Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schatzgeld, schätzgeld, n.

schatzgeld, schätzgeld, n.
1)
in geld bestehende abgabe. Adelung: wann sie eim land oder einer stat absagten, und des schatzgelts begerten. Aventin. 1, 161, 9; doch mag der lehenherr seinen auszstand am schatzgeld einbehalten und dem landtsiedel den uberrest erlegen. Lennep landsiedelr. 2, 24ᵃ;
sein (des armen) artzt ist die natur. verderbst du ihn durch feuer,
verbrennst ihm was er hat, so ist er frey von steuer,
er legt kein schatzegeld, gibt keinen brückenzoll,
geht sicher ausz und ein, wohin er wil und soll.
Opitz 1, 107.
2)
geld, welches man als kostbarkeit aufhebt, oder auch ein sparpfennig, thesaurus Frisch 2, 167ᵃ: wann du ein kostbares schatz-geld hast, wie fleiszig du es verwahrst .. Hartmann fluchsp. 34; hernach bot ihm mutter Ilse die hand und verzieh ihm den verübten diebsgriff in ihr schatzgeld mit den worten: schelm, bessere dich! Musäus volksm. 2, 124 Hempel;
und etlich alte weiber hettn
alts schatzgelt, den betrog ichs ab.
Ayrer 2633, 19 Keller.
3)
geld, das der schätzer für seine arbeit bekommt. Stalder 2, 310: der profosz schätzt die waaren, davon hat er seinen profit und schatzgeld. Kirchhof milit. discipl. 134.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2285, Z. 78.

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schwäherin schöpfquelle
Zitationshilfe
„schätzgeld“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/sch%C3%A4tzgeld>, abgerufen am 26.07.2021.

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