Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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schache, schachen, m.

schache, schachen, m.,
mhd. schache, schwaches masc., ahd. scahho vorgebirg, landzunge (scahho meres Schm. 2, 363), überhaupt ein zungenartiger streifen; nur noch in oberd. dialekten erhalten Hunziker 217. Stalder 2, 305. Birlinger 389; als einzeln stehendes waldstück oder vorsaum eines waldes:
nu wart der walt gemenget
hie ein schache, dort ein velt.
Wolfram v. Eschenbach Parz. 398, 19;
von den brüsten (des riesenweibes) ich iu sagen will,
die wâren wol als ein schache.
Ulrich v. d. Türlin Willeh. 245ᵈ;
mit umlaut:
dort steigt am schächen nieder
ein hirt im abendrot.
Uhland 396.
in der Schweiz werden landzungen, auen oder niederungen am wasser, ob mit gehölz bestanden oder nicht, schachen genannt: da dannen hin zwüschent der von Bonstetten und der von Wetterschwyl güttern untzil an den schachen, von dem schachen hin an die hofmatten. weisth. 1, 38 (von 1468); am schachen, wo weiden genug seien. J. Gotthelf Käthi die groszm. 114; ähnlich in Baiern, Schwaben: zwey schachen, durch welche die von Helfenstein denen von Marklingen ainen viehtrieb zuzugeben schuldig. Schmid 449. dazu schächlein, schächelein, schächle, schacherl in gleicher bedeutung, ebenda. vgl. feld- oder haimschachen, waldschachen, isoliert stehende kleine waldparcellen, buechschachen, buchenwäldchen Schm. 2, 363, ferner in namen: das Schächenthal Gotthelf Käthi die groszm. 1;
das ist der Klostermey'r vom Mörlischachen.
Schiller 14, 392 (W. Tell 4, 3).
auch in ortsnamen wie Schachen, Schechen, Schechingen Schmid 449.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1958, Z. 63.

schache, schachen, m.

schache, schachen, m.
erst nhd. zum verb. schachen 2, ein geschachtes, viereckiges wappenstück (vgl. schach 6): daher sagt man, dasz die grafen von Henneberg in Schleusingen das speck und erbis im wappen füeren, welches dann der weis und rott schachen neben dem gelen feldt soll bedeuten. Zimm. chron. 4, 117, 24.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1959, Z. 13.

schachen, verb.

schachen, verb.,
aus mhd. schâchen, schwach flectierend.
1)
schach bieten, bildlich nachstellen:
diu wîsheit disen sûren kampf durch nôtturft dô erdâhte,
sie sah daʒ uns der tiuvel hie sus matet unde schâchte.
meisterl. der Kolm. handschr. nr. 115, 32.
2)
in weiterem sinne überhaupt, schach spielen Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1959, Z. 19.

schachen, verb.

schachen, verb.
trans., in vierecke theilen Campe, davon noch das part. geschacht gebräuchlich, mhd. geschæht gewürfelt wie ein schachbrett, tesselatus Frisch 2, 155ᵇ: geschacht oder gewürfelt Jablonsky lex. der künste 976ᵇ (vgl. unter schach 6):
des helm, schilt decke und wâpenrock
was geschæchet blâ unt golt.
Ulr. v. Lichtenstein frauendienst 277, 23;
doch gold und blau geschacht war jeder schild,
was heute noch für Bayerns wappen gilt.
Gries Bojardo 1, 57.
bildlich: das feld der wirklichkeit ist eben ein in felder geschachtes brett, auf welchem der autor so gut die gemeine polnische dame als das königliche schachspiel, sobald er in einem falle nur steine und im andern figuren und kunst besitzt, spielen kann. J. Paul vorsch. der ästhetik 1, 42.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1959, Z. 25.

schachen, verb.

schachen, verb.
trans., mhd. schâchen (zu mhd. ahd. schâch raub, vgl. schächer), wegnehmen, rauben. Campe, doch ist das wort in heutiger sprache nicht mehr im gebrauch und nur noch in niederd. dialekten erhalten in der form schaken, schaeken mit der engeren bedeutung 'ein mädchen rauben, entführen' brem. wb. 4, 597 (vgl.schaeker); schaeken rapere virginem Schottel 1393, niederländ. en meisje schaken, einem mädchen gewalt anthun.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1959, Z. 40.

schächen, verb.

schächen, verb.
trans., fort, auseinander jagen, wort ober- und mitteldeutscher dialekte Schmid 450. Schm. 2, 363. Weinhold 80. Spiess 205:
die schande schächt den trieb der pflicht,
die was vollkommnes liefern sollten.
quelle bei Weinhold a. a. o.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1959, Z. 48.

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Zitationshilfe
„schächen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4chen>, abgerufen am 02.08.2021.

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