Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schäferspiel, n.

schäferspiel, n.
1)
spiel, wie es schäfer spielen:
da, sonder dasz man ihm was in den weg geleget,
er offt ein schäfferspiel und richtbanck hat geheget.
A. Gryphius 1, 661 (der schwärmende schäffer 1);
besonders vom liebesspiel:
der nymfen schöne königin
... erfuhr das ganze schäferspiel (Endymions und der nymphen).
Wieland 10, 141.
2)
ein schauspiel aus dem schäferleben, schäfergedicht in dramatischer form (vgl.schäferode): die besten schäfergedichte der Italiäner gehören mehr zur dramatischen gattung, und sind förmliche schäferspiele. Eschenburg entwurf einer theorie 71; aber ein schäferspiel wirklich in theokritischem geiste, das musz ebensowohl rühren als ein griechisches heldenspiel. Herder bei Campe; bildlich: es kommt nicht blos aus meiner gefälligkeit gegen die lese-nachwelt her, mein lieber Zesara, sondern auch aus einer wirklichen gegen dich, dasz ich alle akte in diesem schäferspiele deines lebens (der geschichte deiner ersten liebe) so treu nachschreibe. J. Paul Titan 1, 144.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 2010, Z. 55.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schäferspiel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4ferspiel>, abgerufen am 05.08.2021.

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