Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

süppchen, n.

süppchen, n.,
dem. zu ¹suppe. vor allem in neuerer sprache gebräuchlich, s.süpplein. speise: juscum ein supchen (Leipzig 1517) Diefenbach gl. 312ᶜ; süpplein et süppchen jusculum, sorbitiuncula Stieler (1691) 1686; daz sie mit den delicatsten süppgen und müszergen sollen gefretzet werden Chr. Weise erznarren 167 ndr.;
weile manche noch nicht weisz, wie sie nach ihrer pflicht
ein süppchen kochen soll
bei Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 276;
kömmts denn zur besserung, so koch sie gute süppgen
Henrici gedichte (1727) 1, 246;
der umfang ihres wunsches ist ein süppchen Rückert ges. poet. w. (1882) 11, 303; aber nichts soupiren, höchstens ein süppchen mit fleckerln Castelli s. w. (1844) 10, 66; er litt oft an katarrhen ... die tante war dann unerschöpflich in tränkchen und süppchen H. v. Kahlenberg Eva Sehring (1901) 66. — süppchen machen als zeichen sorglicher pflege und haushaltung:
ach hätt ich eine frau, die mir ein süppchen machte!
Chr. Weise überfl. gedanken 128 ndr.;
sonst ist sie meisterin in allen wirtschaftssachen,
herr Jungwitz, sie wird ihm recht gute süppgen machen
J. E. Schlegel in: samml. v. schauspielen (1764) 2, 6.
im bildgebrauch von ¹suppe 6 a: wenn ich es da gestanden hätte, so wissen sie (anrede) wol, was für ein süppchen ich hätte auszuessen gehabt J. T. Hermes misz Fanny 2, 345; will dir ein süppchen einbrocken, an das du dein leben lang denken wirst W. Hauff s. w. (1890) 4, 120. — eine feste redensart ist sein süppchen (an etwas, dabei) kochen, brauen 'sich unredlichen gewinn verschaffen, im trüben fischen' u. ä.; vgl.: genau wie heute wurde da behauptet, das eingreifen der westmächte habe allein Deutschland verhindert, seinen plan durchzuführen. und genau wie damals wird auch heute nach dem ausbleiben der vorausgesagten ereignisse das süppchen am kochen gehalten, indem man auf alte lügen neue häuft völk. beobachter Berlin v. 6. juli 1939; ein zankapfel, den England mit voller absicht hingeworfen hat, um zwischen den arabischen dynastien unfrieden zu erhalten und so sein eigenes süppchen besser brauen zu können ebda, 20. juli 1940. als gelegentliche fortführung von süpplein 2 'gifftrank', vgl.: einem süppchen kochen 'mit gift vergeben' als altdeutsche redensart bei Lessing 15, 482 M.; einem ein süpchen kochen empoisonner quelqun Schwan n. dict. (1783) 2, 748ᵇ; der nachrichter ... lag ... krank und schwach im bett, weil ihm sein eigener knecht mit einem vergifteten süppchen vergeben hatte G. Keller ges. w. (1889) 2, 235. — vereinzelt mundartlich: zöpche geröstete brotschnittchen Rovenhagen Aachen. 169, vgl. bei süpplein 1 ende.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1941), Bd. X,IV (1942), Sp. 1219, Z. 17.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„süppchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCppchen>, abgerufen am 08.05.2021.

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