Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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scharben, schärben, verb.

scharben, schärben, verb.
concidere, minutare, ahd. scarpôn Graff 6, 54, mhd. scharben, scherben, mnd. scharven, scherven Schiller - Lübben 4, 53ᵇ, holländ. scherven; mit der scharbe schneiden: scharben oder schärben Frisch 2, 162ᵇ; kräuter in der apothecke zur medicin oder zum kochen in der küche scharben ebenda; den kohl scharben, zotticht klein schneiden ebenda; petersilie, kohl u. s. f. werden in den küchen geschärbet. Adelung; in Meiszen, Schlesien, Voigtlande und andern örtern, da die rechten sauern kohlfresser wohnen, da scharbt oder stampft man ihn (den kohl) erstlich fein klein. Colerus hausbuch 3, 47;
ehrenpreisz must er dazu scharben.
froschmäus. R 1ᵇ;
bairisch scharben von dem beschneiden des jungen, noch nicht in halme geschossenen getreides Schm. 2, 463; als handwerkswort: den rost mit der feile abscharben, das pech von den beumen abscharben Stieler 1375; übertragen: sich im kopfe scharben, caput scalpere ebenda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2177, Z. 36.

scherbe, f.

scherbe, f.
bruchstück, namentlich von zerbrochnem geschirr, irdener topf.
I.
Form. eine ableitung zu dem starken verb., das im ags. als sceorfan, abbrechen, gewöhnlich in verengter bedeutung 'abnagen' erhalten ist, vgl. auch scherf. auszerhalb des germanischen stellt Kluge 299ᵃ kirchensl. črěpŭ 'scherbe', lett. schkirpta 'scharte' und schkérpele 'holzsplitter' dazu. vielleicht eine weiterbildung der wurzel skero-, die in scheren vorliegt, vgl. Grimm gramm. 2, 185. die bildung selbst ist auf das deutsche sprachgebiet beschränkt: alts. scerva in hauan sceruino testarum Prud. gl. 480, testularum 490, s. zeitschr. f. d. alterth. 15 s. 525 f., mnd. scherve 'schale', während in der bedeutung 'scherbe' die weiterbildung schervele fungiert Schiller-Lübben 4, 81ᵇ, mnl. scherf, scherve, testa, frustum testulae, fragmentum testaceum, testa confracta, fragmentum fictile Kilian, holl. scherf, nnd. scherwe Woeste 227ᵇ, ahd. scirbi, scirpi, schirbe Graff 6, 540, mhd. schirbe, scherbe Lexer handwb. 2, 753 f., nhd. ist scherbe herrschend; gleichwol ist die behauptung Weigands 2, 565, das e stamme aus dem nd., nicht begründet, da scherbe auch im oberd., namentlich im bairischen, und in Nürnbergschen denkmälern vorkommt, vgl. die belege bei Lexer a. a. o. wir haben wol zwei verschiedne ableitungen, ahd. scirbî und *scerba, anzunehmen. neben dem schwachen fem. scherbe begegnen vielfache abweichende bildungen:
1)
scherbe als schwaches masc., vgl. Lexer a. a. o., ebenso im ältern nhd., scherbe oder scherben, m. Frisch 2, 174ᵇ: er (Job) vergruͦb sich in den mist, und mit einem scherben kratzet er den grind ab der haut. Keisersberg emeis 44ᵇ; einen teighafen yn einem hafenscherben. kuchenmeisterei a 5ᵇ; in der bibel stehen masc. und fem. neben einander: und er (Hiob) nam eine scherben und schabet sich. Hiob 2, 8; weh dem, der mit seinem schepffer haddert, nemlich, der scherben mit den töpffern des thons. Jes. 45, 9; gifftiger mund und böses hertz, ist wie ein scherben mit silberschaum uberzogen. spr. Sal. 26, 23; so noch im 19. jahrh. in der bedeutung 'blumentopf', s. unter 4. heutzutage ist das masc. besonders in den bair.-österr. mundarten gebräuchlich, s. Schm. 2, 463. Schöpf 600 (neben üblicherem scherp', f. 601). Hügel 135ᵇ, ebenso schwäb. Schmid 459, dagegen schweiz. scherb, f. Hunziker 219, kärntn. scherbe, scherben, f. Lexer 216. auch Adelung führt der scherben auf. zuweilen wird scherben zu scherm abgeschliffen, s. Castelli 240. Frommann mundarten 6, 113. so schon im 16. jahrh.: ain neuen hafen oder scherm. quelle vom jahre 1500 bei Schm. a. a. o.;
(ich) musz heimlich jhn (den harn) bekummen,
wenn sie ein scherm voll misset.
