Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

schäck

schäck,
s. scheck.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1968, Z. 53.

scheck, schecke, m.

scheck, schecke, m.,
gen. des schecken, s. schecke, f. bezeichnung eines weisz und andersfarbig gefleckten thieres, besonders pferdes; das wort ist in diesem sinne erst in neuerer sprache bezeugt und allmählich schriftmäszig geworden; in der stammsilbe ist umlaut eingetreten, doch sind umlautlose formen mundartlich bewahrt; die verkürzte form des nomin. ist sowol oberd., wie mittel- und niederd. in volksthümlichem gebrauche: schäggy (der) ein weysz gefläckt rosz, albis maculis bicolor equus. Maaler 345ᵃ; schakk, m. equus varius, schekk Schottel 1393; schack, schacke, schäcke Stieler 1703; schäck, m. Frisch 2, 156ᵃ; der scheck Schm. 2, 366; vgl. Lexer 215ᵃ. Höfer 1, 287; scheck, schecken Schmid 456; scheggi Hunziker 218. Seiler 250ᵃ; scheck, schäck Spiesz 208. Frommann 5, 450; schäck Sartorius 105; schack Vilmar 340; schekk Dähnert 402ᵇ; schwed. skäck: seh da meinen blassen, meinen rundtraber, mein lerchle, mein gromel, blum, essich, hotta schimmele schelmele, breunlein, scheck. Fischart Garg. 134ᵃ; ach wie wird es alszdann so schön und herrlich lauten und so lustig zuhören seyn, wann alle discurs und gespräche so bund über meiner taffel fallen wie die edle schecken, bayrische katzen und tygerhund. Simplic. 4, 379, 24 Kurz; sonderlich werden die weisz und schwartze wol-abgetheilte schecken hochgehalten. Hohberg 2, 128ᵃ;
den schecken (er) anfesselt,
wiewohl er sich sperret, die augen verzerret.
des knaben wunderhorn 1, 518 Boxberger;
'mein bruder', sprach er, 'reite heute nicht
den schecken, wie du pflegst'.
Schiller Wallensteins tod 2, 3;
den schecken
dem jägermeister gebt, dem kecken.
Immermann 13, 69
(hier wird, wie die folgenden verse ergeben, eine stute der schecke genannt, vgl. schecke, f., das auch auf männliche thiere bezogen werden kann). den verschiedenen farben, mit denen sich das weisz in der zeichnung verbinden kann, entsprechen zusammensetzungen wie grau-, braun-, fuchsschecke u. ähnl. in anwendung auf andere thiere, z. b. rinder. Tobler 383ᵇ. Schmeller 2, 366. Frommann 4, 160 (Lesachthal); von gefleckten wildschweinen Nemnich. Schmeller a. a. o.; taube mit weiszen flecken Tobler a. a. o.; von einer besonderen art des hähers (Schmid 456): die häher, die man auch schecken nennet, öhmen der hunde bellen, der geissen und schaafe plecken, der hüner gacksen und andern thiern mehr dergleichen dings nach, sie wissen aber drumb selbst nicht warumb. Simpl. 4, 352, 5 Kurz; der gefleckte kibitz, regenpfeifer (charadrius squatarola) wird auch scheck genannt. in einzelnen gegenden bezeichnet man auch den weiszen fleck in der zeichnung eines hausthieres mit scheck. Spiesz 208. Lexer 215; gugguschecken sind sommersprossen Lexer a. a. o. schecke, scheck sind mit dem nhd. adj. schecke zusammenzustellen:
und daʒ sich nieman kêre   an Ovidium den lecker:
der nam den frowen êre   und gab in meil daʒ lêbart nie so schecker
wart, dann er die frowen hât gemeilet.
j. Titurel 250, 2.
eine ableitung dieser worte aus dem ital. a scacchi (schachbrettartig gefärbt) ist schwerlich anzunehmen, ihr ursprung ist dunkel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2381, Z. 28.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schäck“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4ck>, abgerufen am 04.08.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)