Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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scharfe, f.

scharfe, f.
das abgeschrägte ende eines balkens oder riemens, welches im verbande des gebälkes zum anschlusz dient; dem entsprechend: anscharfen, balken u. ä. auf diese weise zusammenfügen. Jacobsson 3, 549ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2190, Z. 19.

schärfe, f.

schärfe, f.,
s. schärpe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2190, Z. 23.

schärfe, f.

schärfe, f.
acuties, scherphy Dief. 11ᵇ, scherpffe Maaler 349ᶜ, schärfe Stieler 1736, mhd. scherpfe, scherfe; scarfe Williram 2, 3. 39, 5, alts. scerpî.
1)
die eigenschaft des scharfseins an etwas, in eigentlichem und übertragenem sinne, entsprechend allen bedeutungsabstufungen des adjectivums. schärfe des messers (anders unter 2, a), schwertes, des berggrates, der linienführung, der prägung, des essigs, des rettigs, des sonnenstrahles, des trompetenstoszes, der luft, des frostes, des giftes, des schmerzes, des spottes, der anrede, des befehles, der bewachung, der untersuchung, des rittes, des gesichts, gehörs, der sinne, des verstandes, des gedächtnisses u. ähnl. logische schärfe, mit schärfe beobachten, sein character zeigt eine gewisse schärfe; scherpfe (die) rässe, als von böllen oder ziblen, senff, essig und dergleychen. Maaler 349ᶜ; scherpffe der gesicht, acies oculorum; desz gemüts scherpffe und sinnreyche, acies mentis, ingenii; die scherpffe oder das fürnembst an einer red, der rächt griff, wie man spricht, acies orationis. 349ᵈ; denn es verleuert die nessel, wenn sie starck angegriffen wird, ihre schärfe. Butschky Pathmos 622; die schärffe des kohles nicht vertragen können, die schärffe des weines. Steinbach 2, 387; nur hatte er auszer der logischen schärfe mit seinem vorbilde auch das gemein. Grillparzer 15, 66;
dar umb von golde zwên sporn,
mit stahel underworht vorn,
durch scherfe, an der spitze.
Heinr. v. d. Türlin krone 3714;
zu einer menge solcher sachen,
die ieden blick erstaunend machen,
reicht zweyer augen schärffe nicht.
Picander 3, 7.
besonders schärfe im sinne von schroffheit, strenge, unnachsichtlichkeit, grausamkeit (in älterer sprache prägnanter gebraucht als in der neueren): zu eynem regiment im hauszhalten gehöret eyn scherpffe. Agricola i 5ᵇ; auff das ich nicht, wenn ich gegenwertig bin, scherffe brauchen müsse. 2 Cor. 13, 10; (wenn sie) von allen orten her so wol angekünt und geludert, als mit schärpffe angesporet werden, von der rechten bahn abzutretten. Simpl. 4, 15, 28 Kurz; (wenn) bey ihme glimpff und bescheidenheit nichts richtet .. so müste er ihme wieder mit der schärfe begegnen. Butschky Pathmos 622. die schärffe gebrauchen, acerbitate uti Steinbach 2, 387; etwas nach der schärffe rächen, aliquid severe vindicare ebenda;
solchs thet die fraw nun lang betreiben,
drewt stets dem kinde mit der scherpffen,
hinausz wolt sies dem wolffe werffen.
B. Waldis Esop. 1, 86, 17 Kurz;
o wer ich herr, bey meinem aydt,
ich wolt die scherff herfürwenden.
Ayrer 362, 26 Keller;
welche festigkeit ohne schärfe! welche zartheit ohne kleinmeisterei! Lavater phys. fragm. 1, 112;
verhänget dann der höchst der schärpfin des tods strahls
die kinder, das ehweib, der eltern, des gemahls (mit layd erfillend) zuberauben.
Weckherlin ged. 302;
dasz warm ist menschen mehr, als kaltes angeboren:
dem fürsten, sey die güt als schärffe, mehr erkoren.
Logau 2, 73, 68.