Ayrer 3080, 37 Keller.
2)
schirb, scherb, scherp als starkes masc., mit dem plur. schirbe, schirbi, schirber, s. Lexer mhd. handwb. 2, 758. nhd. häufig scherb im nom., aber scherben in den cas. obl., vgl. z. b.:
mein gantzer cörper auch durch dises leydens schmach
ist wie ein alter scherb gedrücknet und entlebet.
Weckherlin 90 (ps. 22, 15);
aber:
und (die heuchler) dencken schon an mich nicht mehr,
dan an ein alten scherben.
140 (ps. 31, 18).
schweiz. scherb und scherba Tobler 385ᵇ, vgl. 9, a.
3)
schirben, schirpen, als starkes fem., plur. schirbene, s. Lexer handwb. 2, 754:
schirbene von glase scharf
under in genuc da streut.
pass. 124, 12 Köpke.
4)
vielfach wird scherbe durch die deminutivbildung scherbel vertreten, s. daselbst.
II.
Bedeutung.
1)
allgemein, etwas abgebrochenes, splitter, bruchstücke, trümmer, in der ältern sprache auch von metall oder holz:
daʒ alumbe begunden zirben
sîn verhouwene schildes schirben.
Parz. 215, 24;
wan dâ von sper und schilte und helm lît daʒ velt bestreuter scherben.
d. jüng. Tit. 1233, 4;
vgl. auch stahels scherbe Ulr. v. Türheim Willeh. 213ᵃ bei Lexer handwb. 2, 753;
das soltintz vor besinnen
und das holz wol laussen gedigen,
so sæh man nit schirbi da ligen.
des teufels netz 11120 Barack.
zur bezeichnung von etwas wertlosem:
also das si enweder
geb um din (des pfaus) schon veder
und jr ist al din gewerb (dein werben)
alz ainer alten wannen scherb.
Laszberg lieders. 3, 623;
von gebrochenen steinen:
wan dâ nâch lâgen aller steine scherben.
der jüngere Tit. 5378, 3.
2)
später in eingeschränkter bedeutung: bruchstück von irdenem oder gläsernem geschirr, zerbrochener topf; so schon alts. havanscerva s. oben scherb testa, ostracon Dasypodius. Schottel 1397, testa, fictilia quassa Steinbach 2, 398, fragmentum vasis testacei, testa, testa confracta Frisch 2, 174ᵇ: dat isern was gemischet mit gropen (topf) scherven unde mit hore. deutsche chron. 2, 78, 26; do quam de besengde Laurencius unde warp enen kelek an de wage, dat deme keleke en scherven (var. scerf, schirbel) utbrac. 168, 25; dô wart der richter zornig und liz in .. legen in einen kelre .. und liz under in legen typhinis (topfes) schirben und glas. d. mystiker 1, 71, 12 Pfeiffer; als, wenn ein töpffen zuschmettert würde .. also, das man von seinen stücken nicht eine scherbe findet, darin man fewer hole vom herde. Jes. 30, 14; wer einen narren leret, der flicket scherben zusamen. Sir. 22, 7; die scherben seynd noch da, haben aber keinen klang. Abele 4, 178; da sasz der arme krancke mann (Hiob), .. und schabte sich mit einer scherben, damit er das eiter wegschabte. Schuppius 167; Gianettino (wirft das glas mit macht auf die erde): hier liegen die scherben. Schiller Fiesko 1, 5; meine sehnsucht, einer kirche in den schoosz zu kommen, die .. durch ein geweihtes todtenbein, — durch eine scherbe aus der haushaltung eines erzvaters, und durch andere dergleichen raritäten uns in dem frieden mit uns weiter bringt, als die weisheit eines Garve. Thümmel reise (1794) 4, 121;
dô hieʒ er ieglîchen sînen kruoc
bî einzegen schirben ûf lesen.
