Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

sündenhaus, n.

sündenhaus, n.
1) älteres wort für 'freudenhaus' (sünde II B 1 a): jederman zoge, wo er am nechsten und ersten heim kommen mochte, mit schönen eren, als die maid aus dem sündenhause (15. jh.) P. Eschenloer gesch. d. stadt Breslau 2, 320 Kun.; ist ie ein unchristliches bild ein offentlich sündhaus zu halten Luther 9, 287 W. 2) später mehr im eigentlichen sinn und allgemeiner, haus, in dem gesündigt wird: wie manchen langen monat geht es wohl, bis ich wieder hin kann aus dem sündenhaus in das gotteshaus Jer. Gotthelf (1855) 5, 88; auch mord und blut in diesem sündenhaus Alexis bürgerpflicht (1852) 1, 303. 3) bildlich für herz, leib, welt, mensch u. ä. (s.sünde VII 3 a): das herz ist das rechte sundhaus, da heraus gehet es alles, was den menschen unrein macht Luther 15, 133 W.; sei geduldig, untergieb deinen leib ..., das zerbrechliche sündenhaus, dem tode Neumark lustwald (1657) 2, 28; o du sündenhaus dieser welt, wie bist du mit der hälle und dem tode umfangen Jac. Böhme s. w. 2, 123 Schiebler;
du, du, du böses sündenhausz (du sünder)
drückst ihm (Christus) die heisze zähren aus
Fischer-Tümpel 5, 199.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1148, Z. 10.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sündenhaus“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndenhaus>, abgerufen am 04.08.2020.

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