Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

sündhaftig, adj.

sündhaftig, adj.,
als nebenform zum vorigen vom 16. bis ins frühe 18. jh., vgl. vitiosus sundachtig (Köln 1507) Diefenbach gl. 624ᵃ; vereinzelt noch mundartlich: sindhoftcħ Göpfert Erzgeb. 56. wie sündhaft 1 a: nuhn sollet ihr wissen, wie die nacht ein corpus ist, darinnen alles sich frewet, was böses thut, als die geister, die sundhafftigen menschen, die hurer Paracelsus op. (1616) 1, 344 H.; du wollest mir armen sündhafftigen menschen gnädig und barmherzig seyn H. v. Fleming d. vollk. teutsche soldat (1726) 295ᵇ; unserm sündhaftigen fleische Butschky kanzelley (1659) 668; also darf ich meine sündhaftigen augen wieder aufheben Chr. Weise d. grün. jugend überfl. gedank. 233 ndr. wie sündhaft 1 b: die (geister) ... sollen die leute ... zu allerhand sündhafftigen verrichtungen antreiben J. Prätorius anthropodemus plutonicus (1666) 1, 145. prädikativ, wie sündhaft 2: ob du fleisch noch so ... sündhafftig bist, so bin ich dennoch getaufft Luther 28, 413 W.; begierde und zuneigung sein sündhafftig H. Decimator hochzeitpredigten (1601) y 1ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1177, Z. 3.

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Zitationshilfe
„sündhaftig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndhaftig>, abgerufen am 07.08.2020.

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