Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

sündenpfuhl, m.

sündenpfuhl, m.
1) zustand schlimmster sündenbefleckung (sünde VII 4): ich ... aus dem allertiefsten schlamm und sündenpful der allerabscheulichsten laster ... gezogen ... worden Grimmelshausen 2, 682 Keller; (er, d. h. der, der ablasz erworben) glaubte, auf einmal seinen ganzen sündenpfuhl gereinigt zu haben M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 5, 51; wohl bricht (in den zeichnungen Gavarnis) mitunter mächtig ein tragisches gefühl des sünden-, elends- und jammerpfuhls durch Fr. Th. Vischer altes u. neues (1881) 1, 63; alle menschen dort (auf dem jungfernstieg) erschienen ihm gecken, im sündenpfuhl versunkne D. v. Liliencron s. w. (1896) 6, 18. 2) stätte des lasters (s.sünde VII 3 a); von groszstädten: ich habe den sündenpfuhl, in dem ich geboren bin (Berlin), noch auf zwei meilen nie verlassen Gutzkow ritter v. geiste 1, 141; als ein ungeheurer sündenpfuhl wurde die stadt den leuten dargestellt Herman Grimm Michelangelo (1890) 2, 18; Charbin, der berühmte sündenpfuhl E. E. Dwinger wir rufen Deutschland 119. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1151, Z. 59.

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Zitationshilfe
„sündenpfuhl“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndenpfuhl>, abgerufen am 04.08.2020.

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