Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

sündigkeit, f.

sündigkeit, f.,
substantivbildung zu sündig, seltenen und einförmigen gebrauchs. als zustandsbegriff durchweg im zusammenhang sündig 1 (s. sündhaftigkeit 1); meist attributiv bestimmt. schon mhd. vereinzelt:
wan erz kriuze ûf im leit
daz er al der werlde sündicheit
ûf sînen rucke nimt und treit
der Teichner bei Lexer mhd. wb. 2, 1303;
sprachläufig erst seit dem 17. jh.: so weinet und seufzet er über die eitelkeit, vergänglichkeit und sündigkeit derselben (der welt) Dyke wahre busze (1637) 125; denn die sündigkeit unserer kinder musz nicht von der ehehandlung herkommen, sondern von der natur, weil wir sündig sind A. G. Spangenberg schluszschrift (1752) 2, 607; lasz dich deine sünde und sündigkeit nicht abschrecken, auf ihn zu blicken L. Hofacker pred. (1852) 86; die lehre von der sündigkeit der welt A. Rosenberg mythus (1932) 88. seltener absolut: nicht von sündlichem dinge und sündigen, sondern von der sündigkeit, das ist von dem in uns liegenden natürlichen tode und verderben Zinzendorf Londoner pred. (1753) 1, 128; ... die verdiente strafe ... dessen, der sich in sündigkeit erhoben hat Hegel w. (1832) 12, 76.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1185, Z. 57.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
sühnungsweg
Zitationshilfe
„sündigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCndigkeit>, abgerufen am 12.05.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)