Konr. v. Fussesbrunnen kindheit Jesu 2631 Kochendörffer;
und weisz nit, wie si ungefer
ein hafen mit dreck rausz wirt schwingen,
das mir die scherben am hals behiengen (hängen blieben).
fastn. sp. 330, 19;
dann zertrümmre mein pokal
in zehntausend scherben.
Bürger 50ᵃ;
sie (die kugel) ist von thon,
es gibt scherben.
Göthe 12, 123;
nichts seht ihr, mit verlaub, die scherben seht ihr;
der krüge schönster ist entzwei geschlagen.
H. v. Kleist 3, 118 Hempel (zerbr. kr. 7).
so sprichwörtlich: aus den scherben erkennt man den topf — und aus der weisch das getreide. Simrock sprichw. 8968; man siehts am scherben noch, was der topf gewesen. 10416; mundartlich Frommann 6, 416, 21, vgl. auch Wander 4, 145 f. häufig kleine thonstücke u. dergl., ohne beziehung darauf, dasz sie von zerbrochnen gefäszen stammen: das kot aber und scherben laszt ir am weg ligen. S. Franck moriae encomion 67ᵇ. so berg der scherben nach ital. monte testaccio, auch übertragen:
ein tempel ist die welt, kein berg der scherben.
Immermann 13, 250;
wenn's götter gäb', auf diesem berg der scherben (Rom)
vermöcht' ein gott selbst nicht mehr frucht zu ziehn.
Geibel 3, 101.
3)
zu scherben gehen, werden, zerbrechen, zertrümmert werden: in scherben zerfallen, abire in fragmenta Frisch 2, 174ᵇ; vom alter rost das eysen, vom alter würd der haffen zu scherben. Lehmann (1630) 10; wenn des nachbars junge einen krug zerbricht, so können wir leicht sprechen, es sey leicht versehen, dasz zerbrechliches gefäsz in stücken geht. aber warum machen wir nicht diese geduldige auslegung, wenn unser eigenes gefäsz aus versehen zu scherben wird? Chr. Weise kl. leute (1679) 303;
wehe dem, der zu sterben geht,
und keinem liebe geschenkt hat;
dem becher, der zu scherben geht,
und keinen durst'gen getränkt hat.
Rückert ges. poet. werke (1882) 7, 482.
von einer steinernen mauer:
erst schosz man fast,   liesz jn kain rast,
man macht die maur zuͦ scherben.
Soltau histor. volksl. 1, 183.
vielfach in freierer und übertragener verwendung, vergl. auch mundartlich z schâri gên, zu scheitern gehn, nach und nach verschwinden Frommann 2, 90, 16: nun ist dise ordnung keiser Hein. j. ein guͦte polliceische ordnung, wol dienstlich zuͦ gemeinem nutz, aber sie gehet schentlich zuͦscherben und trümmern. S. Franck chron. der Teutschen (1539) 89ᵃ; wir ... machten jnen also heysz daz jr etlich ausz forcht vom thurn sprangen und zuscherben fielen. weltb. 232ᵇ;
den nagel, woran Zeus den ring
der welt, die sonst in scherben gieng,
vorsichtig aufgehangen.
Schiller 11, 65;
so auch: darauf befahl er ihr, sie solle ihm zu essen geben .. er sagte es ihr aber in einem solchen tone, dasz sie glaubte, ihr kopf wäre schon in scherben. Eichendorff werke (1864) 6, 549.
