K.-G.;
das korn ein sümmern von zwölff pfunden (kam) bald auff acht und dreissig, auff viertzig (pfennige) A. Goldmeyer Straszb. chronica (1636) 87. als fränkisch-nürnbergisches getreidemasz bei Noel Chomel 8, 1794; Jacobsson 4, 352ᵃ; Krünitz 178, 392. nach der menge wird es meist dem scheffel gleichgesetzt: sumerin, scheffel, mutt, maschafft, modius voc. theut. (1482) f f 6ᵃ; scheffel, sester, sümmern Schöpper syn. 79 Sch.-K.; modius ... ein scheffel, ein sümmern Corvinus fons lat. (1646) 549; in den obd. bibelglossaren vertritt es Luthers scheffel, s. Dauner 94 f.weiteres s. unter simmer teil 10, 1, 1059; bei Schmeller-Fr. 2, 283; württ. gesch.-qu. 23, 95* Müller.
3)
in anderer entwicklung als tragbares wassergefäsz (vgl. lat. calatus als poculi genus bei du Cange 2, 21ᵇ; als napf, schencvat bei Diefenbach 88ᶜ; canistrum als hantfasz ebda 95ᵇ). nur mundartlich bezeugt: sumper kleiner wassereimer, wassergefäsz zum tragen Unger-Khull steir. 600ᵇ; groszer krug Schmeller-Fr. 2, 283; groszes geschirr zum wassertragen Castelli 257.
4)
'trommel', s. ²sumber.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1076, Z. 16.

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Zitationshilfe
„sümmer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCmmer>, abgerufen am 05.07.2020.

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