Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

sündenkind

sündenkind,
selten sündkind, n. 1) poetisch für sünder (s.sünde VII 3 a), vor allem im 17. jh.:
ich leider als ein sündenkind
bin von natur zum guten blind
Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 417ᵃ;
du sündenkind!
war nicht ein hohl
und heimlich sausen jeden tag
in deiner wüsten brust verliesz?
Annette v. Droste-Hülshoff w. (1878) 3, 185.
2) später meist das uneheliche, sündhaftem verkehr entsprungene kind:
die hübsche mutter — gott sei dank, sie ist nun selig,
und reuig sterbend hat sie meiner noch gedacht,
ja voll vertrauen mir das sündenkind vermacht
Kotzebue dram. w. 35, 187;
was werd ich erst vom jungen, von dem sündkind anhören müssen, wenn er bei jahren sein wird und die leut ihn verhetzen (die mutter über ein uneheliches kind) Anzengruber ges. w. (1890) 3, 89; dein sündenkind hab ich da aufgezogen, ..., des eigenen vaters bankert P. Dörfler um d. kommende geschlecht (1933) 92; übertragen: auch lehnte er sich gegen das 'judenweib' entschieden auf, hervorhebend, dasz ... Hildegard eine christin und auch als solche ... erzogen sei! aber als was für eine! ... als eine päpstliche, als ein sündenkind der groszen römischen hure Holtei erz. schr. 23, 32. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1148, Z. 37.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sündenkind“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndenkind>, abgerufen am 08.08.2020.

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