vielfach und seit früher zeit in beziehung auf recht, rechtsuntersuchung und strafe: diu sûoʒe dînero gratiae ist beʒʒera danne diu scarfe dero legis. Williram 2, 3; die schärfe des gesetzes. Steinbach 2, 387; jetzt erfährt er die ganze schärfe des gesezes. Schiller 4, 66;
drumb ich das erkenn nach unserm rechten,
das man sie mit stein zu tode werfe,
wie das gsetz gepeut mit seiner scherfe.
Rebhun Susanna 4, 320 (schausp. des 16. jahrh. 1, 77 Tittmann).
prägnant in älterer sprache für peinliches recht, peinliches verfahren, folter (vgl. Haltaus 1601): einen nâch ordenunge und scherfe strâfen. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 711; Matz Cuntz, der eingesatzt wurden umbe vordechtiger rede willen — und auch mit der scherff gefraget. Leipz. stadtrechn. 1540/41 fol. 143ᵇ; mit der schärfe einen missethäter angreifen, summum torturae gradum adhibere. Frisch 2, 163ᵃ;
sich begibt ein wunderliche that,
die wer wol mit der scherff zu straffen.
Ayrer 1897, 22.
freier von jeder strengen prüfung und beurtheilung einer sache: wenn es zur scherff keme, das man recht wüszte zu antworten. Luther 4, 95ᵇ; nur richtet meine reden nicht ehe nach der schärffe, bisz ich euch eine geschicht erzehlet, die gewisz nicht verdrieszlich anzuhören, und dabey die klare wahrheit ist. Felsenburg 1, 383; diesz war nun freilich nicht nach der schärfe wahr. Wieland 3, 127. in besonderer anwendung bei den meistersingern, zur bezeichnung einer überstrengen fehlertheorie: denn von der scherff und unkunst, die sie bisz auff heute haben und rhümen, und zwar doch nicht selbst verstehen, ich mit herr Hans Sachsen nichts halten kan noch wil. Puschmann gründl. bericht 22 neudruck; in die scherff mercken. ebenda.
2)
der scharfe, schneidende theil an etwas.
a)
die schneide eines schwertes, messers, beiles u. dergl.: die scherpffe oder schneyden an dem eysen oder mässer, acies. Maaler 349ᵈ; die sicheln und sensen dengeln, die schärfe dünner machen, prolixare aciem Frisch 2, 163ᵃ; und sie werden fallen durch des schwerts scherffe. Luc. 21, 24 (und so sehr häufig in der biblischen sprache); was dieses schwert mit dem insigel bekräfftiget, das wird es auch mit der schärpff gegen alle widerwärtige verthedigen und handhaben. Zinkgref apophth. 1, 10 (1639); lange stimmten ihre priesterlichen herzen dahin, die unglücklichen alle .. der schärfe des schwertes zu überliefern. Klinger 4, 150;
daʒ îsen kêrte sie zuo ir,
gegen der scherpfe was ir gir.
H. von Neustadt Apollonius 301;
sieh, in der rechten
trug er den speer, elf ellen an läng', und vorn an dem schafte
blinkte die eherne schärf'.
Voss Ilias 6, 320;
krachend trifft die glatte schärfe.
wahrlich! brav getroffen!
seht, er ist entzwey!
Göthe 1, 240;
schon zuckt nach jedem nacken,
die schärfe die nach meinem zückt.
12, 246.
alts. scerpion glossiert spiculis. glossen zu Prudentius 328. 525 (zeitschr. für d. alterthum 15, 523. 526).
b)
kante, scharfer rand an etwas: sich an der schärfe eines pfeilers stoszen, an der scharfen ecke. Adelung.
c)
ätzende, beiszende bestandtheile einer flüssigkeit: die schärfe im geblüte, verdorbene salzige oder saure theile. Adelung: und darnach wird der rest der bösen schärfe als podagra in den rechten fusz fahren. Immermann 1, 9 Boxberger.
3)
besonderes:
a)
schärfe, im schiffsbau das am vordersteven befestigte, vorstehende holzstück, welches das gallionbild trägt und das wasser zerschneidet. Jacobsson 7, 183ᵃ.
b)
ort des schärfens von mühlsteinen: märkische schärfe. Adelung.
c)
nd. de scharp, die krätze Schütze 4, 26; ähnlich: eʒ benimt die plâtern in den augen und die scherpfen und diu weiʒen mail. Megenberg 390, 13.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2190, Z. 24.

