Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sündenknecht, m.

sündenknecht, m.
sünder, aus sünde VI 1 a, seit dem 16. jh. und überwiegend im 17. u. 18. jh.: dasz sie (die jugend) nicht vom teufel betrogen, von sündenknechten vergiftet und von ketzern verfüret werde Lucas Pollio v. ewig. leben (1583) 52ᵇ;
er (gott) stellt die sündenknechte
zur strafe für gericht
Harsdörffer d. teutsche secretarius (1656) 2, 138;
recht erdenken, das kein recht,
dafür sucht einen sündenknecht
Grillparzer s. w. (1892) 8, 121;
formelhaft, wohl im anschlusz an sünder 5:
... du armer sündenknecht
G. Neumark lustwald (1657) 3, 1;
was wil ich armer sündenknecht
dir viel zuwider streben?
Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 389ᵇ;
doch wär er immerhin ein armer sündenknecht
Canitz ged. (1727) 16;
später abgeschwächt: dem verstockten sündenknecht fiel jetzt das herz in die schuhe Konr. Friedrich vierzig jahre (1848) 2, 222; 'stümper':
und seh ich recht, was ich so schlecht zusammenleime,
ich sündenknecht, so sinds nur reime
Seume bei Planer-Reiszmann Seume, gesch. s. leb. 237.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1148, Z. 72.

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Zitationshilfe
„sündenknecht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndenknecht>, abgerufen am 12.05.2021.

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