Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

süszlichkeit, f.

süszlichkeit, f.
1) vereinzelt zu süszlich 1, dasselbe wie süszigkeit, vgl. suavitas soeszlicheit (nrh. 1507) Diefenbach gl. 558ᶜ. 2) sonst zu süszlich 2, aber nur im übertragenen bereich, 'geziertheit, weichlichkeit'; meist wie süszlich 2 b α: ich sehe ... nicht, ... was sich ... aus der faden süszlichkeit eines Gessner ... sollte entwickeln lassen Europa (1803) 2, 93 Schlegel; indem er (E. M. Arndt) immer und immer wieder in eben so lieblicher als kräftiger rede voll süszigkeit und doch ohne alle süszlichkeit von seinem 'süszen heiland' singt E. E. Koch gesch. d. kirchenl.³ 7, 146; sie (die arie) ist einfach und wahr im ausdruck der empfindung, weich und zart ohne süszlichkeit O. Jahn Mozart (1856) 4, 312; unerbittlich und unbezwinglich steht sie (die orgel) allem mode- und virtuosenthum, ... aller gleisznerei, sentimentalität und süszlichkeit gegenüber Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 3, 1044. seltener zu süszlich 2 b β: aus dem ritterlich-troubadourartigen sinn wurde der geist der faden, leeren, jedermänniglichen süszlichkeit graf v. Loeben lotosblätter (1817) 2, 98; hier im schlesischen lande findet man ... inniges wesen ohne süszlichkeit Herm. Stehr stundenglas (1936) 179.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1942), Bd. X,IV (1942), Sp. 1351, Z. 53.

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sühnungsweg
Zitationshilfe
„süszlichkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/s%C3%BCszlichkeit>, abgerufen am 08.05.2021.

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