schärfen, verb.

schärfen, verb.
acuere, asperare. scherpffen, wetzen, scharpff machen, acuere, exacuere. Maaler 349ᵈ; mhd. scherfen, scherpfen, prät. scharpfte, alts. scerpan, nd. schaarpen Dähnert 398ᵃ, scherpen Schambach 183ᵃ, nld. scherpen, ags. scearpian, isl. skerpa, dän. skærpe, schwed. skärpa.
1)
scharf machen, in bezug auf körperliches:
a)
etwas an schneide und spitze scharf machen: ein schwert, messer, beil, eine sense, sichel u. ähnl. schärfen; und dar mit scherpft man wâpen und andreu dinch. Megenberg 479, 30; und muste gantz Israel hin ab ziehen zu den Philistern, wenn jemand hatte ein pflugschar, hawen, beil, oder sensen zu scherffen. 1 Sam. 13, 20; wenn ein eisen stumpff wird, und an der schneiten ungeschlieffen bleibet, mus mans mit macht wider scherffen. pred. 10, 10; setzt die helm auff, und scherfft die spiesze. Jer. 46, 4; das schwert, ja das schwert ist gescherfft und gefegt, es ist gescherfft, das es schlachten sol, es ist gefegt, das es blincken sol. Hes. 21, 9; mit begehren, er sollte mir das messer ein wenig schärpffen. Simpl. 3, 82, 16 Kurz; den stumpfen dolch an einem steine schärffen. Steinbach 2, 387; drum schärfte sie geschwind das küchenmesser. Musäus volksm. 1, 48 Hempel;
im (dem silber einer messerklinge) was solch scherpfen niht vermiten,
eʒ hete stahel wol versniten.
Parz. 234, 23;
als daʒ swert itweder sît
ist gescherfit unde snît.
N. v. Jeroschin 2499 Strehlke;
verliesz sich auff denselben karpffen,
und thet darauff sein messer scharpffen.
B. Waldis Esopus 4, 14, 78 Kurz;
Hans und Michel
schärft die sichel.
Hölty 175 Halm;
der pferde eisen schärfen, soleas equorum asperare lima (im winter z. b.) Stieler 1736; die bohnenstangen schärfen, sie zuspitzen. Adelung. bildliche anwendung:
doch sein verleger kommt, sein Tryphon, der ihn rührt,
ihm lust und feder schärft.
Hagedorn 3, 108;
ein feiner plan! fein zugespitzt! nur schade,
zu fein geschärfet, dasz die spitze brach!
Schiller M. Stuart 4, 3.
b)
von flüssigkeiten, sie beiszender, stärker machen: den essich scherpffen und stärcker machen, acetum exacuere. Maaler 349ᵈ; die sauce schärfen, sie pikanter machen.
c)
besondere bildliche wendungen: die zunge schärfen, zunächst in biblischer sprache, sie zur hohnvollen, verletzenden rede rüsten: welche jre zungen scherffen wie ein schwert, die mit jren gifftigen worten zielen, wie mit pfeilen. ps. 64, 4 (alts. uuanda scerpidon alsô suert tungon irô. kl. altnd. denkm. 20ᵇ);
die zunge schärfft er zwar, allein er stümpfft die sinnen.
Logau 2, 66, 59;
die hand (des dichters) schärfen, zum dichterwerke höhere geschicklichkeit verleihen:
verleihe kecken muth, und schärffe meine hand
zu dringen durch den neyd des volckes von der erden.
Opitz 1, 53.
2)
schärfen, in bezug auf unkörperliches:
a)
sinnes- und geisteskräfte, fähigkeiten, anlagen, neigungen, leidenschaften wirksamer, stärker machen.
α)
sinneskräfte schärfen: daʒ scherpft daʒ gehœrn und rainigt die ôren von iren unsauberkaiten. Megenberg 383, 20; das ohr schärfen; eines gehör schärfen, im prägnanten sinne, von der fähigkeit, die musikalischen verhältnisse gehörter töne genau aufzufassen. gsicht scherpffen, scharpff machen zesähen, lumina acuere Maaler 349ᵈ;
