Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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schädig, adj.

schädig, adj.,
dasselbe wie schädlich, selten, jetzt ungebräuchlich: noxa schadig voc. von 1420 bei Dief. nov. gloss. 265ᵇ; so wisz warlich, dasz er ein vast schädiger wolf ist, und wer guͦt, dasz er verjagt würd. Schade satiren u. pasqu. 3, 24, 19;
freilich, sagt er, soll ich seyn ledig
und mir der eyd seyn gar nicht schädig.
Frischlin Rebecca 4, 2;
davon mnd. die weiterbildung schedichlik: wo wi sunderliken dre schedichlike viande hebben. dodes danz, reg. 41 Bäthcke;
sodane stucke mit velen schedichliken dingen
willen di nicht to gode bringen.
v. 1287.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1987, Z. 3.

schädigen, verb.

schädigen, verb.
verletzen, laedere Steinbach 2, 369. schädigen, et usitatius beschädigen, idem est quod schaden, sive schaden tuhn, infestare, molestare, ferire aliquem, it. laedere, vulnerare, percutere aliquem, et sauciare. Stieler 1705, ebenso mhd. schadegôn, schadegen, schadgen, schedgen Lexer handwb. 2, 626, altfries. schadigia Richthofen 1021ᵇ, ostfries. schadigen ten Doornkaat Koolman 3, 88ᵃ, sonst im niederd. nicht gebräuchlich. eine ableitung, zunächst von schadig, also eigentlich 'schädlich sein', welche schaden in transitivem gebrauche ersetzt hat. meist mit persönlichem object, sonst dafür beschädigen. nach Adelung und Campe wäre überhaupt nur noch diese zusammensetzung gebräuchlich.
1)
allgemein, jemandem schaden thun. damnificare .. schedigen Dief. gloss. 165ᶜ, nocere 381ᶜ;
wel mensch des andern schaden gert,
der wirt geschedget, daʒ ist wâr.
Boner edelst. 55, 67;
er (der teufel) sprach zum apt: nun laszt mich gan!
ich schedig euch fürther kein man.
bruder Rausch 384 im Weim. jahrb. 5, 409;
er (Hiob) was zum ersten einfaltig, das er niemans schediget, beschweret oder leidiget. Keisersberg seelenparad. 161ᵇ; also beschicht ouch denen, die ander lüt .. begeren zu schedigen. Steinhöwel Äsop 83 Österley; wann er (der wolf) doch den jäger nie geschediget hette noch geleczet. 175; also beschicht vil der menschen .. daz sie in übels fallent und geschediget werdent. 196; welcher einen andern schedigen wil, der sol des raut (rat) nicht volgen, den er begeret ze schedigen. 204; so du aber mit den krenchen und gensen gefangen bist, die mich geschediget hant. 251; darum ist es miszlich rath von seinem feind nemen und von einem, den du geschediget hast. Pauli schimpf und ernst (1546) 81; wiewol gott durch sein wunderbarliche rathschlege, etwan auch die hohen und fürnembsten schediget. Fronsperger kriegsb. 1, 25ᵃ; wie der mann täglich und stündlich that, was ihn gut dünkte, und keinen menschen zu schädigen sich fürchtete. Pestalozzi 12, 106;
wenn alle schädigen, alle leiden,
geht selbst die majestät zu raub.
Göthe 41, 12;
drohen geister uns zu schädigen,
soll sich die magie bethätigen.
61.
2)
besonders von körperlichen verletzungen, und in der ältern sprache:
er sluoc jm gein eym beyne   und wolt in geschedeget hân.
Alphart 272, 1;
ein stätter, öwiger friede aller lebenden tiere unter ainander ist beschloszen worden, also daz on alle sorg kain tiere dem andern in aincherlay weg listiglichen mer sol zuoseczen oder schedigen. Steinhöwel Äsop 351 Österley; so ir lyp geschedigt unnd verletzt wirt. Cyrillus 30ᵇ; wiewol der ritter und seine diener der mörder wol bey vier oder fünffen geschädiget unnd umbgebracht hatten. buch d. liebe 4ᶜ; dann sie forchten, die löwin sprüng zu jhnen, und würde sie alle schädigen. 6ᶜ; ey du loser böszwicht, mit deinem rostigen schwerdt hastu mir gar manchen harten streich geben, unnd damit hart geschädiget. 15ᵃ; so einer von gifftigen thieren geschädiget worden, der trinck von solchem wasser (quendelwasser). Tabernaemontanus 749 D; es seyen die knecht sonst, oder von dem feindt geschädiget, geschossen oder verwundet. Kirchhof mil. discipl. 117;
wie? sollt' ich fürchten, dasz der könig Menelas
so grausam sich verginge mich zu schädigen?
Göthe 41, 204;
ähnlich: ein fleisch, so den magen schädiget. Forer fischb. 35ᵇ; in freierer fügung, einen schaden schädigen: darumb rahte ich nicht dasz du .. dich allain understehen sollest ein knie zu artzneyen, du wüssest dann was es für ein schaden seye, unnd das er geschädiget (durch verletzung entstanden) sey und nicht gewachsen. Würtz wundarznei 183.
3)
dann auch an hab und gut schädigen: so wie er die menge der menschen um hab und gut gebracht, und ich darf wohl sagen, das ganze dorf an seinem eigenthum geschädigt. Pestalozzi 2, 275; an der ehre schädigen:
hat euch der burgvogt an der ehr geschädigt?
Schiller Tell 1, 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1987, Z. 15.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schädig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4dig>, abgerufen am 25.07.2021.

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