Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schätzchen, n.

schätzchen, n.,
dimin. von schatz, in der bedeutung von schatz 2, e gebraucht. Stieler 1740 (vergl. schätzlein): 'wie, mäuschen, wenn ich dich heute noch zur edelfrau machte?' schätzchen, so würden alle weiber der bürgerlichen rathsherren aus neid vergehen. Klinger 3, 77; da, wo mir selbst ein niedliches schätzchen ihre annehmlichkeiten gratis aufdränge, weil ich einmal gewuszt habe ihr herz zu rühren. Göthe 14, 90;
der alte fand sein schätzchen zu geschäfftig,
und ihre liebe viel zu heftig.
Hagedorn 2, 105;
ach schätzchen, du bist mein!
ach schätzchen, ich bin dein!
so oft der frühling blühet,
so lang mein auge siehet,
soll diesz mein wünschen sein:
bleib' holdes schätzchen, mein!
Fr. Müller 1, 258;
(mann zur frau): sieh schäzchen wie der bub mir gleicht,
selbst meine narbe von den poken!
Schiller 1, 299;
der will ein schätzchen für sich allein!
dragoner, ist er bey troste! sag' er!
Wallenst. lager 7;
und sie winkt ihn auf das plätzchen:
lieber herr, nicht so geschwind!
habt ihr nichts an euer schätzchen,
habt ihr nichts für euer kind?
Göthe 1, 193;
ich weisz dir so ein schätzchen auszuspüren,
und selig wer das gute schicksal hat,
als bräutigam sie heim zu führen!
12, 124;
ade, mein herzliebs schätzchen,
ich seh' dich nimmermehr!
Pröhle volksl. 205.
nur mundartlich im niederd. schatje in der bedeutung 'heiratsgut, vermögen'. Frommann 4, 144, 370.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2280, Z. 18.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schätzchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4tzchen>, abgerufen am 02.08.2021.

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