Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

süszlein, n.

süszlein, n.,
schwäb. süsz(e)leⁱⁿ, schweizer. süeszla, süeszleⁿ. 1) als erotisches kosewort, in der anrede an die geliebte, s.süsz II D 2, mhd. süezel, süezelîn (vgl. auch süenzel bei Oswald v. Wolkenstein 125 Schatz), noch bis ins frühnhd. bezeugt:
nû tanze eht hin, mîn süezel!
sô hol, sô smal, sô wurden nie kein vüezel
der Tannhäuser bei minnesinger 2, 93ᵃ v. d. Hagen;
du sagst ymer mer, herzenliebs lieb und fruntliches suzelin, ich soll trü sin (ca. 1480) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 2, 60; weitere belege s. Alemannia 3, 141-43 u. 4, 18, wo näheres zur erklärung, doch läszt das z an formale einwirkung von sutzen 'saugen' denken, da der zitierte text sonst s, sz, ssz für mhd. ʒ hat. 2) im schwäb. 'schmeichelnder mensch', zu süsz II C 2 a β, s. Fischer 5, 1971. 3) im schweizer. und schwäb. als pflanzenname; für wiesenbocksbart (tragopogon pratensis), vgl. süszling 4 a: süeszla Pritzel-Jessen volksn. d. pflanz. 406; süeszleⁿ f. schweiz. id. 7, 1411; Fischer schwäb. 5, 1971; für eine süsze apfelsorte, s. Fischer a. a. o.; für wiesensalbei (salvia pratensis) ebda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1942), Bd. X,IV (1942), Sp. 1347, Z. 37.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„süszlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCszlein>, abgerufen am 18.06.2021.

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