doch warum schärft sich euer blick auf mich
je mehr und mehr?
Lessing 2, 253.
das auge schärfen, den blick schärfen, häufig in weiterer anwendung, sodasz die kraft der intellectuellen verarbeitung des gesehenen mit eingeschlossen oder auch allein betont wird (β): so sehr hatte diese beständige übung von lesen, eignem nachdenken und betrachtung der welthändel seinen blick geschärft. Schiller 4, 117; dabei schärf' ich mein auge auf's allgemeine. Göthe 27, 22;
verdeckt dem auge, welches der genius
nicht schärft.
Klopstock 1, 14;
schärfe deine kräft'gen blicke!
hier durchschaue diese brust.
Göthe 5, 258.
β)
von intellectuellen kräften: daʒ sîn verstantnüsse etwaʒ für baʒ gescherpfet würde mit der frâge. mystiker 2, 643, 9; den verstand scherpffen, acuere mentem Maaler 349ᵈ; das gemüt dardurch zuscherpffen. Fischart Garg. 46ᵃ; erfarung schärfet das urteil, experimenta judicium acuunt. Stieler 1736; mit was lehre er den verstand geschärfet und erleuchtet? Butschky 260;
den verstand,
und das gedächtnisz schärfen.
d. junge Göthe 1, 28.
γ)
moralische kräfte, triebe, neigungen, leidenschaften schärfen: das hat deinen fleisz geschärfft, hoc industriam tuam acuit; ich habe ihm das gewissen geschärfft, nihil celavi de eo, quod dicendum illi opus erat. Steinbach 2, 387; wenn ihn nicht andere dabey ertappt und sein gewissen geschärfft hätten. Felsenb. 1, 52; ihr sollt zu ihr in den kreis treten und ihr das gewissen schärffen. Göthe 15, 57; er schärft das gewissen des jungen schwankenden mannes. 19, 174; jede absonderung, jede bedingung, die unsern aufkeimenden leidenschaften in den weg tritt, schärft sie anstatt sie zu dämpfen. 22, 133; hierzu kam noch, dasz er sich auch gegen unsere abgötter, die Griechen, erklärte und dadurch unsern bösen willen gegen ihn noch schärfte. 26, 328.
b)
gefühle und empfindungen, die mit lust oder unlust verbunden sind, erhöhen, steigern, stärken: wenn er .. jeden genusz der gaben gottes und der natur mit würdiger darstellung schärft. Göthe 33, 151; da der glanz des goldes den kitzel der langen buhlerey mit der frau des ministers nicht mehr schärfen konnte. Klinger 3, 131; besonders von unangenehmen, quälenden zuständen: dasz du noch solche höllische kunstgriffe brauchst, um meine marter zu schärfen. Göthe 20, 93; dieses unangenehme gefühl ward nur geschärft. 21, 139; aber dasz die ufer ewig unerreichbar bleiben, das schärft den schmerz. Bettine briefe 2, 256;
die adelichen blick,
dadurch Amor sein strick
an mich tut erstlich werfen,
tun mir mein leiden scherfen.
Gödeke-Tittmann liederb. aus d. 16. jh. s 62;
kränken ein liebendes herz, und schweigen müssen; geschärfter
können die qualen nicht seyn, die Rhadamanth sich ersinnt.
Göthe 1, 397.
c)
etwas logischer, deutlicher, bestimmter machen: einen beweis schärfen, ihn bündiger machen Adelung.
d)
