Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schändig, adj.

schändig, adj.
schändlich; mhd. schendic, schentig, mnd. schendich, schennich, in neuern mundarten schändig, nd. schännig.
1)
schändlich, schimpflich, s. Lexer handwb. 2, 699. Schiller-Lübben 4, 70ᵇ f. Mi 74ᵇ. ignominiosus .. schendig, schendik Dief. gloss. 285ᵇ.
2)
schändend, schmähend, der schandbare reden führt: dat is en unhoivesch man, de schendech is mit dem munde; noch unhoivescher is en wif, dat mit dem munde schendech is. quelle bei Schiller-Lübben a. a. o.; im oberd. in der bedeutung 'zornig, unwillig' Stalder 2, 308;
traht das du nimmer frid seist frei,
so wont dir niemant bei,
und schendig und zornig darzuo.
vogelgespr. 359, s. Germ. 6, 102.
3)
westfäl. schännig verdorben, ne schännige frucht Woeste 225ᵃ (vgl. schänden 1). von schändig wird abgeleitet ein substantiv schendekeit turpedo Dief. gloss. 603ᵃ, ein adjectiv mhd. schendeclich, adv. schandigleich Lexer handwb. 2, 700, und ein verb. nd. schännigen schänden Mi 74ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2148, Z. 42.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schändig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4ndig>, abgerufen am 05.08.2021.

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