4)
sodann wird scherbe auch von unzerbrochenem irdenem oder gläsernem geschirr gesagt, topf, napf: scherb (der) jrrdin geschirr, testa Maaler 349ᶜ; scherbe, sagt man auch von einigen ganzen gefäszen, sonderlich irdenen .. brunz-scherbe, matula figulina, garten - scherbe, blumen - scherbe, vas testaceum ad florum plantationem in horto Frisch 2, 174ᵇ; in dieser bedeutung ist das masc. am üblichsten, auch heute noch. häufig in mundarten (vergl. scherbel) Schm. 2, 463. Lexer 216. Schmid 459. Sartorius 107, österr. speciell für 'nachttopf' Castelli 240. Hügel 135ᵇ. so schon spätmhd., vgl. die belege bei Schmeller a. a. o.: wem diu gelider wê tuon .. der (dörre) hitzig rauten in ainem scherben. Megenberg 417, 30; yn einem verglesten scherben. kuchenmeist. c. 4; so sol man .. den driacers und den pfeffer brennen in ainem scherben. Heinr. Mynsinger von d. falken u. s. w. 29 Haszler; das man kein kolln noch fewer in scherben oder hefen den kremern darauf gestat noch verhenge, darmit der pruck nit schaden geschehe. Tucher baumeisterb. 259, 28 Lexer; wie man siehet an einem baum, der in ein scherben oder topf gesatzt ist, der wurzelt nicht weit um sich. Luther tischreden 4, 197, 26 Bindseil; ja (die römische kirche) ist S. Magdalena scherben voll kostbarer specerei. Fischart bienenkork 51ᵃ; der leichnam des bösewichts dagegen zerspringt wie die steinerne scherbe. Herder z. litt. u. kunst 19, 246; ich .. lauf ins haus, will ihm einen scherben süsze milch, und ein gut stück brod dazu holen. Miller Siegwart 1, 63;
ain scherb gehöret zu der gluͦt,
den stürtzt er für ain eysenhuͦt.
Cl. Hätzlerin 2, 67, 403.
zuweilen in speciellerer bedeutung, vergl. die composita blumenscherbe (th. 2, 165), brunzscherbe (2, 442), lichtscherbe (6, 890), nachtscherbe (7, 213), probierscherben (7, 2153), seifenscherbe (s. das.), ferner gartenscherbe, laszscherbe, milchscherbe Schm. a. a. o., hausscherbe u. a. m. gartenscherben, kellerscherben werden in einer Erfurter waarentaxe von 1622 unter den töpferwaaren genannt. scherbe allein für nachttopf: in alle kamer prunczscherben .. in der herren kammer verglast sust weisz scherben zu iedem pet ein. Tucher baumeisterb. 296, 37 Lexer; einen nachtstul mit einer zubrochenen scherben. A. Gryphius 1, 835; besonders aber für blumentopf: darnach (sie) eynen groszen schönen scherben von magiolita name darein man nägelein masaron oder basilicho seczet. Steinhöwel decam. 280, 7 Keller (4, 5); die jungfrauwen zeugen sonderlich das erste (kraut, tausendschön) in jhren gärten und scherben für den fenstern. Tabernaemont. 819 I; man steckt ein blümlein auff den hut und nicht den scherben mit dem stock. Lehmann 189; wozu hätt' ich sonst den myrthenbaum jahrelang im scherben gepflegt! Hebbel werke (1891) 2, 89 (Mar. Magd. 1, 1);
aine ain näglinstock het kauft;
als diselb der hundshummel rauft,
fing sie in, steckt in inn den scherben.
Fischart dicht. 2, 37 Kurz (flöhh. 1317);
die scherben vor meinem fenster
bethaut' ich mit thränen, ach!
als ich am frühen morgen
dir diese blumen brach.
Göthe 12, 190.
5)
in vergleichen: meine kreffte sind vertrockent, wie eine scherbe. ps. 22, 16; meine zunge ist trocken, wie eine scherbe. Schiller räuber 3, 2 schauspiel.
