Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

saufaus, m.

saufaus m
potator, imperativische bildung, s. gr. 2, 11. Germania 5, 307.
1)
trunksüchtiger mensch, heluo, bibaculus, bibulus, potator Stieler 69, mundartlich in allen theilen Deutschlands verbreitet, niederd. sûpût, auch schwedisch in dieser form; gern als ersonnener eigenname oder daran streifend, titelhaft: es haben gegriffen zum sack der ee, scheiss in kübels tochter und saufauss sein sun. Weinhold 80, aus Schmoszmanns kurzweil. predigt; Hans Sauffausz (der name einer maus). Rollenhagen froschm. B 8ᵇ; der kellner (ist) aus einem schlingel zu einem herrn geworden — zu was wird sie den saufaus, den kutscher, nicht machen. Chr. F. Weisze kom. opern (1771) 2, 95; o du unerträglicher saufaus. Fr. Müller 1, 170; wer ist denn der saufaus, der das schändliche lied abgefasset? Holtei Lammfell (1853) 1, 268;
der Sauffaus ist ein küner helt.
bergreihen 78, 14 neudruck;
du auch, du alter saufaus hast
grosz recht hier zum geprahle.
Bürger 48ᵇ;
vgl. hic jacet extinctus venerabilis Ausz-sauff,
von brandten wein und bitter bier
und ist also entschlapen hier.
Philander (1650) 2, 239.
2)
ein spiel: ich gab ihnen in den gewöhnlichsten spielarten unterricht, im saufaus und kuhschwanz. J. Paul liter. nachlasz 4, 186.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1876, Z. 15.

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