Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sündenstand, m.

sündenstand, m.,
sündhafter zustand, existentiell wie sünde I B: status peccati der sündenstand Orsaeus nomenclator (1623) 2; wolt ihr erwürget werden in solchen sündenstand? Harsdörffer secretarius (1656) 1, 46; meist ausdrücklich vom zustand des menschen vor oder auszerhalb der bekehrung: alle werk, die sie ohne gott im sündenstand verrichten biblia Nürnberg (1662) anm. zu Esra 4, 37; in der satyre auf unverständige poeten hat er von seinem ersten sündenstande und hernach gefolgten bekehrung mit demselben buszfertigen herzen gesprochen Bodmer schr. (1741) 2, 101; spöttisch:
das auge wird verdreht, man spricht vom sündenstand
Immermann 14, 326 Boxb.
selten im blick auf eine bestimmte einzelsünde: man müszte eilen, die jungfrau (von Orleans) zur übertretung ihrer versprechungen (keine männerkleidung mehr zu tragen) durch indirecte mittel zu zwingen, damit man vom rückfall in den vorigen sündenstand sprechen und sie endlich dem mann des bluts übergeben könne Hebbel w. 9, 350 Werner.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1155, Z. 36.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sündenstand“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndenstand>, abgerufen am 10.05.2021.

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