Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schärpe, f.

schärpe, f.
breite binde, fascia, in älterer zeit auch scharpe Stieler 2049. Frisch 2, 163ᶜ, scharfe, scherfe quelle von 1716 bei Weigand 2, 550, mundartlich scherf brem. wb. 4, 645, scherfe Pfister 247, aus franz. écharpe, das seinerseits vielleicht wieder deutschen ursprungs ist. Diez⁴ 287. schärpe wird vorzugsweise gebraucht von der binde der offiziere, die über dem waffenrock um den leib oder über die rechte achsel bis zur linken hüfte getragen wird. Frisch 2, 163ᶜ. Jacobsson 3, 551ᵃ, fascia militaris Stieler 2049: Ferdinand (fängt an stärker zu gehen, und beunruhigter zu werden, indem er schärpe und degen von sich wirft). Schiller kab. u. liebe 5, 7; schärpe des ritters:
als sie nun ausgeredet,
fuhr sie fort mit ihrer nadel
ihm zu nähn die schönste scherpe.
Herder lit. u. k. 5, 85;
'hab ich', versetzt sie (Blanscheflur) 'mich verfehlt
in irgend einer pflicht, gezählt
zur courtoisie der damenpflichten?
ich denk's, herr Riwalin, mit nichten.
ward eurer tapfern siegerfaust
mit schärp' und schleife nicht gedanket?'
Immermann 13, 34 Boxberger;
schärpe nennt man die binde derer, die einen arm nicht brauchen dörfen, weil sie daran zur ader gelassen oder verwundet. Frisch 2, 164ᵃ; den arm in der scharpe tragen, brachium mitella involvere. Stieler 2049; weiber-schärpe, so die schultern deckt, worüber sie als gespannt liegt, bis an den gürtel, und vornen lang mit zwey enden herunter hängt. Frisch 2, 163ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2213, Z. 61.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schärpe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4rpe>, abgerufen am 05.08.2021.

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