Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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süszeln, vb.

süszeln, vb.;
deminutive verbalbildung zu süsz, seit dem späten 17. jh. bezeugt (doch vgl. versüszelet schon bei Fischart Gargantua 82 ndr., s. teil 12, 1, 1854). ein vb. suszeleinen bei Kramer 2 (1702) 1042ᶜ (zu dessen bildung vgl. Wilmanns gr. 2, 104).
1)
in sinnlichem verstande, fast nur lexikalisch und mundartlich bezeugt, in enger beziehung zu süszern 2, süszlich 2 a β. zunächst 'widerlich süsz, fade riechen', namentlich von verwesungs- und eitergeruch: '(statt süszen) dicitur quoque suszelen auram musteam naribus mittere, quasi obolescere, locum odore abominabili et nauseoso inficere' Stieler (1691) 2243; ähnlich süszeln, suszeln, suszeleinen Kramer 2 (1702) 1042ᶜ; wann die lufft einen heszlichen süszelnden geruch giebet v. Hohberg georg. cur. (1715) 3, 2, 23ᵇ. seit dem ende des 18. jh. auch von widrig süszem geschmack: 'süszeln ... ekelhaft süsz riechen oder schmecken, wie manche körper bey und in der fäulnisz zu thun pflegen' Adelung 4 (1780) 887ᵃ. mundartlich obd. süeszelen, süeszeln, im ostfränk. u. pfälz. ohne umlaut suszeln, suseln, vgl.suslen (Pfalz) v. Klein prov.-wb. 2, 182; süszeln Reinwald henneberg. (1801) 1, 160; suseln ebda 2, 161 (bei Spiesz henneberg. [1881] nicht mehr verzeichnet); süeszelen schweiz. id. 7, 1410. im obd. auch ohne den nebensinn des widrigen, s. Schmeller-Fr. bair. 2, 333, Fischer schwäb. 5, 1971:
schmöckts á nöt zugásüsz,
süeszeln thuets do
Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 1, 180.
im schweizer. auch 'süsz werden' schweiz. id. 7, 1410.
2)
von menschlicher haltung, umgangsart und rede. wohl weniger übertragung von 1 aus als jüngere verbale neubildung im anschlusz an süsz II E, süszlich 2 b, seit der zweiten hälfte des 18. jh.; 'sich geziert, empfindsam, übertrieben freundlich und schmeichlerisch benehmen': nachsprecher, nachbeter ... von Boie, dem schwälbchen, dem pomadisirten süszelnden, allerliebsten prinz Biribinker (1773) Cramer in: br. von u. an Bürger 1, 177 Strodtmann; wie das wohlthue, unter den männern auch einmal einen mann zu sehen. einen mann, der nicht krieche und süszele Rosegger I 5, 229; die süszelnde moralsiederei ebda 3, 178; vgl. Unger-Khull steir. 601ᵇ; süszeleⁿ 'heimlich dem weiblichen geschlecht nachlaufen, besonders von verheirateten' Fischer schwäb. 5, 1971. auf künstlerischem gebiet: auch lasse ich mir den süszelnden italienischen geschmack allenfalls in der opera buffa gefallen Ayrenhoff w. (1814) 6, 224; das rührende wird (bei Houwald) zum weinerlichen, der ganze ton süszelt in kraftloser breite Jos. Hillebrand d. dtsche nat.-liter. (1850) 3, 137; mit gelegentlicher wendung ins akustische: jetzt geschrien mit furchtbarer stimme, dasz die mauern hätten einfallen mögen, dann leise gesüszelt Fr. v. Raumer lebenserinn. u. briefw. (1861) 2, 243.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1942), Bd. X,IV (1942), Sp. 1330, Z. 15.

süszeln, vb.

süszeln, vb.;
deminutive verbalbildung zu süsz, seit dem späten 17. jh. bezeugt (doch vgl. versüszelet schon bei Fischart Gargantua 82 ndr., s. teil 12, 1, 1854). ein vb. suszeleinen bei Kramer 2 (1702) 1042ᶜ (zu dessen bildung vgl. Wilmanns gr. 2, 104).
1)
in sinnlichem verstande, fast nur lexikalisch und mundartlich bezeugt, in enger beziehung zu süszern 2, süszlich 2 a β. zunächst 'widerlich süsz, fade riechen', namentlich von verwesungs- und eitergeruch: '(statt süszen) dicitur quoque suszelen auram musteam naribus mittere, quasi obolescere, locum odore abominabili et nauseoso inficere' Stieler (1691) 2243; ähnlich süszeln, suszeln, suszeleinen Kramer 2 (1702) 1042ᶜ; wann die lufft einen heszlichen süszelnden geruch giebet v. Hohberg georg. cur. (1715) 3, 2, 23ᵇ. seit dem ende des 18. jh. auch von widrig süszem geschmack: 'süszeln ... ekelhaft süsz riechen oder schmecken, wie manche körper bey und in der fäulnisz zu thun pflegen' Adelung 4 (1780) 887ᵃ. mundartlich obd. süeszelen, süeszeln, im ostfränk. u. pfälz. ohne umlaut suszeln, suseln, vgl.suslen (Pfalz) v. Klein prov.-wb. 2, 182; süszeln Reinwald henneberg. (1801) 1, 160; suseln ebda 2, 161 (bei Spiesz henneberg. [1881] nicht mehr verzeichnet); süeszelen schweiz. id. 7, 1410. im obd. auch ohne den nebensinn des widrigen, s. Schmeller-Fr. bair. 2, 333, Fischer schwäb. 5, 1971:
schmöckts á nöt zugásüsz,
süeszeln thuets do
Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 1, 180.
im schweizer. auch 'süsz werden' schweiz. id. 7, 1410.
2)
von menschlicher haltung, umgangsart und rede. wohl weniger übertragung von 1 aus als jüngere verbale neubildung im anschlusz an süsz II E, süszlich 2 b, seit der zweiten hälfte des 18. jh.; 'sich geziert, empfindsam, übertrieben freundlich und schmeichlerisch benehmen': nachsprecher, nachbeter ... von Boie, dem schwälbchen, dem pomadisirten süszelnden, allerliebsten prinz Biribinker (1773) Cramer in: br. von u. an Bürger 1, 177 Strodtmann; wie das wohlthue, unter den männern auch einmal einen mann zu sehen. einen mann, der nicht krieche und süszele Rosegger I 5, 229; die süszelnde moralsiederei ebda 3, 178; vgl. Unger-Khull steir. 601ᵇ; süszeleⁿ 'heimlich dem weiblichen geschlecht nachlaufen, besonders von verheirateten' Fischer schwäb. 5, 1971. auf künstlerischem gebiet: auch lasse ich mir den süszelnden italienischen geschmack allenfalls in der opera buffa gefallen Ayrenhoff w. (1814) 6, 224; das rührende wird (bei Houwald) zum weinerlichen, der ganze ton süszelt in kraftloser breite Jos. Hillebrand d. dtsche nat.-liter. (1850) 3, 137; mit gelegentlicher wendung ins akustische: jetzt geschrien mit furchtbarer stimme, dasz die mauern hätten einfallen mögen, dann leise gesüszelt Fr. v. Raumer lebenserinn. u. briefw. (1861) 2, 243.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1942), Bd. X,IV (1942), Sp. 1330, Z. 15.

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Zitationshilfe
„süszeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCszeln>, abgerufen am 08.08.2020.

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