6)
häufig steht scherbe im sinne von 'bruchstück' in freierer oder bildlicher verwendung: die überbliben scherben vermögens. quelle bei Schmid 459; welch' eine öde, weite ebene, hoch von ruinen (das forum in Rom) .. die scherben einer groszen welt umhergeworfen! J. Paul Titan 4, 75; die zweite welt ist ein monte testaceo aus menschen-scherben. 2, 134 (vgl. berg der scherben unter 2); von einem zerschmetterten schädel:
umirrend mit den scherben
des haupts von land zu land.
Rückert ges. poet. werke (1882) 1, 73 (d. gräber von Ottensen 2);
im bilde:
weh dem der fürstengunst zerbricht!
husch! fleischen ihm ins angesicht
die splitter und die scherben.
Schiller 1, 252.
7)
als ausdruck der gebrechlichkeit von alten, schwächlichen leuten, s. Schm. 2, 463. Schöpf 601. in anderm sinne wol scherbel 'liederliche weibsperson' Kehrein 1, 344:
was schetterst lang, du alter scherb?
Birck doppelspiler 13;
wortspielend: vor deiner thür stehet ein elender tropff, welcher darumb arm, weil er nur ein armb hat, den er durch ein schusz vor Ofen verlohren ... er hätte bevor wissen sollen, dasz es nirgends mehr scherben gibt, als beyn kriegen. Abr. a S. Clara Jud. (1690) 2, 18; auch von thieren: ein alter scherb'm, alte weibsperson, altes stück rind Schöpf 601. Schm. 2, 463; alte oder doch magere kuh Kehrein 1, 344. güllschirwe schlechter gaul, mähre Schmeller a. a. o. allgemein für schlechtgewordene dinge Hügel 135ᵇ.
8)
technisches.
a)
im österreichischen hüttenwesen ein kleiner, flacher thontiegel, worin die probengeriebe zum schmelzen in den windofen gesetzt werden. Scheuchenstuel 207.
b)
in Goslar am Rammelsberge ein masz, nach welchem die getriebenen gänge gezählt werden, bestehend in einem viereckigen hölzernen kasten ohne boden, der etwa 4 centner faszt; ähnliche gröszere kästen auch in Freiberg. Jacobsson 3, 579ᵃ. Frisch 2, 174ᵇ.
c)
ein masz, womit die harzschlacken zum vorschlagen der erze beim schmelzen abgemessen werden, 3—31⁄2 centner fassend, auch harzschlackenscherben Jacobsson a. a. o.
d)
stücke von irdenen gefäszen und sandsteinen, die zu pulver gestoszen und zum cement verwandt werden. ebenda (vgl. 2).
e)
im schiffsbau eine fuge zwischen zwei planken, die sich verlängern sollen. sie heiszt stuvscherbe, wenn die köpfe grade abgeschnitten und gegen einander gestoszen sind; plattscherbe oder lasching, wenn die enden der breite nach über einander liegen und keilförmig abgeschrägt sind; langscherbe, wenn die enden der länge nach übereinander liegen und durch keilförmige ausschnitte verbunden sind. Bobrik 586ᵇ.
f)
ein name der traubenkirsche, prunus padus. Nemnich, vgl.scherbken und scherpenholz.
g)
name eines strauchs, schlingbaum, schlinge, viburnum lantana. Nemnich, vgl. scherpen, scherpchen.
9)
mundartliche besonderheiten:
a)
schweiz. scherb, m., überrest von einem brote. Tobler 385ᵇ.
b)
schädel, kopf, so hess. scherbel (vgl. daselbst), und nd. scherwe, z. b.: he is nitt ganz helle mär in der scherwe. Woeste 227ᵇ.
c)
hierher hess. scherbe, gesichtszüge, in der volksaussprache schirm oder schirn? vgl. Vilmar 347.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2560, Z. 44.

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Zitationshilfe
„schärben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4rben>, abgerufen am 03.08.2021.

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