Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sündenleben, n.

sündenleben, n.
1) nach sünde I B 3 menschliches leben schlechthin:
gegen gott und seiner huld,
die er über unsre schuld
alle tage lässet schweben
durch das ganze sündenleben
Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 299;
das sündenleben wolte er (Christus) nicht neugebären Jac. Böhme s. w. 7, 195 Schiebler. 2) in jüngerer sprache meist bestimmt und betont, 'fortgesetztes sündigen, unsittliches leben': selbst im sündenleben habe ich keine trunkene minute gehabt, ich bin müde und zerschlagen gewesen Cl. Brentano ges. schr. 9, 311; aber aus seinem sündenleben nährt sich eine bewunderungswürdige ... glänzende poesie Scherer literaturgesch. 74; mit schneidendem hohne wandte sich das empörte gewissen der masse wider das sündenleben der reichen Treitschke histor. u. polit. aufs. 2, 48; besonders erotisch: Demetria nach und nach in das schändliche sündenleben gerahten ... wird Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) 288; Maria Magdalena, ein weltkind, das sich bekehrt, ist ... auch in ihrem sündenleben nicht ohne reiz Scherer literaturgesch. 247. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1149, Z. 42.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sündenleben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndenleben>, abgerufen am 12.05.2021.

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