Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sündenzoll, m.

sündenzoll, m.,
zufrühest als gelegenheitsbildung, bildlich:
herr Jesu Christ wir danken dir,
das du uns hast berufen
vom sündenzoll, gib gnad, das wir
gehorchen deinem suchen
und auch allso von böser that
auffstehn wie s. Mattheus hat
sein zöllnerampt begeben
Ringwaldt evangelia (Frankfurt a. O. 1581) f 6ᵃ.
poetisch, 'sündenstrafe':
hier (im himmel) ist man frei vom sündenzolle,
der uns im leben bange macht
B. Schmolck s. trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 1243.
'beichtgeld':
wenn man getaufet ist und nur ein christe heiszt,
aufs sein kömmt es nicht an, der kirche sich verpflichtet
und alle vierteljahr den sündenzoll entrichtet
Triller poet. betracht. (1750) 5, 427;
'ablaszgeld': in den zeiten, da ... päbste im vatican den sündenzoll von ganz Europa unter haufen von ... dirnen verzehrten Zimmermann über d. einsamkeit (1784) 2, 506.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1158, Z. 51.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„sündenzoll“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndenzoll>, abgerufen am 07.05.2021.

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