süperb, superbe
Fundstelle: Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1196, Z. 34
superb, adj., adv., 'wundervoll, prächtig, ausgezeichnet, sehr schön'. aus dem frz. übernommen; jünger als die nach dem lat. gebildeten superbieren, superbisch, s. u. im alem. mundartgebiet redensartlich gebräuchlich, s. Fischer schwäb. 5, 1962; schweiz. id. 7, 1254. im übrigen Deutschland während des 18. und 19. jh. wohl nur modewort einer bestimmten, von frz. zivilisation berührten gesellschaftsschicht als ausdruck höchster bewunderung, für die bezeichnendere worte fehlen: für das vergnügen danken, das mir seine süperbe vorstellung des Hamlet verursacht hat Ayrenhoff w. 4, 221; die frau rath sehn superb aus, sagt der herr Heidenblut Bettine d. buch gehört d. könig 1, 14; sie spielt nicht nur süperbe clavier, sondern phantasirt auch ganz hinreiszend Annette v. Droste-Hülshoff br. an Schücking 313; aber vor diesem süperben greise streiche ich gern und willig die flagge Raabe schüdderump (1870) 248; der begriffsinhalt ist oft unklar: ihre brüderliche liebe ... bezaubert mich ganz. sie ist etwas recht edles, etwas recht superbes! Lessing 2, 145 L.-M. wegen der schwammigen übersteigerung des ausdrucks beliebt als ausruf überraschter freude: heysa, heysa! ein fang, ein superber fang! Schiller 2, 195 G.; da, herr Klarinett und sein schatz, und süperb und tausendwillkommen, hört der bursch vor dem hause Eichendorff s. w. (1864) 3, 385; übermäszig gesteigert durch den superlativ: heute abend ist grosze opera Dido — das süperbeste feuerwerk Schiller 3, 427 G.; vgl. Nestroy ges. w. 2, 229. im späteren 19. jh. bei völliger sachlicher inhaltsentleerung vornehmlich im gesellschaftsroman begegnend: ich dachte mir bei dieser superben phrase weiter gar nichts Holtei erz. schr. 12, 154; ich bin jetzt hahn im korbe bei der frau bierbrauerin; auf ehre, noch ein superbes weib ebda 22, 58; ich habe sie sich mehr als einmal zu grundsätzen bekennen hören, die selbst mir imponierten ... es war eine superbe frau Fontane ges. w. I 2, 313; sie wiederholte das wort mit süperber ironie H. v. Kahlenberg fam. Barchwitz (1902) 151. zu beginn des 20. jh. absterbend.
Zitationshilfe
„süperb“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCperb>, abgerufen am 19.10.2019.

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