Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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sümpfen, vb.

sümpfen, vb.,
kunstwort des bergbaus, die wasser aus dem schachtsumpf auspumpen, die schachtsohle trocken legen. abgeleitet von sumpf 3 a: Gätzschmann samml. bergm. ausdr. (1881) 98; das sümpfen der wasser mittels einer handpumpe und groszer kübel zs. f. berg-, hütten-, salinenwesen 6ᴮ, 169; eine grosse anzahl von rosskünsten langten nicht hin, (die wasser) zu sümpfen, und erst mit hülfe von dampfmaschinen gelang es, die felder trocken zu legen ebda 1ᴮ, 11. auch sümpen, vgl.sumpf sp. 1081: (es) wurde ... das grubengebäude bis zur tiefsten sohle gesümpt ebda 15ᴬ, 139.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1093, Z. 1.

sumpfen, vb.

sumpfen, vb.,
ableitung von sumpf.
1)
zufrühst, jedoch nur lexikalisch bezeugt, als schmecken nach dem sumpf, modern: sumpfen putrem et viaticum saporem habere Stieler (1691) 2238; der fisch sumpft, i. e. schmekt nach dem sumpf ebda; saper di pantano M. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1038ᶜ; paludem sapere Aler dict. (1727) 2, 1866ᵃ; sentir la bourbe Schrader dt.-frz. (1781) 1340ᵃ; 'modern' Kluge studentenspr. 129ᵇ. dazu mundartlich sumpfelen nach sumpfwasser schmecken, riechen, von fischen, auch jauche, gülle ausführen Fischer schwäb. 5, 1957; vgl. mistsumpf bei sumpf 2 a.
2)
sumpfig, morastig sein, tümpel und lachen, gelände von sumpfcharakter bilden, stagnieren, vgl. versumpfen teil 12, 1, 1846: das wässern der wiesen darf ... im winter und frühjahr geschehen, doch so, dasz das wasser nirgends sumpfet, stehen bleibet allg. haushaltslex. (1749) 3, 724ᵃ; die sohle des tales dazwischen sumpft grösztenteils B. Weber bei J. E. Wackernell B. Weber 281. gern in dichterischer sprache, besonders liebt es J. H. Voss:
es stand der see, lang eingehemmt
und sumpft in ödem rohr
sämtl. ged. (1802) 5, 51;
nicht wo lauliche tränke
sumpft
3, 200;
denn wo das glückliche volk der pelläischen veste Kanopus
wohnt an des sumpfenden Nils weit ausgegossenen wassern
(effuso stagnantem flumine Nilum)
Virgils georgica 4, 387;
(sie) wateten ... durch aufgeweichte gassen ... jenseits von tor und graben sumpfte nur mehr die kurze qual des pfahldorfes. dann fühlte der fusz den rasen Kolbenheyer Paracelsus 1, 2. vereinzelt als versinken im sumpf: Campe 4, 750ᵃ.
3)
in technischer fachsprache 'mit flüssigkeit in der grube durchsetzen zu breiartigem gemenge', vgl.sumpf 3 a β: das sumpfen bezweckt ... das versetzen des thones in die zur verarbeitung geeignete consistenz durch wasseraufnahme Muspratt chemie 8, 387; ein gesumpfter kalkbrei (erscheint) speckiger ... als frisch bereiteter Karmarsch-Heeren 2, 208; vgl.: einsumpfen 'd. h. (den kalkbrei) in einer grube ... noch längere zeit sich selbst ... überlassen' ebda.
4)
in übertragenem gebrauch von sumpf 1 d δ her. 'stumpfsinniges, verkommenes leben führen': dieser 'lumpenhund' Söller muszte von den andern, nachdem er sein ehrloses sumpfen und dahinstieren durch gemeinen diebstahl gekrönt hatte, mit den füszen weggestoszen werden Bielschowsky Göthe 1, 87. 'dösen': das faultier sumpft die ganze geschlagene woche im wirtshaus Rosegger schr. (1895) III 6, 171; student., 'unmäszig trinken' schweiz. id. 7, 992; Jungandreas schl. zeitwortbildung (1923) 97.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1937), Bd. X,IV (1942), Sp. 1092, Z. 24.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sümpfen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCmpfen>, abgerufen am 07.08.2020.

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