Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sündendecke, f.

sündendecke, f.,
im älteren erbaulichen schrifttum für 'kleider': die ... sich in den kleidern, welche doch nur eine sündendeck und erinnerung des falls unserer ersten eltern sein sollen, wie ein pfaw ... bespiegeln Dannhawer catechism. (1657) 3, 354; hieraus können die frauen sehen, dasz ... sie gott in und mit des satans sündendecke (kleider und schmuck) nicht erkennen wird, unter welcher sie ehre und demut zu verlieren pflegen Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 7 (1647) anhang 10. auch in anderer bildlicher wendung: weil dann keiner unter den heiligen ohne tadel ist, ... so kommt es daher, dasz sie für der finstern sündendeck das antlitz desz reinen und groszen gottes ohne schrecken und furcht nicht erblicken können M. Walther erläuter. d. proph. Daniel (1645) 2, 266. bei Stieler: sündendecke velamentum, occultatio delictorum (1691) 284. s. dazu das folgende.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1144, Z. 51.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sündendecke“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndendecke>, abgerufen am 18.06.2021.

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