eindringlicher in der wirkung auf andere machen, besondere betonung auf etwas legen, eine sache besonders hervorheben: und diese wort, die ich dir heute gebiete, soltu zu hertzen nemen, und solt sie deinen kindern scherffen (wie jetzt einschärfen). 5 Mos. 6, 7; einem das gesetz schärfen. Stieler 1736; den befehl, die strafe schärfen. Steinbach 2, 387; ich weisz dasz einmal ein hoffprediger einem vornehmen fürsten in der predigt das gesetz schärffte. Schuppius 15;
ist er klug, so komm' er in zeiten. ihr schärft ihm die lehre
Göthe 40, 32;
wie denn die gottlosen jre wort wissen zu wetzen, zu scherffen, und zu schleiffen. Luther 3, 388ᵇ; eine der hauptlehren des lutherthums, welche die brüdergemeine noch geschärft hatte. Göthe 26, 104; strenger, verletzender machen: man schärfte also die strafgesetze. Wieland 7, 93; kurze zeit vorher waren durch das ganze land geschärftere mandate zu strengerer untersuchung der reisenden ergangen. Schiller 4, 83; (er) schickte Friedrichs courier mit dem geschärften auftrage weg, bald wieder zu kommen. Göthe 20, 244;
fromm ist gott und schärft mit maszen
sein gericht.
P. Gerhardt 122, 28 Gödeke;
thun sie etwas,
das meine kindliche verpflichtung schärft.
Schiller dom Karlos 2, 3;
versagen konnte man's — warum die weigerung
mit dieser kränkenden verachtung schärfen.
Wallensteins tod 2, 6.
3)
technisches und besonderes:
a)
den kohl schärfen, ihn hobeln. idiotic. von Liv- u. Esthland 201.
b)
einen vokal schärfen, ihn kurz und schnell aussprechen.
c)
die küpe schärfen, bei den färbern, ihr kalk zusetzen (s. oben scharf 10, m).
d)
die segel schärfen, zur schnelleren fahrt stellen: scherfften wir die seegel, und griffen zugleich die ruder frisch an. Olearius reisebeschr. 190ᵃ.
e)
das leder schärfen, bei den buchbindern, es auf einem steine mit scharfem messer dünn- und scharfrandig schneiden. Campe.
f)
schärfen, das aufschneiden von wildpret, als vorarbeit des abstreifens, zerlegens und zerwirkens. Behlen lex. d. forst- u. jagdk. 5, 466. s. aufschärfen theil 1, sp. 720.
g)
schärfen, ritzen: sich scherpffen, summam cutis stringere. voc. v. 1618 bei Schm. 2, 464; sich an etwas schärfen, sich an etwas scharfes oder rauches die haut verletzen. Frisch 2, 163ᵇ;
dan inn der enge sie sich schärfen.
Fischart 2, 17, 544 Kurz;
das sie oft got anrufen dörfen
um ein flöhlin, welchs sie thut schärfen.
65, 2436.
s. schürfen.
h)
schärfen, in die steine schärfen, die schläger zum zeichen der herausforderung an den pflastersteinen wetzen, von studenten: die tischpursche und Amandus schreyen, juchsen, scherffen haussen. Schoch kom. v. studentenleb. k 1ᵃ; fahen einen tumult an, schärfften in die steine. 5ᵇ.
i)
mühlsteine schärfen, die rinnenartigen, leicht abgenutzten vertiefungen auf der breitseite der steine wieder herstellen; s. scharfmacher.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2192, Z. 6.

scherfen

scherfen,
s.scherpfen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2583, Z. 8.

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„schärfen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4rfen>, abgerufen am 26.07.2021.

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